Fettsäuredesaturase – Funktion und Bedeutung
Die Fettsäuredesaturase ist ein Enzym, das Fettsäuren durch Einführung von Doppelbindungen umwandelt. Sie spielt eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel und der Bildung essentieller mehrfach ungesättigter Fettsäuren.
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Die Fettsäuredesaturase ist ein Enzym, das Fettsäuren durch Einführung von Doppelbindungen umwandelt. Sie spielt eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel und der Bildung essentieller mehrfach ungesättigter Fettsäuren.
Was ist eine Fettsäuredesaturase?
Eine Fettsäuredesaturase ist ein Enzym, das in Zellen vorkommt und die chemische Struktur von Fettsäuren verändert, indem es sogenannte Doppelbindungen in die Kohlenstoffkette der Fettsäure einführt. Dieser Vorgang wird als Desaturierung bezeichnet. Durch die Einführung von Doppelbindungen werden aus gesättigten Fettsäuren ungesättigte Fettsäuren, die für den menschlichen Körper lebenswichtige Funktionen erfüllen.
Fettsäuredesaturasen kommen in nahezu allen Lebewesen vor, vom Menschen über Tiere bis hin zu Pflanzen und Mikroorganismen. Beim Menschen sind insbesondere die Enzyme FADS1 (Delta-5-Desaturase) und FADS2 (Delta-6-Desaturase) von Bedeutung, die für die Synthese von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren verantwortlich sind.
Wirkmechanismus
Fettsäuredesaturasen katalysieren eine Oxidationsreaktion, bei der zwei Wasserstoffatome aus der Fettsäurekette entfernt werden. Dabei entsteht eine neue Doppelbindung zwischen zwei benachbarten Kohlenstoffatomen. Die Reaktion erfordert Sauerstoff, NADH oder NADPH als Elektronendonor sowie ein Cytochrom-b5-System als Cofaktor.
Je nach Position, an der die Doppelbindung eingeführt wird, unterscheidet man verschiedene Desaturasen:
- Delta-9-Desaturase (SCD1/SCD2): Führt eine Doppelbindung an Position 9 der Fettsäure ein und wandelt z. B. Palmitinsäure in Palmitoleinsäure oder Stearinsäure in Ölsäure um.
- Delta-6-Desaturase (FADS2): Wichtig für die Umwandlung von Linolsäure (Omega-6) in Gamma-Linolensäure sowie von Alpha-Linolensäure (Omega-3) in Stearidonsäure.
- Delta-5-Desaturase (FADS1): Katalysiert die Umwandlung von Dihomo-Gamma-Linolensäure in Arachidonsäure sowie von Eicosatetraensäure in EPA (Eicosapentaensäure).
Biologische Bedeutung
Fettsäuredesaturasen sind entscheidend für die Biosynthese von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA), insbesondere von:
- Arachidonsäure (ARA, Omega-6): Vorläufer entzündungsaktiver Botenstoffe (Eicosanoide, Prostaglandine, Leukotriene).
- Eicosapentaensäure (EPA, Omega-3): Wichtig für die Herzgesundheit und entzündungshemmende Prozesse.
- Docosahexaensäure (DHA, Omega-3): Unverzichtbar für die Entwicklung und Funktion des Gehirns sowie der Netzhaut.
Da der menschliche Körper die essentiellen Fettsäuren Linolsäure (LA) und Alpha-Linolensäure (ALA) nicht selbst herstellen kann, ist er auf die Nahrungszufuhr dieser Fettsäuren angewiesen. Fettsäuredesaturasen verlängern und modifizieren diese Vorläufermoleküle anschließend zu den biologisch aktiven Langkettenformen.
Genetische Varianten und klinische Relevanz
Variationen im FADS1/FADS2-Genkomplex beeinflussen die Aktivität der Fettsäuredesaturasen erheblich. Bestimmte genetische Varianten (Polymorphismen, sog. SNPs) können dazu führen, dass die Umwandlung von Vorläuferfettsäuren in die aktiven Langkettenformen eingeschränkt ist. Dies hat Auswirkungen auf:
- Den Blutfettspiegel und das kardiovaskuläre Risiko
- Entzündungsreaktionen im Körper
- Die Gehirnentwicklung bei Säuglingen
- Das Risiko für metabolische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)
Menschen mit geringer Desaturase-Aktivität profitieren möglicherweise besonders von der direkten Zufuhr von EPA und DHA über Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl oder Algenöl, da ihr Körper diese nicht ausreichend aus pflanzlichen Omega-3-Quellen synthetisieren kann.
Fettsäuredesaturasen in der Ernährung
Die Aktivität der Fettsäuredesaturasen kann durch verschiedene Ernährungsfaktoren beeinflusst werden:
- Zinkmangel kann die Delta-6-Desaturase-Aktivität hemmen.
- Hoher Alkoholkonsum beeinträchtigt die Desaturasefunktion.
- Trans-Fettsäuren aus industriell gehärteten Fetten können Desaturasen kompetitiv hemmen.
- Insulin stimuliert die Expression von Desaturasen, weshalb bei Insulinresistenz die Fettsäuresynthese gestört sein kann.
Quellen
- Nakamura M.T., Nara T.Y. - Structure, Function, and Dietary Regulation of Delta6, Delta5, and Delta9 Desaturases. Annual Review of Nutrition, 2004.
- Simopoulos A.P. - The importance of the omega-6/omega-3 fatty acid ratio in cardiovascular disease and other chronic diseases. Experimental Biology and Medicine, 2008.
- Glaser C. et al. - Role of FADS1 and FADS2 polymorphisms in polyunsaturated fatty acid metabolism. Metabolism, 2010.
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