Kalziumstoffwechselstörung – Ursachen & Behandlung
Eine Kalziumstoffwechselstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht des Kalziumspiegels im Blut, das zu Hyper- oder Hypokalzämie führen kann und vielfältige Organe betrifft.
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Eine Kalziumstoffwechselstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht des Kalziumspiegels im Blut, das zu Hyper- oder Hypokalzämie führen kann und vielfältige Organe betrifft.
Was ist eine Kalziumstoffwechselstörung?
Eine Kalziumstoffwechselstörung (auch Calciumstoffwechselstörung) bezeichnet eine krankhafte Veränderung der Regulationsmechanismen, die den Kalziumspiegel im Blut und in den Körpergeweben aufrechterhalten. Kalzium ist ein lebenswichtiges Mineral, das für die Funktion von Muskeln, Nerven, Herz und Knochen unentbehrlich ist. Der normale Kalziumspiegel im Blut liegt bei Erwachsenen zwischen 2,2 und 2,6 mmol/l. Abweichungen nach oben (Hyperkalzämie) oder nach unten (Hypokalzämie) können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.
Ursachen
Die Ursachen einer Kalziumstoffwechselstörung sind vielfältig und betreffen häufig das Zusammenspiel von Parathormon (PTH), Vitamin D und Kalzitonin – den drei wichtigsten Regulatoren des Kalziumhaushalts.
Ursachen einer Hypokalzämie (zu niedriger Kalziumspiegel)
- Hypoparathyreoidismus (verminderte PTH-Ausschüttung)
- Vitamin-D-Mangel oder -Verwertungsstörung
- Chronische Nierenerkrankungen
- Malabsorptionssyndrome (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn)
- Akute Pankreatitis
- Magnesiummangel
- Bestimmte Medikamente (z. B. Bisphosphonate, Schleifendiuretika)
Ursachen einer Hyperkalzämie (zu hoher Kalziumspiegel)
- Primärer Hyperparathyreoidismus (häufigste Ursache)
- Maligne Tumorerkrankungen (z. B. Knochenmetastasen, Multiples Myelom)
- Überdosierung von Vitamin D oder Kalziumpräparaten
- Sarkoidose und andere granulomatöse Erkrankungen
- Immobilisation
- Thiaziddiuretika
Symptome
Symptome der Hypokalzämie
- Muskelkrämpfe und Tetanie (unwillkürliche Muskelzuckungen)
- Kribbeln und Taubheitsgefühl, besonders in Händen, Füßen und um den Mund
- Herzrhythmusstörungen
- Krampfanfälle
- Psychische Symptome wie Angst, Depressionen oder Verwirrtheit
- Brüchige Nägel und trockene Haut bei chronischem Verlauf
Symptome der Hyperkalzämie
- Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung
- Vermehrter Durst und häufiges Wasserlassen
- Muskelschwäche und Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit
- Nierensteine
- Im schweren Fall: Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit (hyperkalzämische Krise)
Diagnose
Die Diagnose einer Kalziumstoffwechselstörung erfolgt in erster Linie durch eine Blutuntersuchung, bei der der Gesamtkalzium- und ionisierte Kalziumspiegel bestimmt werden. Zusätzlich werden folgende Parameter untersucht:
- Parathormon (PTH) im Blut
- Vitamin D (25-OH-Vitamin D und 1,25-OH-Vitamin D)
- Phosphat, Magnesium und Albumin
- Nierenfunktionswerte (Kreatinin, Harnstoff)
- Kalziumausscheidung im 24-Stunden-Urin
Bildgebende Verfahren wie Knochendichtemessung (DXA), Nierensonographie oder Szintigraphie der Nebenschilddrüsen können je nach Verdachtsdiagnose ergänzt werden.
Behandlung
Behandlung der Hypokalzämie
Bei leichter Hypokalzämie erfolgt die Behandlung durch orale Kalzium- und Vitamin-D-Supplementierung. Bei schwerem oder akutem Kalziummangel (z. B. symptomatische Tetanie) ist eine intravenöse Kalziumgabe notwendig. Die zugrunde liegende Ursache muss parallel behandelt werden, etwa durch Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenhormone bei Hypoparathyreoidismus.
Behandlung der Hyperkalzämie
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Leichte Hyperkalzämie kann durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Vermeidung kalziumreicher Ernährung behandelt werden. Bei schwerer Hyperkalzämie kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:
- Intravenöse Flüssigkeitsgabe (Rehydrierung)
- Schleifendiuretika zur Förderung der Kalziumausscheidung
- Bisphosphonate oder Denosumab bei tumorbedingter Hyperkalzämie
- Kalzitonin zur raschen Senkung des Kalziumspiegels
- Hämodialyse bei lebensbedrohlicher Hyperkalzämie
- Operative Entfernung überfunktionierender Nebenschilddrüsen bei primärem Hyperparathyreoidismus
Quellen
- Bilezikian JP et al. - Guidelines for the Management of Asymptomatic Primary Hyperparathyroidism. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2022.
- Shoback D et al. - Hypoparathyroidism: Epidemiology, Diagnosis, Pathophysiology, Target-Organ Involvement, Treatment, and Challenges for Future Research. Journal of Bone and Mineral Research, 2016.
- World Health Organization (WHO) - Calcium and Vitamin D: Health significance and recommended intake. WHO Technical Report, Geneva.
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