DMSO (Dimethylsulfoxid) - Wirkung und Anwendung
DMSO (Dimethylsulfoxid) ist eine organische Schwefelverbindung mit entzuendungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften, die in der Medizin und Forschung eingesetzt wird.
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DMSO (Dimethylsulfoxid) ist eine organische Schwefelverbindung mit entzuendungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften, die in der Medizin und Forschung eingesetzt wird.
Was ist DMSO?
DMSO (Dimethylsulfoxid) ist eine farblose, organische Schwefelverbindung mit der chemischen Formel (CH₃)₂SO. Die Substanz entsteht als Nebenprodukt der Holzstoffverarbeitung und besitzt die bemerkenswerte Eigenschaft, sehr schnell durch biologische Membranen und die Haut zu dringen. Aufgrund dieser Faehigkeit wird DMSO sowohl als therapeutischer Wirkstoff als auch als Traegerstoff (Vehikel) fuer andere Substanzen in der Medizin und Forschung eingesetzt.
Wirkmechanismus
DMSO entfaltet seine Wirkung ueber mehrere Mechanismen:
- Membrandurchdringung: DMSO kann biologische Membranen und die intakte Haut schnell passieren und dabei andere Wirkstoffe mitnehmen (Carrierfunktion).
- Entzuendungshemmung: Die Substanz hemmt Entzuendungsmediatoren und kann so Schwellungen und Roetungen reduzieren.
- Schmerzlinderung: DMSO wirkt analgetisch, indem es die Weiterleitung von Schmerzsignalen in den Nervenfasern beeinflussen kann.
- Antioxidative Wirkung: DMSO faengt freie Radikale ab (Radikalfaenger) und schuetzt Zellen dadurch vor oxidativem Stress.
- Kryoprotektive Wirkung: In der Zellbiologie und Labormedizin wird DMSO eingesetzt, um Zellen und Gewebe beim Einfrieren vor Schaeden zu schuetzen.
Medizinische Anwendung
Zugelassene Indikationen
In Deutschland und anderen Laendern ist DMSO in bestimmten Arzneimitteln zugelassen. Die bekannteste medizinische Anwendung ist die interstitielle Zystitis (chronische Blasenerkrankung), bei der DMSO direkt in die Blase eingetraeufelt wird, um Entzuendungen zu lindern. Darueber hinaus ist DMSO Bestandteil einiger topischer Zubereitungen zur Behandlung von Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Prellungen.
Einsatz in der Forschung und Zellbiologie
In Laboratorien weltweit wird DMSO als Kryoschutzmittel bei der Konservierung von Stammzellen, Blutprodukten und anderen Zellkulturen eingesetzt. Es verhindert die Bildung von Eiskristallen, die Zellen waehrend des Einfrierens zerstoeren koennen.
Alternative und komplementaere Anwendung
Ausserhalb zugelassener Indikationen wird DMSO von manchen Anwendern zur Behandlung von Arthritis, Sportverletzungen, Nervenschmerzen und weiteren Beschwerden verwendet. Diese Anwendungen sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und sollten nur nach aerztlicher Ruecksprache erfolgen.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die Konzentration und Darreichungsform von DMSO variiert je nach Anwendungsgebiet:
- Fuer topische (aeusserliche) Anwendungen werden haeufig Loesungen mit 50–90 % DMSO verwendet.
- Fuer die intravesikaele Anwendung (in die Blase) werden in der Regel 50%ige Loesungen eingesetzt.
- Die Anwendung sollte immer unter aerztlicher Aufsicht erfolgen, da DMSO andere Substanzen durch die Haut transportieren und deren Wirkung unbeabsichtigt verstaerken kann.
Nebenwirkungen und Sicherheitshinweise
DMSO gilt bei sachgemaesser Anwendung als vergleichsweise sicher, kann aber folgende Nebenwirkungen verursachen:
- Charakteristischer Knoblauchgeruch: Nach der Anwendung entsteht im Atem und am Koerper ein typischer, knoblauchartig-austernartiger Geruch, der durch das Abbauprodukt Dimethylsulfid entsteht.
- Hautreizungen: Roetung, Brennen, Juckreiz und Waermegefuehl an der Auftragsstelle sind haeufig.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Faellen koennen Ueberempfindlichkeitsreaktionen auftreten.
- Systemische Wirkungen: Bei hoher Dosierung oder ausgedehnter Anwendung koennen Kopfschmerzen, Schwindel und Uebelkeit auftreten.
- Interaktionen: Da DMSO die Hautpermeabilitaet stark erhoeht, koennen gleichzeitig aufgetragene Substanzen (auch Verunreinigungen) verstaerkt aufgenommen werden, was zu unerwarteten Reaktionen fuehren kann.
Gegenanzeigen
DMSO sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Ueberempfindlichkeit gegenueber DMSO
- Schwangerschaft und Stillzeit (mangelnde Sicherheitsdaten)
- Schweren Nieren- oder Leberfunktionsstoerungen
- Gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, deren verstaerkte Aufnahme gefaehrlich sein koennte
Quellen
- Brayton, C.F. (1986): Dimethyl sulfoxide (DMSO): a review. Cornell Veterinarian, 76(1):61-90.
- Europaeische Arzneimittel-Agentur (EMA): Beurteilungsberichte zu DMSO-haltigen Arzneimitteln. Verfuegbar unter: www.ema.europa.eu
- Santos, N.C. et al. (2003): Multidisciplinary utilization of dimethyl sulfoxide: pharmacological, cellular, and molecular aspects. Biochemical Pharmacology, 65(7):1035-1041.
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