Detoxenzym – Entgiftungsenzyme im Körper
Detoxenzyme sind körpereigene Enzyme, die beim Abbau und der Ausscheidung von Schadstoffen helfen. Sie schützen den Organismus vor toxischen Substanzen.
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Detoxenzyme sind körpereigene Enzyme, die beim Abbau und der Ausscheidung von Schadstoffen helfen. Sie schützen den Organismus vor toxischen Substanzen.
Was ist ein Detoxenzym?
Ein Detoxenzym (auch Detoxifikationsenzym) ist ein körpereigenes Protein, das am biochemischen Abbau und der Entgiftung von schädlichen Substanzen beteiligt ist. Diese Enzyme katalysieren chemische Reaktionen, durch die Xenobiotika (körperfremde Stoffe wie Medikamente, Umweltgifte oder Stoffwechselprodukte) in wasserlösliche, ausscheidbare Verbindungen umgewandelt werden. Detoxenzyme sind vor allem in der Leber aktiv, kommen aber auch in Nieren, Darm, Lunge und anderen Geweben vor.
Wirkmechanismus
Die Entgiftung durch Enzyme läuft in zwei Phasen ab, die als Phase-I- und Phase-II-Reaktionen bezeichnet werden:
Phase I: Funktionalisierung
In Phase I werden körperfremde Stoffe durch Enzyme wie die Cytochrom-P450-Familie (CYP-Enzyme) chemisch verändert. Dabei werden funktionelle Gruppen (z. B. Hydroxylgruppen) in das Molekül eingebaut. Diese Reaktionen machen die Substanz reaktiver und bereiten sie für Phase II vor.
Phase II: Konjugation
In Phase II werden die aktivierten Substanzen aus Phase I mit körpereigenen Molekülen verknüpft (konjugiert), um sie wasserlöslich und damit ausscheidbar zu machen. Wichtige Enzyme in dieser Phase sind:
- Glutathion-S-Transferasen (GST): Konjugieren reaktive Verbindungen mit Glutathion
- UDP-Glucuronosyltransferasen (UGT): Koppeln Substanzen an Glucuronsäure
- Sulfotransferasen (SULT): Übertragen Sulfatgruppen auf Substrate
- N-Acetyltransferasen (NAT): Übertragen Acetylgruppen
Phase III: Transport und Ausscheidung
Transportproteine (z. B. ABC-Transporter) schleusen die konjugierten Verbindungen aus der Zelle in Galle oder Urin, von wo sie ausgeschieden werden.
Bedeutung für die Gesundheit
Detoxenzyme spielen eine zentrale Rolle beim Schutz des Körpers vor schädlichen Einflüssen. Eine ausreichende Aktivität dieser Enzyme ist wichtig für:
- Den Abbau von Medikamenten und deren Nebenprodukten
- Die Neutralisierung von Umweltgiften wie Pestiziden oder Schwermetallen
- Den Abbau von Alkohol und anderen exogenen Substanzen
- Die Prävention von oxidativem Stress und damit verbundenen Erkrankungen
- Die Krebsprävention durch Inaktivierung von Karzinogenen
Einflussfaktoren auf Detoxenzyme
Die Aktivität von Detoxenzymen kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:
- Genetische Variationen (Polymorphismen): Manche Menschen haben genetisch bedingt eine veränderte Enzymaktivität, was die individuelle Verträglichkeit von Medikamenten oder Giftstoffen beeinflusst.
- Ernährung: Bestimmte Lebensmittel wie Brokkoli, Knoblauch oder Kurkuma können die Aktivität von Phase-II-Enzymen steigern. Grapefruits hingegen können CYP-Enzyme hemmen.
- Medikamente: Einige Arzneimittel sind starke Induktoren oder Inhibitoren von CYP-Enzymen und können so Wechselwirkungen auslösen.
- Alter und Geschlecht: Die Enzymaktivität kann sich mit dem Alter verändern und zwischen den Geschlechtern unterscheiden.
- Erkrankungen: Lebererkrankungen können die Kapazität der Detoxifikationsenzyme erheblich einschränken.
Detoxenzyme und Nährstoffe
Viele Detoxenzyme sind auf Cofaktoren und Nährstoffe angewiesen, um optimal zu funktionieren. Dazu gehören:
- Glutathion: Ein wichtiges Antioxidans und Substrat für GST; die Vorstufen Cystein, Glycin und Glutaminsäure sind essenziell
- B-Vitamine (insbesondere B2, B6, B12, Folsäure): Unterstützen enzymatische Methylierungsreaktionen
- Selen: Kofaktor der Glutathionperoxidase
- Zink und Kupfer: Kofaktoren der Superoxiddismutase
- Magnesium: Beteiligt an zahlreichen enzymatischen Reaktionen des Phase-II-Stoffwechsels
Quellen
- Hodgson E. (Hrsg.) - A Textbook of Modern Toxicology, 4. Auflage, Wiley-Blackwell (2010)
- Gonzalez FJ, Coughtrie M, Tukey RH - Drug Metabolism: Pharmacological and Toxicological Aspects. In: Brunton LL (Hrsg.), Goodman & Gilman's The Pharmacological Basis of Therapeutics, 13. Auflage, McGraw-Hill (2018)
- World Health Organization (WHO) - Principles and Methods for the Risk Assessment of Chemicals in Food. Environmental Health Criteria 240 (2009). Verfügbar unter: https://www.who.int
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