Leuprolide (Leuprorelin) – Wirkung und Anwendung
Leuprolide (Leuprorelin) ist ein hormonell wirksames Medikament, das den Testosteron- und Oestrogenspiegel senkt und bei hormonsensitiven Erkrankungen wie Prostatakrebs und Endometriose eingesetzt wird.
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Leuprolide (Leuprorelin) ist ein hormonell wirksames Medikament, das den Testosteron- und Ostrogensp iegel senkt und bei hormonsensitiven Erkrankungen wie Prostatakrebs und Endometriose eingesetzt wird.
Was ist Leuprolide?
Leuprolide (auch bekannt als Leuprorelin) ist ein synthetisches Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH). Es wird in der Medizin eingesetzt, um die Produktion von Geschlechtshormonen wie Testosteron und Ostrogen im Koerper zu hemmen. Leuprolide gehoert zur Gruppe der GnRH-Agonisten und wird unter anderem unter den Handelsnamen Lupron und Enantone vertrieben.
Indikationen (Anwendungsgebiete)
Leuprolide wird bei einer Vielzahl von hormonabhaengigen Erkrankungen und Zustaenden eingesetzt:
- Prostatakarzinom: Hormonentzugstherapie bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakrebs
- Endometriose: Behandlung von Gewebewucherungen ausserhalb der Gebaermutter
- Uterusmyome: Verkleinerung von Gebaermuttermyomen vor einer Operation
- Zentrales vorzeitiges Pubertaetsbeginn (Pubertas praecox centralis): Verzoe gerung der fruehzeitigen Geschlechtsentwicklung bei Kindern
- Brustkrebs: In bestimmten Faellen als Teil der Hormontherapie
- Geschlechtsangleichende Behandlung: Als sogenannte Pubertaetsblockertherapie
Wirkmechanismus
Leuprolide ahmt das natuerliche GnRH nach, bindet jedoch mit hoeherer Affinitaet und laengerer Wirkdauer an den GnRH-Rezeptor in der Hirnanhangsdruese (Hypophyse). Bei kontinuierlicher Gabe fuehrt dies paradoxerweise zur Downregulation der GnRH-Rezeptoren und damit zur deutlichen Reduktion der Ausschuettung von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon). Die Folge ist ein starker Abfall der Geschlechtshormonspiegel:
- Bei Maennern sinkt der Testosteronspiegel auf Kastrationsniveau
- Bei Frauen sinkt der Oestrogenspiegel deutlich
Dieser Zustand wird als medikamentoeser Hypogonadismus bezeichnet und ist bei den meisten Indikationen der therapeutisch gewuenschte Effekt.
Dosierung und Anwendung
Leuprolide wird ausschliesslich parenteral verabreicht, da es bei oraler Einnahme abgebaut wird. Gaengige Darreichungsformen sind:
- Depot-Injektionen (subkutan oder intramuskul aer): monatlich, alle drei oder sechs Monate
- Implantate: Langzeitwirkende Praeparate unter die Haut
Die genaue Dosierung haengt von der Indikation, dem Alter und dem Koerpergewicht des Patienten ab und wird stets durch einen Arzt festgelegt.
Nebenwirkungen
Da Leuprolide den Geschlechtshormonspiegel stark senkt, sind viele Nebenwirkungen auf diesen Hormonentzug zurueckzufuehren:
- Hitzewallungen und Schweissausbr ueeche
- Libidoverlust und sexuelle Dysfunktion
- Osteoporose (Knochenabnahme bei Langzeitanwendung)
- Stimmungsschwankungen, Depressionen
- Bei Maennern: erektile Dysfunktion, Gynakoma stie (Brustgewebevergroesserung)
- Bei Frauen: Scheidentrockenheit, unregelmaessige Blutungen
- Zu Beginn der Therapie: Flaree-Effekt (voruebergehender Anstieg des Testosteronspiegels mit moeglicher Symptomverschlechterung)
Kontraindikationen und Wechselwirkungen
Leuprolide sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Ueberempfindlichkeit gegenueber GnRH-Analoga
- Ungeklaerter vaginaler Blutung
- Schwangerschaft und Stillzeit (ausser bei speziellen Indikationen unter strenger Nutzens-Risiko-Abwaegung)
Moegliche Wechselwirkungen bestehen mit Medikamenten, die das QT-Intervall verlaengern (z. B. bestimmte Antiarrhythmika), sowie mit anderen Hormontherapi en. Eine Ruecksprache mit dem behandelnden Arzt ist stets notwendig.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Produktinformationen zu Leuprorelin-haltigen Arzneimitteln. www.ema.europa.eu
- Dinnendahl, V. & Fricke, U. (Hrsg.): Arzneistoff-Profile. Govi-Verlag, Frankfurt am Main, aktuelle Ausgabe.
- National Cancer Institute (NCI): Leuprolide Acetate. cancer.gov, aufgerufen 2024.
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