Differentialblutbild – Bedeutung & Normwerte
Das Differentialblutbild ist eine Laboruntersuchung, die die verschiedenen weißen Blutkörperchen im Blut aufschlüsselt und bewertet. Es liefert wichtige Hinweise auf Infektionen, Erkrankungen des Immunsystems und Bluterkrankungen.
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Das Differentialblutbild ist eine Laboruntersuchung, die die verschiedenen weißen Blutkörperchen im Blut aufschlüsselt und bewertet. Es liefert wichtige Hinweise auf Infektionen, Erkrankungen des Immunsystems und Bluterkrankungen.
Was ist das Differentialblutbild?
Das Differentialblutbild (auch Differenzialblutbild) ist eine erweiterte Blutuntersuchung, die im Rahmen eines großen Blutbildes durchgeführt wird. Dabei wird die genaue Zusammensetzung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut bestimmt und prozentuell sowie absolut angegeben. Es handelt sich um ein wichtiges diagnostisches Werkzeug in der Medizin, das Ärzten hilft, Erkrankungen des Immunsystems, Infektionen und Bluterkrankungen zu erkennen und einzuordnen.
Welche Zellen werden untersucht?
Im Differentialblutbild werden die folgenden fünf Hauptgruppen der weißen Blutkörperchen analysiert:
- Neutrophile Granulozyten: Die häufigsten weißen Blutkörperchen; sie spielen eine zentrale Rolle bei der Abwehr bakterieller Infektionen.
- Lymphozyten: Wichtige Zellen des spezifischen Immunsystems, unterteilt in B- und T-Lymphozyten sowie natürliche Killerzellen.
- Monozyten: Große Fresszellen, die Krankheitserreger und Zelltrümmer beseitigen.
- Eosinophile Granulozyten: Beteiligt an allergischen Reaktionen und der Abwehr von Parasiten.
- Basophile Granulozyten: Die seltensten Leukozyten; sie spielen eine Rolle bei allergischen und entzündlichen Prozessen.
Wann wird das Differentialblutbild eingesetzt?
Das Differentialblutbild wird in vielen klinischen Situationen angeordnet, darunter:
- Verdacht auf bakterielle oder virale Infektionen
- Überwachung von Erkrankungen des Immunsystems (z. B. Autoimmunerkrankungen)
- Abklärung von Bluterkrankungen wie Leukämie oder Anämie
- Verlaufskontrolle bei Chemotherapie oder immunsuppressiver Behandlung
- Allergologische Abklärung (erhöhte Eosinophile)
- Routineuntersuchungen im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen
Wie wird das Differentialblutbild erstellt?
Für das Differentialblutbild wird eine venöse Blutprobe entnommen. Die Auswertung erfolgt heute meist automatisiert mithilfe spezieller Analysegeräte (Hämatologieanalysatoren). Bei auffälligen Befunden oder zur Qualitätskontrolle kann ein manuelles Differentialblutbild durch einen Medizinisch-Technischen Laborassistenten oder einen Hämatologen angefertigt werden, bei dem die Blutzellen unter dem Mikroskop betrachtet und ausgezählt werden.
Normwerte und Interpretation
Die Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren. Typische Normwerte für Erwachsene sind:
- Neutrophile: 50–70 % (absolut: 1,8–7,5 × 10⁹/l)
- Lymphozyten: 20–40 % (absolut: 1,0–4,0 × 10⁹/l)
- Monozyten: 2–8 % (absolut: 0,2–1,0 × 10⁹/l)
- Eosinophile: 1–4 % (absolut: 0,04–0,4 × 10⁹/l)
- Basophile: 0–1 % (absolut: 0,01–0,1 × 10⁹/l)
Abweichungen von diesen Werten können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen. Eine erhöhte Anzahl von Neutrophilen (Neutrophilie) deutet häufig auf eine bakterielle Infektion hin, während eine erhöhte Lymphozytenanzahl (Lymphozytose) typisch für virale Infektionen ist. Erhöhte Eosinophile (Eosinophilie) können auf Allergien oder Parasitenbefall hinweisen.
Häufige Auffälligkeiten und ihre Bedeutung
Erhöhte Werte
- Neutrophilie: Bakterielle Infektionen, Entzündungen, Stress, Kortikosteroid-Therapie
- Lymphozytose: Virale Infektionen (z. B. Mononukleose, COVID-19), chronische lymphatische Leukämie
- Eosinophilie: Allergien, Asthma, Parasiteninfektionen, bestimmte Medikamente
- Monozytose: Chronische Infektionen (z. B. Tuberkulose), entzündliche Darmerkrankungen
Erniedrigte Werte
- Neutropenie: Erhöhtes Infektionsrisiko; kann durch Chemotherapie, Autoimmunerkrankungen oder Knochenmarkerkrankungen verursacht werden
- Lymphopenie: HIV-Infektion, immunsuppressive Therapie, schwere Infektionen
Quellen
- Bain BJ, Bates I, Laffan MA. Dacie and Lewis Practical Haematology, 12th ed. Elsevier, 2017.
- World Health Organization (WHO). Use of Anticoagulants in Diagnostic Laboratory Investigations. WHO, 2002. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Thomas L (Hrsg.). Labor und Diagnose, 9. Auflage. TH-Books Verlagsgesellschaft, 2020.
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