Darmspiegelung (Koloskopie) – Ablauf und Vorsorge
Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Dickdarms mit einer Kamera. Sie dient der Früherkennung von Darmkrebs und der Diagnose von Darmerkrankungen.
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Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Dickdarms mit einer Kamera. Sie dient der Früherkennung von Darmkrebs und der Diagnose von Darmerkrankungen.
Was ist eine Darmspiegelung?
Die Darmspiegelung, medizinisch als Koloskopie bezeichnet, ist eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Kolon) und des letzten Abschnitts des Dünndarms. Dabei wird ein flexibler Schlauch mit einer integrierten Kamera – das sogenannte Koloskop – über den After in den Darm eingeführt. Auf einem Monitor kann der Arzt oder die Ärztin die Darmschleimhaut direkt betrachten und krankhafte Veränderungen erkennen.
Die Darmspiegelung gilt als das zuverlässigste Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs und zur Diagnose zahlreicher anderer Darmerkrankungen. In Deutschland wird sie ab dem 50. Lebensjahr als Kassenleistung zur Krebsvorsorge angeboten.
Wann wird eine Darmspiegelung durchgeführt?
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Darmspiegelung empfohlen wird:
- Krebsvorsorge: Früherkennung von Darmkrebs oder Darmpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen, die sich zu Krebs entwickeln können)
- Blut im Stuhl: Abklärung von sichtbarem oder nicht sichtbarem Blut im Stuhl
- Chronische Bauchschmerzen oder Durchfall: Ursachensuche bei anhaltenden Beschwerden
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Diagnose und Verlaufskontrolle bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Anämie unklarer Ursache: Abklärung von Blutarmut durch mögliche Darmblutungen
- Gewichtsverlust ohne erkennbaren Grund
- Nachsorge: Kontrolle nach einer Darmkrebsbehandlung oder Polypenentfernung
Wie läuft eine Darmspiegelung ab?
Vorbereitung
Für eine aussagekräftige Untersuchung muss der Darm vollständig geleert sein. Die Vorbereitung umfasst:
- Einnahme eines Abführmittels (Darmreinigungslösung) am Vortag und/oder am Untersuchungstag
- Einhaltung einer schlackenarmen Diät einige Tage vor der Untersuchung
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Absprechen von Medikamenten (z. B. Blutverdünner) mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin
Durchführung
Die Untersuchung selbst dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten. Auf Wunsch kann ein leichtes Beruhigungs- oder Schlafmittel (Sedierung) verabreicht werden, sodass die Untersuchung angenehmer verläuft. Das Koloskop wird behutsam durch den gesamten Dickdarm vorgeschoben. Um die Darmwände zu entfalten und besser einsehen zu können, wird Luft oder CO₂ in den Darm gepumpt. Der Arzt oder die Ärztin zieht das Gerät dann langsam zurück und untersucht dabei sorgfältig die Schleimhaut.
Eingriffe während der Untersuchung
Während der Darmspiegelung können gleichzeitig kleine Eingriffe durchgeführt werden, ohne dass eine separate Operation notwendig ist:
- Polypenabtragung (Polypektomie): Entfernung von Polypen mit einer kleinen Schlinge oder Zange
- Gewebeentnahme (Biopsie): Entnahme kleiner Gewebeproben zur weiteren Untersuchung im Labor
- Blutstillung: Behandlung von Blutungsquellen
Risiken und Nebenwirkungen
Die Darmspiegelung ist ein sicheres Verfahren, das von erfahrenem medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird. Mögliche, aber seltene Komplikationen sind:
- Darmwandverletzung (Perforation): Sehr selten, tritt bei etwa 1 von 1.000 bis 10.000 Untersuchungen auf
- Nachblutung: Besonders nach einer Polypenabtragung möglich
- Reaktionen auf das Beruhigungsmittel: Kreislaufprobleme oder allergische Reaktionen (sehr selten)
- Vorübergehende Blähungen und Bauchkrämpfe nach der Untersuchung durch die eingeblasene Luft
Nach einer Sedierung sollten Patientinnen und Patienten nicht selbst Auto fahren und sollten für den Rest des Tages begleitet werden.
Was zeigt eine Darmspiegelung?
Durch die Darmspiegelung können folgende Befunde festgestellt werden:
- Darmpolypen – gutartige Schleimhautwucherungen mit möglichem Krebsrisiko
- Darmkrebs (kolorektales Karzinom)
- Divertikel – Ausstülpungen der Darmwand
- Entzündungen bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Hämorrhoiden und andere gefäßbedingte Veränderungen
- Infektiöse Darmerkrankungen
Wie oft sollte man eine Darmspiegelung machen lassen?
Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge in Deutschland gilt:
- Ab dem 50. Lebensjahr: erste Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung
- Bei unauffälligem Befund: Wiederholung nach 10 Jahren
- Bei erhöhtem familiärem Risiko (z. B. Darmkrebs bei Eltern oder Geschwistern): Untersuchung früher und häufiger
- Bei Polypenentfernung: individuelle Kontrollintervalle je nach Anzahl, Größe und Art der Polypen
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI) – Krebs in Deutschland: Kolorektales Karzinom. Berlin, 2023.
- Leitlinienprogramm Onkologie – S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom. AWMF-Registernummer 021-007OL, 2019.
- Bundesministerium fuer Gesundheit – Krebsfrueherkennungsuntersuchungen in Deutschland. Berlin, 2022.
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