Lactulose: Wirkung, Anwendung & Dosierung
Lactulose ist ein synthetischer Zweifachzucker, der als Abführmittel und bei hepatischer Enzephalopathie eingesetzt wird. Sie wirkt im Darm osmotisch und wird nicht vom Körper aufgenommen.
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Lactulose ist ein synthetischer Zweifachzucker, der als Abführmittel und bei hepatischer Enzephalopathie eingesetzt wird. Sie wirkt im Darm osmotisch und wird nicht vom Körper aufgenommen.
Was ist Lactulose?
Lactulose ist ein synthetisch hergestelltes Disaccharid (Zweifachzucker), das aus den Zuckermolekülen Galaktose und Fruktose besteht. Es wird vom menschlichen Dünndarm nicht resorbiert und gelangt daher unverdaut in den Dickdarm, wo es seine therapeutische Wirkung entfaltet. Lactulose ist als verschreibungspflichtiges und rezeptfreies Arzneimittel in Form von Sirup oder Pulver erhältlich.
Wirkmechanismus
Lactulose wird im Dickdarm durch Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren (hauptsächlich Laktat und Acetat) sowie zu Gasen (Kohlendioxid, Wasserstoff) abgebaut. Dieser Prozess hat zwei wesentliche Effekte:
- Osmotischer Effekt: Die entstehenden Stoffwechselprodukte binden Wasser im Darmlumen, erhöhen das Stuhlvolumen und regen die Darmbewegung (Peristaltik) an, was zu einem weicheren und leichter ausscheidbaren Stuhl führt.
- Ansäuerung des Darmmilieus: Der pH-Wert im Dickdarm sinkt, was die Umwandlung von giftigem Ammoniak (NH₃) in das nicht resorbierbare Ammoniumion (NH₄⁺) fördert. Dadurch wird weniger Ammoniak ins Blut aufgenommen, was bei der Behandlung der hepatischen Enzephalopathie von zentraler Bedeutung ist.
Anwendungsgebiete
Verstopfung (Obstipation)
Lactulose wird häufig zur Behandlung von akuter und chronischer Verstopfung eingesetzt. Sie eignet sich besonders für Patienten, die schonende Abführmittel benötigen, wie ältere Menschen, Schwangere und Kinder.
Hepatische Enzephalopathie
Bei Lebererkrankungen kann die Leber anfallenden Ammoniak nicht mehr ausreichend entgiften. Erhöhte Ammoniakwerte im Blut können zu Bewusstseinsstörungen und neurologischen Symptomen führen (hepatische Enzephalopathie). Lactulose senkt durch die Ansäuerung des Darminhalts die Ammoniakaufnahme und wird daher zur Vorbeugung und Behandlung dieser Komplikation eingesetzt.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Lactulose richtet sich nach dem Anwendungsgebiet und dem individuellen Ansprechen des Patienten:
- Verstopfung (Erwachsene): In der Regel 15–30 ml Sirup (entspricht 10–20 g Lactulose) täglich, aufgeteilt auf ein bis zwei Einnahmen. Die Dosis kann nach Bedarf angepasst werden.
- Hepatische Enzephalopathie: Höhere Dosen von bis zu 90 ml täglich (in drei bis vier Einzeldosen) können notwendig sein, um 2–3 weiche Stühle pro Tag zu erzielen.
- Kinder: Die Dosierung wird nach Körpergewicht und Alter angepasst und sollte ärztlich begleitet werden.
Lactulose sollte ausreichend Wasser getrunken werden, um den osmotischen Effekt zu unterstützen. Die volle Wirkung tritt in der Regel nach 24–48 Stunden ein.
Nebenwirkungen
Lactulose wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Blähungen und Flatulenz (besonders zu Beginn der Behandlung)
- Bauchkrämpfe und Übelkeit
- Durchfall bei zu hoher Dosierung
- Bei langfristiger Anwendung hoher Dosen: Elektrolytverluste (z. B. Kalium), insbesondere bei älteren Patienten
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Lactulose sollte nicht angewendet werden bei:
- Galaktosämie (angeborene Störung des Galaktosestoffwechsels)
- Bekannter Unverträglichkeit gegenüber Lactulose oder einem der Hilfsstoffe
- Darmverschluss (Ileus)
Bei Diabetikern ist Vorsicht geboten, da Lactulose geringe Mengen an freier Galaktose und Fruktose enthalten kann. Bei längerfristiger Anwendung empfiehlt sich eine ärztliche Kontrolle des Elektrolythaushalts.
Wechselwirkungen
Lactulose kann die Resorption anderer Arzneimittel beeinflussen. Insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika kann die Wirkung von Lactulose bei hepatischer Enzephalopathie verstärkt oder abgeschwächt werden, da Antibiotika die Darmflora verändern, die für den Abbau der Lactulose notwendig ist.
Quellen
- World Health Organization (WHO) - Model Formulary 2023: Lactulose. Genf: WHO Press.
- Sharma, B.C. et al. - Lactulose and rifaximin for hepatic encephalopathy. New England Journal of Medicine, 2013; 369:1071–1073.
- Fachinformation Lactulose-ratiopharm, Stand 2022. ratiopharm GmbH, Ulm.
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