Gallenblasendrainage – Verfahren und Anwendung
Die Gallenblasendrainage ist ein medizinisches Verfahren zur Ableitung von Galle bei Erkrankungen der Gallenblase. Sie wird eingesetzt, wenn eine operative Entfernung nicht sofort möglich ist.
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Die Gallenblasendrainage ist ein medizinisches Verfahren zur Ableitung von Galle bei Erkrankungen der Gallenblase. Sie wird eingesetzt, wenn eine operative Entfernung nicht sofort möglich ist.
Was ist eine Gallenblasendrainage?
Die Gallenblasendrainage ist ein minimalinvasives medizinisches Verfahren, bei dem überschüssige oder infizierte Galle aus der Gallenblase nach außen abgeleitet wird. Ziel ist es, den Druck in der Gallenblase zu senken, eine Infektion zu behandeln oder den Patienten auf eine spätere Operation vorzubereiten. Das Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine sofortige chirurgische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) nicht möglich oder zu risikoreich ist.
Wann wird eine Gallenblasendrainage durchgeführt?
Eine Gallenblasendrainage wird in verschiedenen klinischen Situationen eingesetzt:
- Akute Cholezystitis: Entzündung der Gallenblase, oft durch Gallensteine verursacht, bei der eine sofortige Operation nicht durchgeführt werden kann.
- Cholangitis: Entzündung der Gallenwege, bei der eine Drainage zur Druckentlastung notwendig ist.
- Gallenblasenempyem: Eiteransammlung in der Gallenblase, die dringend entlastet werden muss.
- Tumorbedingte Obstruktion: Bei bösartigen Tumoren, die die Gallenwege blockieren und einen Gallenabfluss verhindern.
- Hochrisikopatienten: Patienten mit schweren Begleiterkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Nierenversagen), bei denen eine Narkose und Operation ein zu hohes Risiko darstellt.
Verfahren und Methoden
Es gibt verschiedene Techniken zur Gallenblasendrainage, die je nach klinischer Situation und Ausstattung des Krankenhauses eingesetzt werden:
Perkutane transhepatische Cholezystostomie (PTC)
Bei der perkutanen transhepatischen Cholezystostomie (PTC) wird unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle eine dünne Nadel durch die Haut und die Leber in die Gallenblase eingeführt. Anschließend wird ein dünner Schlauch (Drain oder Katheter) platziert, über den die Galle nach außen abfließen kann. Dies ist die häufigste Methode der Gallenblasendrainage.
Endoskopische Gallenblasendrainage
Bei der endoskopischen Methode wird ein flexibles Endoskop über den Mund in den Magen-Darm-Trakt eingeführt. Mithilfe eines Endosonographiegeräts (EUS) kann ein Drain durch die Magenwand oder den Zwölffingerdarm direkt in die Gallenblase platziert werden. Diese Methode ist besonders geeignet, wenn eine perkutane Drainage nicht möglich ist, z. B. bei Gerinnungsstörungen oder Aszites.
Chirurgische Cholezystostomie
In seltenen Fällen, wenn endoskopische und perkutane Verfahren nicht möglich sind, kann eine chirurgische Cholezystostomie durchgeführt werden. Dabei wird die Gallenblase operativ eröffnet und ein Drain eingelegt.
Ablauf des Eingriffs
Der Eingriff zur Gallenblasendrainage wird in der Regel in lokaler Betäubung und unter Bildgebungskontrolle (Ultraschall oder Durchleuchtung) durchgeführt. Der Patient erhält ein Schmerzmittel oder ein leichtes Beruhigungsmittel. Nach der Positionierung des Drains wird dieser mit einem Verband fixiert. Der Drain verbleibt so lange in der Gallenblase, bis sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat oder eine definitive Behandlung (z. B. Operation) möglich ist.
Nachsorge und Komplikationen
Nach einer Gallenblasendrainage sind regelmäßige Kontrollen des Drains sowie der Gallenmenge und -qualität notwendig. Die Pflege des Drains und des Einstichbereichs ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden.
Mögliche Komplikationen umfassen:
- Blutungen an der Einstichstelle
- Infektionen oder Abszessbildung
- Versehentliche Verletzung benachbarter Organe (z. B. Darm, Leber)
- Dislokation (Verrutschen) des Drains
- Galleleck (Gallenfistel)
- Pneumothorax (Luftansammlung im Brustkorb, selten)
Ergebnisse und weitere Behandlung
Die Gallenblasendrainage ist in den meisten Fällen ein temporäres Verfahren. Sobald sich der Allgemeinzustand des Patienten verbessert hat, wird in der Regel eine Cholezystektomie (operative Entfernung der Gallenblase) angestrebt, um das zugrundeliegende Problem dauerhaft zu lösen. Bei Patienten, bei denen eine Operation dauerhaft nicht möglich ist, kann die Drainage langfristig belassen oder durch andere palliative Maßnahmen ersetzt werden.
Quellen
- Ansaloni L. et al. - WSES Guidelines for acute calculous cholecystitis - World Journal of Emergency Surgery, 2016.
- Loozen C. S. et al. - Percutaneous cholecystostomy for acute cholecystitis in high-risk surgical patients - HPB (Oxford), 2018.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Gallensteinen, 2018.
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