Carotinoidsynthese: Biochemie, Funktion und Bedeutung
Die Carotinoidsynthese beschreibt die biochemische Bildung von Carotinoiden in Pflanzen, Algen und Mikroorganismen. Diese natuerlichen Farbstoffe sind fuer den menschlichen Stoffwechsel essenziell.
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Die Carotinoidsynthese beschreibt die biochemische Bildung von Carotinoiden in Pflanzen, Algen und Mikroorganismen. Diese natuerlichen Farbstoffe sind fuer den menschlichen Stoffwechsel essenziell.
Was ist die Carotinoidsynthese?
Die Carotinoidsynthese bezeichnet den biochemischen Prozess, durch den Pflanzen, Algen, Pilze und bestimmte Mikroorganismen Carotinoide herstellen. Carotinoide sind eine Gruppe natuerlicher Pigmente, die fuer die gelben, orangen und roten Farben vieler Fruechte und Gemuese verantwortlich sind. Der Mensch und Tiere koennen Carotinoide nicht selbst synthetisieren und muessen sie ueber die Nahrung aufnehmen.
Biochemischer Mechanismus der Carotinoidsynthese
Die Carotinoidsynthese laeuft ueber den sogenannten Methylerythritolphosphat-Weg (MEP-Weg), auch als 2-C-Methyl-D-Erythritol-4-Phosphat-Weg bekannt, in Plastiden (z. B. Chloroplasten) ab. Ausgangsstoffe sind einfache Vorstufen des Isoprenoidstoffwechsels.
Wichtige Syntheseschritte
- Bildung von Isopentenylpyrophosphat (IPP): Die Grundbausteine der Carotinoide werden aus dem MEP-Weg gewonnen.
- Kondensation zu Geranylgeranylpyrophosphat (GGPP): Vier IPP-Einheiten werden zu GGPP zusammengefuegt.
- Bildung von Phytoen: Zwei GGPP-Molekuele werden durch das Enzym Phytoen-Synthase zu dem farblosen Carotinoid Phytoen verbunden.
- Desaturierung zu Lycopin: Durch schrittweise Einfuehrung von Doppelbindungen durch Phytoen-Desaturase und weitere Enzyme entsteht das rote Pigment Lycopin.
- Zyklisierung zu Alpha- und Beta-Carotin: Lycopin wird durch Lycopin-Zyklase in Carotin-Formen umgewandelt, unter anderem in das bekannte Beta-Carotin.
- Bildung von Xanthophyllen: Durch Hydroxylierung und weitere Modifikationen entstehen sauerstoffhaltige Carotinoide wie Lutein, Zeaxanthin und Astaxanthin.
Bedeutung der Carotinoide fuer den menschlichen Koerper
Obwohl der Mensch keine eigene Carotinoidsynthese durchfuehren kann, spielen Carotinoide eine zentrale Rolle in der menschlichen Gesundheit. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen und entfalten im Koerper wichtige Wirkungen:
- Provitamin A: Beta-Carotin und einige andere Carotinoide koennen im Koerper in Vitamin A (Retinol) umgewandelt werden, das fuer das Sehvermoegen, das Immunsystem und die Hautgesundheit unentbehrlich ist.
- Antioxidative Wirkung: Carotinoide neutralisieren freie Radikale und schuetzen Zellen vor oxidativem Stress.
- Schutz der Augen: Lutein und Zeaxanthin reichern sich in der Netzhaut an und koennen das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) verringern.
- Entzuendungshemmung: Einige Carotinoide wie Astaxanthin wirken entzuendungshemmend und werden in der Nahrungsergaenzung eingesetzt.
Nahrungsquellen fuer Carotinoide
Da der Mensch Carotinoide nicht selbst synthetisieren kann, ist eine ausgewogene, pflanzenreiche Ernaehrung entscheidend. Besonders reichhaltige Quellen sind:
- Beta-Carotin: Karotten, Susskartoffeln, Kuerbis, Mangos, Aprikosen
- Lycopin: Tomaten, Wassermelonen, rosa Grapefruit
- Lutein und Zeaxanthin: Gruenkohlblaetter, Spinat, Mais, Paprika
- Astaxanthin: Lachs, Garnelen, Krebse (aus Algen synthetisiert)
Industrielle und biotechnologische Bedeutung
Die Carotinoidsynthese ist auch aus biotechnologischer und industrieller Sicht von grossem Interesse. Durch genetische Manipulation von Mikroorganismen wie Blakeslea trispora (Pilz), Dunaliella salina (Alge) oder bestimmten Hefestammen werden Carotinoide grossmassstablich produziert. Ein bekanntes Beispiel ist der Goldene Reis, bei dem Gene der Carotinoidsynthese in Reis eingebracht wurden, um Beta-Carotin anzureichern und so Vitamin-A-Mangel in Entwicklungslaendern zu bekaempfen.
Regulierung der Carotinoidsynthese
Die Carotinoidsynthese in Pflanzen wird durch verschiedene Faktoren reguliert:
- Licht: Bestrahlung mit Licht foerdert die Carotinoidproduktion, insbesondere in Chloroplasten.
- Temperatur: Niedrigere Temperaturen koennen die Synthese bestimmter Carotinoide erhoehen.
- Entwicklungsstadium: Waehrend der Reifung von Fruechten nimmt die Carotinoidproduktion stark zu (z. B. bei Tomaten und Paprika).
- Stressfaktoren: Oxidativer Stress oder Naehrstoffmangel koennen die Synthese ebenfalls beeinflussen.
Quellen
- Ruiz-Sola, M. A. und Rodriguez-Concepcion, M. (2012): Carotenoid Biosynthesis in Arabidopsis: A Colorful Pathway. In: The Arabidopsis Book, American Society of Plant Biologists.
- Britton, G., Liaaen-Jensen, S. und Pfander, H. (Hrsg.) (2004): Carotenoids Handbook. Birkhaeuser Verlag, Basel.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2009): Global prevalence of vitamin A deficiency in populations at risk 1995-2005. WHO Global Database on Vitamin A Deficiency. Genf: WHO Press.
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