Dunphy-Zeichen – Klinisches Zeichen bei Appendizitis
Das Dunphy-Zeichen ist ein klinisches Untersuchungszeichen bei Verdacht auf Appendizitis: Husten verstärkt den Schmerz im rechten Unterbauch.
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Das Dunphy-Zeichen ist ein klinisches Untersuchungszeichen bei Verdacht auf Appendizitis: Husten verstärkt den Schmerz im rechten Unterbauch.
Was ist das Dunphy-Zeichen?
Das Dunphy-Zeichen ist ein klinisches Untersuchungszeichen, das bei der körperlichen Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) eingesetzt wird. Es beschreibt die Beobachtung, dass ein gezielter Hustenstoß des Patienten zu einer deutlichen Verstärkung des Schmerzes im rechten Unterbauch führt, insbesondere im Bereich des so genannten McBurney-Punktes – dem klassischen Druckschmerzpunkt bei Appendizitis.
Das Zeichen ist nach dem amerikanischen Chirurgen Hanford Dunphy benannt und gilt als einfach durchführbarer, bettseitiger Hinweis auf eine peritoneale Reizung, wie sie bei einer entzündeten Appendix vermiformis (Wurmfortsatz) auftreten kann.
Klinische Bedeutung
Das Dunphy-Zeichen gehört zu einer Reihe klinischer Untersuchungszeichen, die bei der Diagnose einer Appendizitis hilfreich sind. Eine peritoneale Reizung entsteht, wenn die Entzündung des Wurmfortsatzes auf das umgebende Bauchfell (Peritoneum) übergreift. Der Hustenstoß erzeugt eine kurze Druckerhöhung im Bauchraum und provoziert dadurch den charakteristischen Schmerz.
Ein positives Dunphy-Zeichen erhöht die klinische Wahrscheinlichkeit einer Appendizitis, ist jedoch für sich allein nicht beweisend. Es wird stets im Kontext weiterer klinischer Befunde, Laborwerte und bildgebender Verfahren bewertet.
Verwandte klinische Zeichen bei Appendizitis
- McBurney-Zeichen: Druckschmerz am McBurney-Punkt (Grenze zwischen äußerem und mittlerem Drittel der Linie von Nabel zu rechter Spina iliaca anterior superior).
- Blumberg-Zeichen: Kontralateraler Loslassschmerz – Schmerz im rechten Unterbauch beim raschen Loslassen des Drucks im linken Unterbauch.
- Rovsing-Zeichen: Schmerz im rechten Unterbauch beim Ausstreichen des Kolons von links nach rechts.
- Psoas-Zeichen: Schmerzzunahme bei Streckung des rechten Beines gegen Widerstand in Rückenlage.
- Obturator-Zeichen: Schmerz bei Innenrotation des rechten Beines in Rückenlage.
Diagnose der Appendizitis
Die Diagnose einer Appendizitis basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
- Klinische Untersuchung: Prüfung verschiedener Appendizitis-Zeichen, darunter das Dunphy-Zeichen.
- Laborwerte: Erhöhte Entzündungsparameter wie C-reaktives Protein (CRP) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen) deuten auf eine Entzündung hin.
- Bildgebung: Ultraschall des Abdomens als erste Wahl; bei Unklarheit ergänzend Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
- Alvarado-Score: Ein klinisches Scoring-System zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Appendizitis.
Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?
Starke oder zunehmende Schmerzen im rechten Unterbauch, besonders in Kombination mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl, sind ein dringlicher Anlass, sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen oder den Notruf zu rufen. Eine unbehandelte Appendizitis kann zu einer gefährlichen Perforation (Durchbruch des Wurmfortsatzes) und einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen.
Behandlung der Appendizitis
Die Standardbehandlung der akuten Appendizitis ist die operative Entfernung des Wurmfortsatzes, die sogenannte Appendektomie. Diese wird heute meist als minimal-invasiver Eingriff (laparoskopische Appendektomie) durchgeführt. In ausgewählten, unkomplizierten Fällen kann auch eine konservative Therapie mit Antibiotika erwogen werden, allerdings ist dabei das Risiko eines Rückfalls zu beachten.
Quellen
- Schwartz's Principles of Surgery, 11. Auflage – Brunicardi et al., McGraw-Hill Education, 2019.
- Petroianu A. - Diagnosis of acute appendicitis. International Journal of Surgery, 2012; 10(3): 115-119. PubMed PMID: 22349268.
- Paulsen F., Waschke J. (Hrsg.) - Sobotta Atlas der Anatomie, 24. Auflage, Urban & Fischer Verlag, 2017.
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