Magenentleerungsstörung – Ursachen & Behandlung
Eine Magenentleerungsstörung bezeichnet eine verzögerte oder gestörte Entleerung des Mageninhalts in den Dünndarm. Sie verursacht Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl und Erbrechen.
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Eine Magenentleerungsstörung bezeichnet eine verzögerte oder gestörte Entleerung des Mageninhalts in den Dünndarm. Sie verursacht Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl und Erbrechen.
Was ist eine Magenentleerungsstörung?
Eine Magenentleerungsstörung liegt vor, wenn der Mageninhalt nicht in der normalen Geschwindigkeit in den Dünndarm weitergeleitet wird. Der Fachbegriff für die häufigste Form, die verzögerte Magenentleerung, lautet Gastroparese (aus dem Griechischen: Magen-Lähmung). Dabei kontrahiert sich die Magenmuskulatur nicht ausreichend, um die Nahrung regulär weiter zu transportieren. In selteneren Fällen kann die Magenentleerung auch zu schnell erfolgen, was als Dumping-Syndrom bezeichnet wird.
Ursachen
Die Ursachen einer Magenentleerungsstörung sind vielfältig:
- Diabetes mellitus: Langfristig erhöhter Blutzucker schädigt den Nervus vagus (den wichtigsten Steuerungsnerv des Magens), was zu diabetischer Gastroparese führt.
- Neurologische Erkrankungen: Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfall können die Magennerven beeinträchtigen.
- Chirurgische Eingriffe: Operationen am Magen oder in der Bauchregion können Nervenbahnen dauerhaft schädigen.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Opioide, Anticholinergika oder bestimmte Antidepressiva verlangsamen die Magenentleerung.
- Funktionelle Störungen: Bei einem Teil der Betroffenen findet sich keine organische Ursache (idiopathische Gastroparese).
- Weitere Ursachen: Schilddrüsenerkrankungen, Bindegewebserkrankungen (z. B. Sklerodermie) oder Essstörungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Symptome
Die Beschwerden einer Magenentleerungsstörung können stark variieren und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Typische Symptome sind:
- Anhaltende Übelkeit und Erbrechen, oft von unverdauter Nahrung
- Völlegefühl schon nach kleinen Mahlzeiten (frühes Sättigungsgefühl)
- Blähungen und Aufstoßen
- Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch
- Ungewollter Gewichtsverlust durch unzureichende Nahrungsaufnahme
- Schwankungen des Blutzuckers (besonders bei Diabetikern)
Diagnose
Die Diagnose einer Magenentleerungsstörung erfordert eine sorgfältige Abklärung durch den Arzt:
- Magenszintigraphie: Dies ist der Goldstandard. Der Patient nimmt eine schwach radioaktiv markierte Mahlzeit zu sich, und eine Spezialkamera verfolgt, wie schnell der Mageninhalt entleert wird.
- Atemtest (13C-Octansäure-Atemtest): Eine nicht-radioaktive Alternative zur Messung der Magenentleerungsgeschwindigkeit.
- Magenspiegelung (Gastroskopie): Zum Ausschluss anderer Erkrankungen wie Magengeschwüre oder Tumore.
- Ultraschall: Kann ergänzende Hinweise auf die Magenentleerung geben.
- Laboruntersuchungen: Bestimmung von Blutzucker, Schilddrüsenwerten und anderen Parametern zur Ursachenfindung.
Behandlung
Ernährungsanpassung
Eine angepasste Ernährung ist die Basis jeder Therapie. Empfohlen werden:
- Kleine, häufige Mahlzeiten (5-6 pro Tag)
- Leicht verdauliche, fettarme und ballaststoffarme Kost
- Bevorzugung von flüssiger oder pürierter Nahrung
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Vermeidung von Alkohol und Nikotin
Medikamentöse Therapie
Zur Förderung der Magenentleerung werden sogenannte Prokinetika eingesetzt. Dazu gehören:
- Metoclopramid (MCP): Fördert die Darmbewegung und wirkt gegen Übelkeit.
- Domperidon: Ähnliche Wirkung wie Metoclopramid, jedoch mit weniger zentralnervösen Nebenwirkungen.
- Erythromycin: Ein Antibiotikum, das in niedrigen Dosen die Magenmotilität anregt.
Weitere Therapieoptionen
- Magenschrittmacher (gastrische elektrische Stimulation): Ein implantiertes Gerät, das elektrische Impulse an den Magenmuskel sendet und bei schwerer Gastroparese eingesetzt werden kann.
- Ernährungssonde: Bei schwerwiegenden Fällen kann eine jejunale Ernährungssonde (direkt in den Dünndarm) erforderlich sein.
- Behandlung der Grunderkrankung: Die Therapie der ursächlichen Erkrankung (z. B. Optimierung der Diabeteseinstellung) ist essenziell.
Quellen
- Camilleri M. et al. - Clinical Guideline: Management of Gastroparesis. American Journal of Gastroenterology, 2013; 108(1): 18-37.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - Leitlinien zur funktionellen Dyspepsie und Gastroparese, 2022.
- Lacy BE, Parkman HP, Camilleri M. - Chronic nausea and vomiting: evaluation and treatment. American Journal of Gastroenterology, 2018; 113(5): 647-659.
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