Bronchodilatation – Erweiterung der Atemwege
Bronchodilatation bezeichnet die Erweiterung der Atemwege in der Lunge. Sie erleichtert das Atmen und wird gezielt bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD eingesetzt.
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Bronchodilatation bezeichnet die Erweiterung der Atemwege in der Lunge. Sie erleichtert das Atmen und wird gezielt bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD eingesetzt.
Was ist Bronchodilatation?
Der Begriff Bronchodilatation beschreibt die Erweiterung (Dilatation) der Bronchien und Bronchiolen – also der Atemwege innerhalb der Lunge. Durch diese Erweiterung wird der Luftstrom in die Lunge verbessert, der Atemwegswiderstand verringert und das Atmen erleichtert. Das Gegenteil, die Bronchokonstriktion, bezeichnet die Verengung der Atemwege, wie sie bei Asthma oder allergischen Reaktionen auftritt.
Physiologischer Mechanismus
Die Weite der Bronchien wird durch die glatte Muskulatur in den Bronchialwänden reguliert. Verschiedene Signalmoleküle und Nervenreize bestimmen, ob sich diese Muskeln zusammenziehen oder entspannen:
- Sympathisches Nervensystem: Adrenalin und Noradrenalin binden an Beta-2-Adrenorezeptoren in der Bronchialmuskulatur und bewirken deren Entspannung – die Bronchien weiten sich.
- Parasympathisches Nervensystem: Acetylcholin bindet an Muskarin-Rezeptoren und verursacht eine Verengung der Atemwege.
- Entzündungsmediatoren: Substanzen wie Histamin oder Leukotriene, die bei allergischen Reaktionen freigesetzt werden, führen zu Bronchokonstriktion.
Klinische Bedeutung
Die Bronchodilatation ist besonders relevant bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, bei denen die Atemwege verengt sind und das Ausatmen erschwert wird. Zu den wichtigsten Erkrankungen gehören:
- Asthma bronchiale: Chronisch-entzündliche Erkrankung mit anfallsartiger Bronchokonstriktion
- COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Dauerhaft eingeschränkte Atemfunktion, meist durch Rauchen verursacht
- Akute Bronchitis: Vorübergehende Entzündung der Bronchien mit Schleimhautschwellung
- Anaphylaktische Reaktionen: Schwere allergische Reaktionen mit starker Bronchokonstriktion
Bronchodilatatoren – Medikamente zur Atemwegserweiterung
Bronchodilatatoren sind Medikamente, die gezielt eine Bronchodilatation auslösen. Sie werden hauptsächlich als Inhalationstherapie verabreicht und in verschiedene Klassen unterteilt:
Beta-2-Sympathomimetika
Diese Substanzen ahmen die Wirkung von Adrenalin nach und binden an Beta-2-Rezeptoren in der Bronchialmuskulatur. Man unterscheidet:
- Kurzwirksame Beta-2-Agonisten (SABA): z. B. Salbutamol – wirken innerhalb von Minuten und werden als Notfallmedikament eingesetzt
- Langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA): z. B. Formoterol, Salmeterol – halten 12 bis 24 Stunden an und dienen der Dauertherapie
Anticholinergika
Diese Wirkstoffe blockieren Muskarin-Rezeptoren und hemmen damit die bronchienverengende Wirkung des Parasympathikus. Beispiele sind Ipratropiumbromid (kurzwirksam) und Tiotropiumbromid (langwirksam). Sie sind besonders bei COPD wirksam.
Theophyllin
Theophyllin ist ein Methylxanthin, das durch Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase eine Bronchodilatation bewirkt. Es wird heute seltener eingesetzt, da es eine geringe therapeutische Breite hat und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweisen kann.
Bronchodilatation in der Diagnostik
In der Lungenfunktionsdiagnostik (Spirometrie) wird ein Bronchodilatationstest durchgeführt, um zu prüfen, ob eine Atemwegsobstruktion reversibel ist. Dabei wird die Lungenfunktion vor und nach Inhalation eines kurzwirksamen Bronchodilatators gemessen. Eine signifikante Verbesserung der Atemflusskurven spricht für Asthma bronchiale; bleibt die Verbesserung aus oder ist sie gering, deutet dies eher auf eine COPD hin.
Naturliche Bronchodilatation
Neben Medikamenten gibt es auch physiologische und naturliche Faktoren, die eine Bronchodilatation fördern:
- Körperliche Aktivität (über Adrenalinausschüttung)
- Tiefes, kontrolliertes Atmen und Atemübungen
- Warme, feuchte Luft (lindert Schleimhautschwellung)
- Bestimmte Inhaltsstoffe wie Menthol oder Eukalyptus (leichte schleimhautabschwellende Wirkung)
Quellen
- Global Initiative for Asthma (GINA) – Global Strategy for Asthma Management and Prevention, 2023. Verfügbar unter: https://ginasthma.org
- Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) – GOLD Report 2023. Verfügbar unter: https://goldcopd.org
- Mutschler, E. et al. – Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2019.
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