Mastoidektomie – Eingriff, Indikation & Ablauf
Die Mastoidektomie ist ein chirurgischer Eingriff am Warzenfortsatz des Schläfenbeins zur Behandlung von Entzündungen oder Infektionen im Mittelohr- und Mastoidbereich.
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Die Mastoidektomie ist ein chirurgischer Eingriff am Warzenfortsatz des Schläfenbeins zur Behandlung von Entzündungen oder Infektionen im Mittelohr- und Mastoidbereich.
Was ist eine Mastoidektomie?
Die Mastoidektomie ist ein operative Eingriff der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO-Chirurgie), bei dem Zellen des Warzenfortsatzes (Mastoid) des Schläfenbeins entfernt werden. Der Warzenfortsatz ist ein knöcherner Vorsprung hinter der Ohrmuschel, der mit dem Mittelohr in Verbindung steht. Er enthält luftgefüllte Zellen, die bei bakteriellen Infektionen oder chronischen Entzündungen erkranken können. Der Eingriff wird durchgeführt, um infiziertes oder erkranktes Knochengewebe zu entfernen und Komplikationen zu verhindern.
Indikationen – Wann wird eine Mastoidektomie durchgeführt?
Die Mastoidektomie wird bei verschiedenen Erkrankungen des Mittelohrs und des Warzenfortsatzes eingesetzt. Zu den häufigsten Indikationen gehören:
- Mastoiditis: Eine bakterielle Infektion des Warzenfortsatzes, häufig als Komplikation einer nicht ausreichend behandelten Mittelohrentzündung (Otitis media).
- Cholesteatom: Eine gutartige, aber invasiv wachsende Gewebefehlbildung im Mittelohr oder Mastoid, die Knochen zerstören kann.
- Chronische Otitis media: Wiederkehrende oder anhaltende Entzündungen des Mittelohrs, die auf konservative Behandlung nicht ansprechen.
- Cochlea-Implantat-Implantation: Der Zugang zur Cochlea (Hörschnecke) erfolgt teilweise über eine Mastoidektomie.
- Komplikationen einer Mittelohrentzündung: Wie Meningitis, Hirnabszess oder Fazialisparese (Lähmung des Gesichtsnervs).
Arten der Mastoidektomie
Je nach Ausmaß der Erkrankung unterscheidet man verschiedene Operationsverfahren:
Einfache (kortikale) Mastoidektomie
Bei der einfachen oder kortikalen Mastoidektomie werden die erkrankten Mastoidzellen entfernt, während die Gehörknöchelchen und die Gehörgangswand erhalten bleiben. Dieses Verfahren wird häufig bei akuter Mastoiditis angewendet.
Radikale Mastoidektomie
Die radikale Mastoidektomie ist ein umfangreicherer Eingriff, bei dem neben den Mastoidzellen auch Teile der Mittelohrstrukturen und die hintere Gehörgangswand entfernt werden. Sie wird bei ausgedehnten Cholesteatomerkrankungen oder schwerwiegenden chronischen Infektionen eingesetzt.
Modifiziert radikale Mastoidektomie
Die modifiziert radikale Mastoidektomie ist ein Kompromiss zwischen dem einfachen und dem radikalen Verfahren. Die Gehörknöchelchen werden, soweit möglich, erhalten, um das Hörvermögen zu schützen.
Operationsablauf
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose. Der Chirurg legt einen Schnitt hinter der Ohrmuschel an, um Zugang zum Warzenfortsatz zu erhalten. Mit einem speziellen Bohrer wird das erkrankte Knochengewebe schonend abgetragen. Modernste Verfahren nutzen Mikroskope und endoskopische Techniken, um eine präzise und gewebeschonende Arbeit zu gewährleisten. Der Eingriff dauert in der Regel zwischen einer und drei Stunden.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der Mastoidektomie potenzielle Risiken:
- Hörverlust: Temporäre oder dauerhafte Beeinträchtigung des Hörvermögens.
- Fazialisparese: Vorübergehende oder seltene dauerhafte Lähmung des Gesichtsnervs (Nervus facialis), der in unmittelbarer Nähe des Operationsgebiets verläuft.
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen: Durch Beteiligung des Gleichgewichtsorgans.
- Tinnitus: Neu auftretende oder verstärkte Ohrgeräusche nach dem Eingriff.
- Infektionen und Wundheilungsstörungen.
- Liquoraustritt: Selten kann es zu einem Austritt von Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit kommen.
Nachsorge und Heilungsverlauf
Nach dem Eingriff verbleibt der Patient in der Regel ein bis mehrere Tage im Krankenhaus. Die Wunde wird mit einem Verband versorgt, der regelmäßig gewechselt wird. Während der Heilungsphase sollte kein Wasser ins Ohr gelangen. Kontrolluntersuchungen beim HNO-Arzt sind in den Wochen und Monaten nach der Operation wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen. Das vollständige Abheilen kann einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Bei Cholesteatomoperationen sind regelmäßige Langzeitkontrollen erforderlich, da ein Rückfall möglich ist.
Quellen
- Iro, H., Zenk, J.: HNO-Heilkunde. Springer Medizin Verlag, 2021.
- Lim, D.J. et al.: Mastoidectomy and Tympanoplasty. In: Otolaryngologic Clinics of North America, 2006; 39(5): 1031–1052.
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC): Leitlinie Mastoiditis, AWMF-Register Nr. 017/004, 2020.
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