Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) – Symptome & Therapie
Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist eine chronische Erkrankung, bei der Mastzellen des Immunsystems unangemessen stark aktiviert werden und dadurch vielfältige Symptome auslösen.
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Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist eine chronische Erkrankung, bei der Mastzellen des Immunsystems unangemessen stark aktiviert werden und dadurch vielfältige Symptome auslösen.
Was ist das Mastzellaktivierungssyndrom?
Das Mastzellaktivierungssyndrom (kurz: MCAS) ist eine chronische Erkrankung des Immunsystems, bei der sogenannte Mastzellen wiederholt und übermäßig aktiviert werden. Mastzellen sind spezialisierte Immunzellen, die in nahezu allen Geweben des Körpers vorkommen und eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr und allergischen Reaktionen spielen. Bei MCAS schütten diese Zellen in unangemessener Menge Botenstoffe – sogenannte Mediatoren wie Histamin, Tryptase und Prostaglandine – aus, was zu einer Vielzahl von Beschwerden führt.
Ursachen
Die genauen Ursachen des Mastzellaktivierungssyndroms sind noch nicht vollständig geklärt. Man unterscheidet drei Hauptformen:
- Primäres MCAS: Ausgelöst durch eine klonale Vermehrung von Mastzellen, wie sie bei der Mastozytose oder bei bestimmten hämatologischen Erkrankungen vorkommt.
- Sekundäres MCAS: Mastzellen werden durch eine zugrunde liegende Erkrankung aktiviert, z. B. durch Allergien, chronische Infektionen oder Autoimmunerkrankungen.
- Idiopathisches MCAS: Es liegt keine klare Ursache vor; die Mastzellen reagieren ohne erkennbaren äußeren Auslöser überaktiv.
Mögliche Auslöser (Trigger) für eine Mastzellaktivierung sind Stress, Hitze, Kälte, bestimmte Lebensmittel, Medikamente, körperliche Anstrengung oder Infektionen.
Symptome
Das Mastzellaktivierungssyndrom ist bekannt für seine außerordentliche Vielgestaltigkeit der Symptome. Da Mastzellen in fast allen Organen vorkommen, können Beschwerden nahezu überall im Körper auftreten:
- Haut: Rötungen (Flush), Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Quaddeln
- Magen-Darm-Trakt: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen
- Atemwege: Kurzatmigkeit, Husten, verstopfte oder laufende Nase
- Herz-Kreislauf-System: Herzrasen (Tachykardie), niedriger Blutdruck, Schwindel bis hin zur Ohnmacht
- Neurologische Symptome: Konzentrationsschwierigkeiten (sog. Brain Fog), Kopfschmerzen, Fatigue
- Muskel- und Gelenkschmerzen
Im schwersten Fall kann es zu einer anaphylaktischen Reaktion kommen, die einen medizinischen Notfall darstellt.
Diagnose
Die Diagnose von MCAS ist aufgrund der unspezifischen Symptome oft schwierig und erfordert den Ausschluss anderer Erkrankungen. Die Diagnose wird anhand von drei Kriterien gestellt:
- Typische Symptome: Wiederkehrende Beschwerden, die mehrere Organsysteme betreffen.
- Labornachweis: Erhöhte Mastzellmediatoren im Blut oder Urin, insbesondere Tryptase, Histamin oder seine Abbauprodukte (z. B. Methylhistamin im Urin).
- Ansprechen auf Therapie: Verbesserung der Symptome durch Medikamente, die Mastzellen oder ihre Mediatoren hemmen (z. B. Antihistaminika).
Ergänzend können eine Knochenmarkbiopsie oder spezifische Gentests (z. B. KIT D816V-Mutation) eingesetzt werden, wenn eine primäre Mastozytose vermutet wird.
Behandlung
Eine Heilung des Mastzellaktivierungssyndroms ist derzeit nicht möglich; die Behandlung zielt auf die Kontrolle der Symptome und die Vermeidung von Auslösern ab.
Medikamentöse Therapie
- Antihistaminika (H1- und H2-Blocker): Hemmen die Wirkung von Histamin an den entsprechenden Rezeptoren und sind das Fundament der Behandlung.
- Mastzellstabilisatoren: Wirkstoffe wie Cromoglicinsäure verhindern die Ausschüttung von Mediatoren aus den Mastzellen.
- Leukotrienantagonisten: Hemmen eine weitere Gruppe von Entzündungsbotenstoffen.
- Kortikosteroide: Werden bei schweren Schüben kurzfristig eingesetzt.
- Adrenalin-Autoinjektor: Für Patienten mit dem Risiko einer Anaphylaxie zur Notfallbehandlung.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
- Führen eines Symptomtagebuchs zur Identifikation individueller Trigger
- Anpassung der Ernährung (z. B. histaminarme Kost)
- Stressmanagement und Vermeidung bekannter Auslöser
Quellen
- Valent P. et al. - Definitions, Criteria and Global Classification of Mast Cell Disorders with Special Reference to Mast Cell Activation Syndromes: A Consensus Proposal. International Archives of Allergy and Immunology, 2012.
- Akin C. - Mast cell activation syndromes. Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017.
- Molderings G.J. et al. - Mastzellaktivierungskrankheit: eine kurze übersichtliche Darstellung. Deutschen Medizinischen Wochenschrift, 2013.
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