Glycin – Aminosäure, L-Glycin und der Mythos vom „veganen Kollagen“
Eine nicht-essentielle Aminosäure, die an der Proteinsynthese, der Entgiftung und der Unterstützung des zentralen Nervensystems beteiligt ist.
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Eine nicht-essentielle Aminosäure, die an der Proteinsynthese, der Entgiftung und der Unterstützung des zentralen Nervensystems beteiligt ist.
Glycin ist die einfachste proteinogene Aminosäure im menschlichen Körper und erfüllt zahlreiche biologische Funktionen. Es ist nicht-essentiell, das heißt, der Körper kann es selbst herstellen – spielt aber dennoch eine zentrale Rolle in der Kollagenbildung, im Nervensystem, bei Entgiftungsprozessen und im Zellstoffwechsel. Glycin macht rund ein Drittel der Aminosäuren Struktur von Kollagen aus, was seine Bedeutung für Bindegewebe, Haut, Knochen und Gelenke unterstreicht.
In Nahrungsergänzungsmitteln findet sich Glycin häufig in der L-Form, also als L-Glycin, die physiologisch aktive Variante, wie sie auch im Körper vorkommt. Diese Form wird synthetisch oder mikrobiell (z. B. durch Fermentation) hergestellt und ist vegan. Aus diesem Grund wird Glycin häufig als Bestandteil von „veganem Kollagen“ vermarktet – in Kombination mit anderen Aminosäuren und Vitaminen wie Prolin, Vitamin C oder Zink, die für die Kollagensynthese wichtig sind.
Diese Produkte vermitteln jedoch fälschlicherweise den Eindruck, echtes Kollagen ersetzen zu können. Denn Glycin allein reicht nicht aus, um die komplexe Struktur und Wirkung von tierischen Kollagenpeptiden zu imitieren. Die typischen gesundheitlichen Effekte – wie die Verbesserung von Hautelastizität, Gelenkfunktion oder Bindegewebsregeneration – beruhen auf synergetischen Peptidstrukturen, die nur im enzymatisch aufgeschlossenen Kollagenhydrolysat vorkommen. Reines Glycin kann den Körper beim Zellschutz oder Schlaf unterstützen, ist jedoch kein vollwertiger Ersatz für Kollagen – trotz seiner Bedeutung als Baustein.
Funktionen von Glycin im Körper:
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Hauptbaustein von Kollagen (zusammen mit Prolin und Hydroxyprolin)
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Neurotransmitter mit beruhigender Wirkung im zentralen Nervensystem
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Unterstützt die Glutathion-Synthese (zellulärer Antioxidansschutz)
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Beteiligung an der Entgiftung (z. B. Konjugation in der Leber)
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Cofaktor bei DNA- und Häm-Biosynthese
L-Glycin in Nahrungsergänzungsmitteln:
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Gut löslich in Wasser, neutraler Geschmack
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Einsatz bei Schlafproblemen, Nervosität oder leichten Entzündungen
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Bestandteil vieler „veganer Kollagenbooster“
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Als Einzelstoff physiologisch sinnvoll – aber kein echter Kollagenersatz
Kritik am Begriff „veganes Kollagen“ mit Glycin:
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Kollagen ist ein komplexes Tierprotein, das nicht in Pflanzen vorkommt
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Glycin ist nur ein Teilaspekt, nicht die funktionelle Struktur
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Die Bezeichnung suggeriert eine Wirkung, die wissenschaftlich nicht belegt ist
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Nur Kollagenhydrolysat liefert die spezifischen Peptide mit nachgewiesener Bioaktivität
Literaturhinweise:
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Wu, G. (2013). "Important roles of glycine in nutrition and health." Amino Acids.
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Zdzieblik, D. et al. (2015). "Oral supplementation of collagen peptides improves skin elasticity." Nutrients.
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2023). „Glycin und seine Rolle im Aminosäurestoffwechsel.“
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