Fettstoffwechselmarker – Bedeutung und Normalwerte
Fettstoffwechselmarker sind Blutwerte, die den Fettstoffwechsel des Körpers abbilden und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzeigen.
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Fettstoffwechselmarker sind Blutwerte, die den Fettstoffwechsel des Körpers abbilden und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzeigen.
Was sind Fettstoffwechselmarker?
Fettstoffwechselmarker sind labordiagnostische Messwerte im Blut, die Auskunft über den Stoffwechsel von Fetten (Lipiden) im menschlichen Körper geben. Sie helfen Ärzten dabei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu beurteilen und Erkrankungen wie die Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) zu erkennen. Die regelmäßige Bestimmung dieser Marker ist ein wichtiger Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung.
Die wichtigsten Fettstoffwechselmarker im Überblick
Gesamtcholesterin
Das Gesamtcholesterin ist die Summe aller Cholesterinfraktionen im Blut. Ein erhöhter Wert kann auf ein erhöhtes Herzerkrankungsrisiko hinweisen, sollte jedoch stets im Zusammenhang mit den einzelnen Cholesterinfraktionen bewertet werden. Der Referenzbereich für Erwachsene liegt laut europäischen Leitlinien idealerweise unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l).
LDL-Cholesterin
Das LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin) wird oft als das sogenannte schlechte Cholesterin bezeichnet, da erhöhte Werte zur Ablagerung von Fettplaques in den Gefäßwänden (Arteriosklerose) führen können. Zielwerte variieren je nach individuellem Risikoprofil des Patienten.
HDL-Cholesterin
Das HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein-Cholesterin) gilt als das sogenannte gute Cholesterin, da es überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen zur Leber transportiert und dort abbaut. Niedrige HDL-Werte gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wünschenswert sind Werte über 40 mg/dl bei Männern und über 50 mg/dl bei Frauen.
Triglyzeride
Triglyzeride (Neutralfette) sind die häufigste Form der im Blut transportierten Nahrungsfette. Erhöhte Triglyzeridwerte, insbesondere in Kombination mit niedrigem HDL-Cholesterin, erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Der Normalwert liegt unter 150 mg/dl.
Non-HDL-Cholesterin
Das Non-HDL-Cholesterin ergibt sich aus der Differenz von Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin. Es umfasst alle atherogenen (gefäßschädigenden) Lipoproteine und gilt als aussagekräftiger Risikomarker, besonders bei erhöhten Triglyzeridwerten.
Lipoprotein(a)
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein genetisch bedingter, eigenständiger Risikofaktor für Arteriosklerose und Herzerkrankungen. Im Gegensatz zu anderen Fettstoffwechselmarkern lässt sich Lp(a) kaum durch Lebensstiländerungen beeinflussen.
Apolipoproteine
Apolipoprotein B (ApoB) und Apolipoprotein A-I (ApoA-I) sind Eiweißbestandteile der Lipoproteine. ApoB spiegelt die Gesamtheit der atherogenen Partikel wider, während ApoA-I dem HDL-Cholesterin zugeordnet wird. Beide gelten als ergänzende Risikomarker.
Wann werden Fettstoffwechselmarker bestimmt?
Die Bestimmung der Fettstoffwechselmarker wird empfohlen bei:
- Routinevorsorgeuntersuchungen ab dem 35. Lebensjahr
- Bekannter familiärer Fettstoffwechselstörung
- Übergewicht oder Adipositas
- Diabetes mellitus oder Insulinresistenz
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Verdacht auf oder bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Kontrolle einer laufenden Therapie (z. B. mit Statinen)
Diagnose und Ablauf der Blutuntersuchung
Zur Bestimmung der Fettstoffwechselmarker wird in der Regel eine venöse Blutprobe entnommen. Da insbesondere Triglyzeride mahlzeitenabhängig stark schwanken, empfiehlt sich eine Blutabnahme nach einer Nüchternphase von mindestens 8 bis 12 Stunden. Die Werte werden in mg/dl oder mmol/l angegeben und anhand individueller Risikofaktoren bewertet.
Behandlung bei veränderten Fettstoffwechselmarkern
Lebensstiländerungen
Bei leicht erhöhten Werten stehen zunächst nicht-medikamentöse Maßnahmen im Vordergrund:
- Ernährungsumstellung: Reduzierung gesättigter Fettsäuren und Transfette, mehr Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren
- Regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche)
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Nikotinverzicht und Einschränkung des Alkoholkonsums
Medikamentöse Therapie
Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen, kommen lipidsenkende Medikamente zum Einsatz:
- Statine (z. B. Atorvastatin, Simvastatin): hemmen die körpereigene Cholesterinsynthese in der Leber
- Ezetimib: hemmt die Cholesterinaufnahme im Darm
- PCSK9-Inhibitoren: Antikörper, die den LDL-Cholesterin-Abbau in der Leber fördern
- Fibrate: senken vor allem erhöhte Triglyzeridwerte
Quellen
- Mach F. et al. - 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. European Heart Journal, 2020; 41(1): 111-188.
- World Health Organization (WHO) - Cardiovascular diseases (CVDs): Key facts. WHO, 2021. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds)
- Laufs U. et al. - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Hyperlipidämien. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, 2021.
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