Gallenblasenmotilität – Funktion & Störungen
Die Gallenblasenmotilität beschreibt die Fähigkeit der Gallenblase, sich zusammenzuziehen und Galle in den Darm abzugeben. Störungen können Verdauungsprobleme verursachen.
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Die Gallenblasenmotilität beschreibt die Fähigkeit der Gallenblase, sich zusammenzuziehen und Galle in den Darm abzugeben. Störungen können Verdauungsprobleme verursachen.
Was ist die Gallenblasenmotilität?
Die Gallenblasenmotilität bezeichnet die motorische Funktion der Gallenblase, also ihre Fähigkeit, sich rhythmisch zusammenzuziehen (zu kontrahieren) und zu erschlaffen (zu relaxieren). Dieser Prozess ermöglicht es der Gallenblase, die in ihr gespeicherte Gallenflüssigkeit gezielt in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abzugeben, wo sie für die Fettverdauung benötigt wird.
Die Gallenblase ist ein birnenförmiges Hohlorgan unter der Leber, das Galle konzentriert und speichert. Bei der Nahrungsaufnahme – insbesondere bei fettreichen Mahlzeiten – wird die Gallenblase durch hormonelle und nervale Signale zur Kontraktion angeregt, sodass Galle über den Gallengang in den Darm gelangt.
Steuerung der Gallenblasenmotilität
Die Bewegung der Gallenblase wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen und dem Nervensystem reguliert:
- Cholecystokinin (CCK): Dieses Hormon wird im Dünndarm als Reaktion auf Fett und Eiweiß in der Nahrung freigesetzt. Es ist der wichtigste Auslöser der Gallenblasenkontraktion und bewirkt gleichzeitig die Entspannung des Schließmuskels am Gallengang (Sphinkter Oddi).
- Motilin: Dieses Hormon fördert die Gallenblasenmotilität in nüchternem Zustand und sorgt dafür, dass die Gallenblase auch zwischen den Mahlzeiten entleert wird.
- Autonomes Nervensystem: Der Vagusnerv (Parasympathikus) fördert die Kontraktion, während der Sympathikus die Gallenblasenentleerung hemmt.
- Somatostatin: Dieses Hormon hemmt die Gallenblasenmotilität und verlangsamt die Galleabgabe.
Störungen der Gallenblasenmotilität
Eine gestörte Gallenblasenmotilität kann zu verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen führen:
Hypomotilität (verminderte Beweglichkeit)
Bei einer Hypomotilität zieht sich die Gallenblase zu schwach oder zu selten zusammen. Die Galle staut sich, konzentriert sich übermäßig und kann zur Bildung von Gallensteinen (Cholelithiasis) führen. Typische Symptome sind Völlegefühl, Blähungen und Schmerzen im rechten Oberbauch nach dem Essen.
Hypermotilität (gesteigerte Beweglichkeit)
Eine Hypermotilität äußert sich in übermäßig starken oder häufigen Kontraktionen. Sie kann krampfartige Schmerzen (Gallenkolik) verursachen und ist häufig mit Gallensteinleiden assoziiert, bei dem Steine in den Gallengang gedrückt werden.
Biliäre Dyskinesie
Die biliäre Dyskinesie ist eine funktionelle Störung der Gallenblasenmotilität ohne erkennbare strukturelle Ursache. Betroffene klagen über typische Gallenblasenbeschwerden wie Oberbauchschmerzen und Übelkeit, obwohl keine Gallensteine vorliegen. Die Diagnose erfolgt mittels Cholezystokinin-HIDA-Szintigraphie, bei der die Auswurffraktion der Gallenblase gemessen wird.
Diagnose von Motilitätsstörungen
Zur Beurteilung der Gallenblasenmotilität stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Ultraschall (Sonographie): Standardmethode zur Beurteilung der Gallenblasengröße vor und nach einer fetthaltigen Mahlzeit oder CCK-Stimulation.
- HIDA-Szintigraphie (hepatobiliäre Iminodiessigsäure-Szintigraphie): Nuklearmedizinische Untersuchung, die die Funktion und Entleerung der Gallenblase quantitativ bewertet. Eine Auswurffraktion unter 35–40 % gilt als pathologisch.
- MRT/MRCP: Magnetresonanztomographie zur Darstellung der Gallenwege ohne Strahlenbelastung.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Art und Ursache der Motilitätsstörung:
- Ernährungsumstellung: Reduktion fettreicher und schwer verdaulicher Speisen entlastet die Gallenblase und lindert Beschwerden.
- Medikamentöse Therapie: Spasmolytika (krampflösende Mittel) wie Butylscopolamin helfen bei Gallenkoliken. Bei Hypomotilität können prokinetische Substanzen eingesetzt werden.
- Ursodeoxycholsäure: Bei Gallensteinleiden kann diese Gallensäure zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen beitragen.
- Cholezystektomie: Bei schwerer biliärer Dyskinesie oder rezidivierenden Gallenkoliken ist die operative Entfernung der Gallenblase (meist laparoskopisch) oft die wirksamste Lösung.
Quellen
- Portincasa P, Moschetta A, Palasciano G. - Cholesterol gallstone disease. The Lancet, 368(9531):230-239, 2006.
- Behar J, Corazziari E, Guelrud M, et al. - Functional gallbladder and sphincter of Oddi disorders. Gastroenterology, 130(5):1498-1509, 2006.
- Stinton LM, Shaffer EA. - Epidemiology of gallbladder disease: cholelithiasis and cancer. Gut and Liver, 6(2):172-187, 2012.
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