Dehydroepiandrosteronspiegel – DHEA erklärt
Der Dehydroepiandrosteronspiegel gibt die Konzentration des Hormons DHEA im Blut an. DHEA ist ein wichtiges Steroidhormon der Nebenniere und beeinflusst Energie, Stimmung und Hormonhaushalt.
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Der Dehydroepiandrosteronspiegel gibt die Konzentration des Hormons DHEA im Blut an. DHEA ist ein wichtiges Steroidhormon der Nebenniere und beeinflusst Energie, Stimmung und Hormonhaushalt.
Was ist der Dehydroepiandrosteronspiegel?
Der Dehydroepiandrosteronspiegel (kurz: DHEA-Spiegel) beschreibt die Konzentration des Hormons Dehydroepiandrosteron (DHEA) im Blut. DHEA ist ein Steroidhormon, das hauptsächlich in der Nebennierenrinde produziert wird. Es gilt als eines der am häufigsten vorkommenden Steroidhormone im menschlichen Körper und dient als Vorläuferhormon (Prohormon) für die Bildung von Sexualhormonen wie Östrogen und Testosteron. Im Labor wird häufig die stabilere Sulfatform DHEA-S (Dehydroepiandrosteronsulfat) gemessen, da diese eine längere Halbwertszeit im Blut aufweist.
Biologische Bedeutung von DHEA
DHEA und sein Sulfat DHEA-S erfüllen im Körper vielfältige Funktionen:
- Vorstufe für die Synthese von Östrogenen und Androgenen (männliche Sexualhormone)
- Beteiligung an der Regulierung des Immunsystems
- Einfluss auf Stimmung, Wohlbefinden und kognitive Funktionen
- Mögliche Rolle beim Schutz vor Abbau von Muskelmasse und Knochendichte
- Beteiligung am Energiestoffwechsel
Der DHEA-Spiegel ist stark altersabhängig: Er erreicht seinen Höchststand im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren und nimmt danach kontinuierlich ab. Mit 70 bis 80 Jahren beträgt der Spiegel nur noch etwa 10 bis 20 Prozent des Jugendwertes. Dieser Rückgang wird als Adrenopause bezeichnet.
Normwerte des Dehydroepiandrosteronspiegels
Die Referenzwerte für den DHEA-S-Spiegel variieren je nach Alter und Geschlecht. Typische Richtwerte für DHEA-S im Blutserum sind:
- Frauen (20–29 Jahre): ca. 65–380 µg/dl
- Männer (20–29 Jahre): ca. 280–640 µg/dl
- Frauen (ab 60 Jahre): ca. 20–130 µg/dl
- Männer (ab 60 Jahre): ca. 50–240 µg/dl
Die genauen Referenzbereiche können je nach Labor und Messmethode leicht abweichen. Die Interpretation sollte immer durch einen Arzt oder eine Ärztin im klinischen Kontext erfolgen.
Ursachen eines veränderten DHEA-Spiegels
Niedriger DHEA-Spiegel
Ein erniedrigter Dehydroepiandrosteronspiegel kann auf folgende Ursachen zurückzuführen sein:
- Altersbedingte Abnahme (Adrenopause)
- Nebenniereninsuffizienz (z. B. Morbus Addison)
- Chronischer Stress und erhöhte Cortisolproduktion
- Hypothalamisch-hypophysäre Erkrankungen
- Langfristige Einnahme von Kortikosteroiden
- Chronische Erkrankungen und Entzündungsprozesse
Erhöhter DHEA-Spiegel
Ein überhöhter DHEA-Spiegel kann hinweisen auf:
- Nebennierenrindentumoren oder -hyperplasie
- Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
- Angeborene Nebennierenrindenhyperplasie (AGS)
- Einnahme von DHEA-Präparaten (Nahrungsergänzungsmittel)
- Bestimmte Formen von Cushing-Syndrom
Diagnose: Messung des DHEA-Spiegels
Die Bestimmung des Dehydroepiandrosteronspiegels erfolgt über eine einfache Blutuntersuchung. In der Regel wird dabei das Serum auf DHEA-S analysiert, da dieses stabiler ist als freies DHEA. Die Blutentnahme sollte idealerweise morgens und nüchtern erfolgen, da der DHEA-Spiegel tageszeitlichen Schwankungen unterliegen kann. Ergänzend können weitere Hormonspiegel wie Cortisol, FSH, LH, Testosteron oder Östradiol bestimmt werden, um ein vollständiges hormonelles Bild zu erhalten.
Klinische Relevanz und Behandlung
Die klinische Bedeutung des DHEA-Spiegels ist Gegenstand laufender Forschung. In der Schulmedizin wird die DHEA-Substitutionstherapie vor allem bei nachgewiesener Nebenniereninsuffizienz eingesetzt. Darüber hinaus wird DHEA in einigen Ländern als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet und mit positiven Effekten auf Energie, Libido, Gedächtnis und Immunfunktion beworben. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Anwendungen ist jedoch begrenzt und nicht abschließend gesichert.
Bei einem klinisch relevanten Mangel kann eine ärztlich überwachte DHEA-Supplementierung in Betracht gezogen werden. Selbstmedikation ohne ärztliche Kontrolle wird nicht empfohlen, da ein Überschuss an DHEA Nebenwirkungen wie Akne, Haarausfall, Stimmungsschwankungen oder hormonell bedingte Beschwerden verursachen kann.
Quellen
- Arlt W. - Dehydroepiandrosterone and ageing. Best Practice and Research Clinical Endocrinology and Metabolism, 2004; 18(3): 363–380.
- Burger HG. - Androgen production in women. Fertility and Sterility, 2002; 77(Suppl 4): S3–S5.
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Nebennierenerkrankungen, 2022. Verfügbar unter: www.endokrinologie.net
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