Dermatitismarker – Biomarker bei Hautentzündung
Dermatitismarker sind Laborwerte und biologische Parameter, die zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Dermatitis eingesetzt werden.
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Dermatitismarker sind Laborwerte und biologische Parameter, die zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Dermatitis eingesetzt werden.
Was sind Dermatitismarker?
Dermatitismarker sind biologische Messwerte (Biomarker), die im Blut, im Gewebe oder auf der Hautoberfläche nachgewiesen werden können und Hinweise auf das Vorliegen, den Schweregrad sowie den Verlauf einer Dermatitis (Hautentzündung) geben. Sie helfen Ärzten dabei, die Diagnose zu sichern, den Krankheitsverlauf zu überwachen und das Ansprechen auf Therapien zu beurteilen.
Arten von Dermatitis und deren Marker
Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
Bei der atopischen Dermatitis handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit genetischer Komponente. Typische Biomarker umfassen:
- Gesamt-IgE: Erhöhte Immunglobulin-E-Werte im Blut weisen auf eine allergische Sensibilisierung hin.
- Spezifisches IgE: Nachweis von Antikörpern gegen bestimmte Allergene (z. B. Hausstaubmilben, Nahrungsmittel).
- TARC/CCL17 (Thymus and Activation Regulated Chemokine): Ein Zytokin, das bei aktiver atopischer Dermatitis stark erhöht ist und als sensitiver Marker für den Krankheitsschweregrad gilt.
- Eosinophile: Erhöhte eosinophile Granulozyten im Blutbild sind ein Hinweis auf allergische Entzündungsprozesse.
- IL-4, IL-13, IL-31: Interleukine, die zentrale Rollen in der Typ-2-Immunreaktion spielen und bei atopischer Dermatitis erhöht sind.
- Periostin: Ein Protein, das bei Typ-2-Entzündungen ausgeschüttet wird und mit dem Schweregrad der atopischen Dermatitis korreliert.
Kontaktdermatitis
Bei der allergischen Kontaktdermatitis stehen weniger spezifische Blutmarker im Vordergrund. Stattdessen wird die Diagnose primär klinisch und durch den Epikutantest (Patch-Test) gestellt. Histologische Marker aus Hautbiopsien zeigen typischerweise ein lymphozytäres Infiltrat.
Seborrhoische Dermatitis
Bei der seborrhoischen Dermatitis sind keine spezifischen Blutmarker etabliert. Die Diagnose erfolgt klinisch. In Forschungsstudien werden jedoch Marker für Pilzbesiedlung (insbesondere Malassezia-Spezies) und lokale Entzündungsreaktionen untersucht.
Klinische Bedeutung der Dermatitismarker
Dermatitismarker haben in der modernen Dermatologie eine zunehmend wichtige Rolle übernommen:
- Diagnoseunterstützung: Differenzierung zwischen verschiedenen Dermatitisformen sowie Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen.
- Schweregradbeurteilung: Insbesondere TARC/CCL17 und Gesamt-IgE korrelieren gut mit dem klinischen Schweregrad der atopischen Dermatitis.
- Therapiemonitoring: Der Rückgang von Markern wie TARC oder IL-13 unter Biologika-Therapie (z. B. Dupilumab) zeigt das Ansprechen auf die Behandlung an.
- Prädiktion: Bestimmte Marker können helfen, das Risiko für Krankheitsschübe oder Komplikationen vorherzusagen.
Diagnose und Laboruntersuchungen
Die Bestimmung von Dermatitismarkern erfolgt im Rahmen einer umfassenden diagnostischen Abklärung. Folgende Untersuchungen sind gängig:
- Blutbild mit Differenzialblutbild (Eosinophilenanteil)
- Serum-IgE (gesamt und spezifisch)
- Bestimmung von Zytokinen (IL-4, IL-13, IL-31, TARC) in spezialisierten Laboren
- Hautbiopsie mit histologischer und immunhistochemischer Untersuchung
- Epikutantest bei Verdacht auf Kontaktallergie
Therapeutische Relevanz
Das Wissen um spezifische Dermatitismarker hat die Entwicklung gezielter Therapien ermöglicht. Moderne Biologika wie Dupilumab blockieren gezielt die Signalwege von IL-4 und IL-13 und haben die Behandlung der mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis revolutioniert. Der Nachweis erhöhter Marker hilft dabei, geeignete Patienten für solche Therapien zu identifizieren.
Quellen
- Wollenberg, A. et al. - European guideline (EuroGuiDerm) on atopic eczema. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 2022.
- Egawa, G. & Kabashima, K. - Multifactorial skin barrier deficiency and atopic dermatitis. Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2016.
- Werfel, T. et al. - S2k-Leitlinie Neurodermitis. AWMF-Register Nr. 013-027, 2023.
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