Kachexieprävention: Ursachen, Maßnahmen & Ernährung
Kachexieprävention umfasst alle Maßnahmen, die dem krankhaften Gewichts- und Muskelverlust bei schweren Erkrankungen vorbeugen. Frühzeitige Ernährungstherapie und gezielte Bewegung sind zentrale Bausteine.
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Kachexieprävention umfasst alle Maßnahmen, die dem krankhaften Gewichts- und Muskelverlust bei schweren Erkrankungen vorbeugen. Frühzeitige Ernährungstherapie und gezielte Bewegung sind zentrale Bausteine.
Was ist Kachexieprävention?
Kachexieprävention bezeichnet alle medizinischen, ernährungstherapeutischen und bewegungsbezogenen Maßnahmen, die darauf abzielen, dem Entstehen oder Fortschreiten von Kachexie vorzubeugen. Kachexie ist ein komplexes metabolisches Syndrom, das mit starkem ungewolltem Gewichtsverlust, Muskelabbau (Sarkopenie), Appetitlosigkeit und systemischer Entzündung einhergeht. Sie tritt häufig bei Krebserkrankungen, chronischer Herzinsuffizienz, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Niereninsuffizienz und anderen schweren Grunderkrankungen auf.
Warum ist Prävention wichtig?
Kachexie verschlechtert die Lebensqualität erheblich, reduziert die Verträglichkeit von Therapien (z. B. Chemotherapie) und erhöht die Sterblichkeitsrate. Da Kachexie in fortgeschrittenen Stadien kaum noch vollständig umkehrbar ist, kommt der Frühprävention eine entscheidende Bedeutung zu. Das Ziel ist es, den Ernährungs- und Muskelstatus der Patientinnen und Patienten so lange wie möglich zu erhalten.
Risikofaktoren und Risikogruppen
Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko, eine Kachexie zu entwickeln:
- Patientinnen und Patienten mit onkologischen Erkrankungen (besonders Magen-, Pankreas- und Lungenkrebs)
- Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz oder COPD
- Personen mit chronischen Entzündungserkrankungen (z. B. Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis)
- Ältere Menschen mit Mangelernährung oder Sarkopenie
- Patientinnen und Patienten nach großen chirurgischen Eingriffen oder auf Intensivstationen
Ernährungstherapeutische Maßnahmen
Die Ernährungstherapie ist eine der wichtigsten Säulen der Kachexieprävention. Ziel ist eine ausreichende Zufuhr von Energie und Nährstoffen:
- Energiezufuhr: Angepasste, hochkalorische Kost zur Deckung des erhöhten Energiebedarfs
- Proteinzufuhr: Erhöhte Proteinzufuhr (1,2–2,0 g pro kg Körpergewicht täglich) zur Erhaltung der Muskelmasse
- Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) kann entzündungshemmend wirken und dem Muskelabbau entgegenwirken
- Mikronährstoffe: Ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Vitamin D, Zink und Magnesium
- Trinknahrung und enterale Ernährung: Bei unzureichender oraler Nahrungsaufnahme können Trinknahrungen oder Sondenernährung eingesetzt werden
Körperliche Aktivität und Bewegungstherapie
Regelmäßige körperliche Aktivität ist ein wirksames Mittel zur Erhaltung der Muskelmasse und zur Verbesserung des Stoffwechsels:
- Krafttraining: Gezieltes Widerstandstraining stimuliert den Muskelaufbau und bremst den katabolen Stoffwechsel
- Ausdauertraining: Moderates aerobes Training verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden
- Physiotherapie: Individuell angepasste Bewegungsprogramme, besonders bei stark eingeschränkten Patientinnen und Patienten
Medizinische und pharmakologische Ansätze
In bestimmten Fällen können ergänzende medizinische Maßnahmen zur Kachexieprävention beitragen:
- Appetitanregende Mittel: Megestrolacetat oder Kortikosteroide können kurzfristig den Appetit steigern
- Entzündungshemmende Therapie: Behandlung der zugrunde liegenden Grunderkrankung zur Reduktion proinflammatorischer Zytokine (z. B. TNF-alpha, IL-6)
- Anabolika und Wachstumshormone: In spezifischen klinischen Kontexten unter ärztlicher Aufsicht möglich
- Ernährungsberatung: Professionelle Ernährungsberatung durch Diätassistentinnen und -assistenten oder Ernährungsmedizinerinnen und -mediziner
Ganzheitlicher und interdisziplinärer Ansatz
Die effektivste Kachexieprävention erfolgt im Rahmen eines interdisziplinären Teams, das Ärztinnen und Ärzte, Ernährungsfachkräfte, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Pflegepersonal einschließt. Regelmäßiges Screening des Ernährungsstatus – etwa mithilfe des NRS-2002 (Nutritional Risk Screening) oder des MUST-Scores – ermöglicht eine frühzeitige Intervention, bevor es zu einem klinisch relevanten Gewichts- und Muskelverlust kommt.
Quellen
- Arends J. et al. - ESPEN guidelines on nutrition in cancer patients. Clinical Nutrition, 36(1):11–48, 2017. DOI: 10.1016/j.clnu.2016.07.015
- Fearon K. et al. - Definition and classification of cancer cachexia: an international consensus. The Lancet Oncology, 12(5):489–495, 2011. DOI: 10.1016/S1470-2045(10)70218-7
- Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) - Leitlinie Klinische Ernährung. AWMF-Registernummer 073-019, 2023. www.dgem.de
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