Luteinisierendes Hormon (LH) – Funktion und Bedeutung
Das luteinisierende Hormon (LH) ist ein Gonadotropin der Hirnanhangsdrüse, das Eisprung, Menstruationszyklus und Testosteronproduktion steuert.
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Das luteinisierende Hormon (LH) ist ein Gonadotropin der Hirnanhangsdrüse, das Eisprung, Menstruationszyklus und Testosteronproduktion steuert.
Was ist das luteinisierende Hormon?
Das luteinisierende Hormon (LH) ist ein Glykoprotein-Hormon, das in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildet und ins Blut abgegeben wird. Es gehört zur Gruppe der Gonadotropine und spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Fortpflanzungsfunktionen sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Die Freisetzung von LH wird durch das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem Hypothalamus reguliert.
Wirkmechanismus
LH bindet an spezifische Rezeptoren in den Gonaden – den Eierstöcken bei Frauen und den Hoden bei Männern – und löst dort unterschiedliche physiologische Prozesse aus.
Wirkung bei Frauen
- LH stimuliert die Reifung des Follikels im Eierstock gemeinsam mit dem follikelstimulierenden Hormon (FSH).
- Ein rascher, starker Anstieg des LH-Spiegels – der sogenannte LH-Peak – löst den Eisprung (Ovulation) aus.
- Nach dem Eisprung fördert LH die Bildung des Gelbkörpers (Corpus luteum), der Progesteron produziert, um eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.
Wirkung bei Männern
- LH stimuliert die Leydig-Zellen in den Hoden zur Produktion von Testosteron.
- Testosteron ist essenziell für die Spermienproduktion (Spermatogenese) sowie für die Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale.
Klinische Bedeutung und LH-Messung
Der LH-Spiegel im Blut oder Urin wird in der medizinischen Diagnostik häufig gemessen, um Hormonstörungen zu erkennen und die Fruchtbarkeit zu beurteilen. Referenzwerte variieren je nach Geschlecht, Alter und Zyklusphase.
Normwerte (Orientierungswerte)
- Frauen (Follikelphase): ca. 2–15 IE/L
- Frauen (LH-Peak/Ovulation): ca. 22–105 IE/L
- Frauen (Lutealphase): ca. 0,6–19 IE/L
- Frauen (Postmenopause): ca. 16–64 IE/L
- Männer (erwachsen): ca. 1,7–8,6 IE/L
Erkrankungen und Störungen im Zusammenhang mit LH
Abweichungen des LH-Spiegels können auf verschiedene Erkrankungen oder Funktionsstörungen hinweisen:
Erhöhte LH-Werte
- Primäre Gonadeninrsuffizienz (z. B. vorzeitige Ovarialinsuffizienz, Klinefelter-Syndrom): Die Hypophyse schüttet mehr LH aus, weil die Gonaden unzureichend reagieren.
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Häufig erhöhtes LH-zu-FSH-Verhältnis.
- Menopause: Physiologisch erhöhte LH-Spiegel durch den Wegfall der ovariellen Rückkopplung.
Erniedrigte LH-Werte
- Hypothalamische oder hypophysäre Funktionsstörungen (z. B. Hyperprolaktinämie, Tumoren, starker Gewichtsverlust, extremer Sport): Verminderte GnRH-Ausschüttung führt zu niedrigen LH-Werten.
- Hypogonadotroper Hypogonadismus: Unzureichende LH-Freisetzung mit der Folge von Hormonmangel und eingeschränkter Fruchtbarkeit.
Diagnostischer Einsatz
Die LH-Messung erfolgt durch eine einfache Blutuntersuchung oder einen Urintest (z. B. bei Ovulationstests aus der Apotheke). In der Fertilitätsdiagnostik wird LH stets zusammen mit FSH, Östradiol, Prolaktin und weiteren Hormonen beurteilt. Der optimale Zeitpunkt der Blutentnahme bei Frauen richtet sich nach der jeweiligen Zyklusphase.
Therapeutische Bedeutung
Synthetisch hergestelltes LH oder LH-ähnliche Substanzen werden in der Reproduktionsmedizin eingesetzt, etwa bei der hormonellen Stimulation im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder bei der Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen. Auch GnRH-Analoga werden zur gezielten Steuerung der LH-Freisetzung verwendet, zum Beispiel in der Therapie von Endometriose oder Prostatakrebs.
Quellen
- Styne DM, Grumbach MM. Physiology and Disorders of Puberty. In: Melmed S et al. (Hrsg.): Williams Textbook of Endocrinology, 14. Auflage. Elsevier, 2020.
- World Health Organization (WHO). Laboratory Manual for the Examination and Processing of Human Semen. 6. Auflage. WHO Press, 2021. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Berga SL, Loucks TL. The diagnosis and treatment of stress-induced anovulation. Minerva Ginecologica. 2005;57(1):45-54. PubMed PMID: 15758865.
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