Hirntumor: Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Hirntumor ist eine Gewebewucherung im Gehirn, die gutartig oder bösartig sein kann. Symptome wie Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Sehstörungen erfordern rasche ärztliche Abklärung.
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Ein Hirntumor ist eine Gewebewucherung im Gehirn, die gutartig oder bösartig sein kann. Symptome wie Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Sehstörungen erfordern rasche ärztliche Abklärung.
Was ist ein Hirntumor?
Ein Hirntumor ist eine abnorme Gewebewucherung, die im Gehirn oder in seinen unmittelbaren Umgebungsstrukturen entsteht. Solche Tumore können primär sein, das heißt sie entstehen direkt im Hirngewebe, oder sekundär (Metastasen), wenn sich Krebszellen aus einem anderen Organ im Gehirn ansiedeln. Primäre Hirntumore werden nach ihrer Herkunftszelle benannt, wobei Gliome (z. B. Glioblastome, Astrozytome) und Meningeome zu den häufigsten Formen gehören. Hirntumore können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein, wobei selbst gutartige Tumore durch ihr Wachstum im begrenzten Raum des Schädels lebensbedrohlich werden können.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Hirntumors sind in vielen Fällen nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren können das Risiko erhöhen:
- Ionisierende Strahlung: Eine frühere Strahlentherapie am Kopf gilt als gesicherter Risikofaktor.
- Genetische Erkrankungen: Bestimmte erbliche Syndrome wie Neurofibromatose Typ 1 und 2, das Li-Fraumeni-Syndrom oder die tuberöse Sklerose erhöhen das Risiko.
- Immunschwäche: Personen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch HIV oder nach einer Organtransplantation, haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Hirntumorarten.
- Alter: Einige Tumorarten wie das Glioblastom treten häufiger im höheren Erwachsenenalter auf, während andere wie Medulloblastome eher Kinder betreffen.
Ein eindeutiger Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen oder bestimmten Umweltgiften konnte wissenschaftlich bislang nicht belegt werden.
Symptome
Die Symptome eines Hirntumors hängen stark von seiner Lage, Größe und Wachstumsgeschwindigkeit ab. Häufige Beschwerden sind:
- Kopfschmerzen: Oft morgens besonders stark, häufig begleitet von Übelkeit und Erbrechen (Zeichen eines erhöhten Hirndrucks).
- Krampfanfälle: Neu auftretende epileptische Anfälle bei Erwachsenen sind ein wichtiges Warnsignal.
- Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen oder Sehstörungen, die von der betroffenen Hirnregion abhängen.
- Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen: Veränderungen in der Stimmung, im Denken oder im Verhalten können auf einen Tumor im Frontallappen hinweisen.
- Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme: Kognitive Beeinträchtigungen treten häufig auf.
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen: Besonders bei Tumoren im Kleinhirn oder Hirnstamm.
Diagnose
Die Diagnose eines Hirntumors erfolgt durch eine Kombination aus neurologischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
- MRT (Magnetresonanztomographie): Die wichtigste Untersuchungsmethode zur genauen Darstellung von Lage, Größe und Beschaffenheit des Tumors, oft mit Kontrastmittel.
- CT (Computertomographie): Wird häufig in der Notfalldiagnostik eingesetzt.
- Biopsie: Die Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen (histologischen) und molekularpathologischen Untersuchung ist für die endgültige Diagnose und Therapieplanung unerlässlich.
- PET (Positronenemissionstomographie): Kann ergänzend zur Beurteilung des Tumorstoffwechsels eingesetzt werden.
- Liquorpunktion: Untersuchung des Nervenwassers bei Verdacht auf bestimmte Tumorarten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art, Lage, Größe und dem Allgemeinzustand des Patienten. Folgende Verfahren werden eingesetzt:
Operation
Die chirurgische Entfernung (Resektion) des Tumors ist, wenn möglich, der erste Behandlungsschritt. Ziel ist eine möglichst vollständige Entfernung unter Schonung des gesunden Hirngewebes. Moderne Techniken wie die Neuronavigation und die intraoperative MRT verbessern die Präzision erheblich.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird häufig nach einer Operation eingesetzt, um verbliebene Tumorzellen zu zerstören. Spezielle Verfahren wie die Stereotaxie (Gammaknife, CyberKnife) ermöglichen eine hochpräzise Bestrahlung mit minimaler Belastung des umliegenden Gewebes.
Chemotherapie
Bestimmte Hirntumore, insbesondere das Glioblastom, werden zusätzlich mit einer Chemotherapie behandelt, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Temozolomid. Die Blut-Hirn-Schranke stellt dabei eine besondere Herausforderung für die Medikamentenwirksamkeit dar.
Zielgerichtete Therapien und Immuntherapie
Neuere Behandlungsansätze umfassen zielgerichtete molekulare Therapien und Immuntherapien (z. B. Checkpoint-Inhibitoren, CAR-T-Zell-Therapien), die aktuell in klinischen Studien geprüft werden und für bestimmte Tumorarten vielversprechende Ergebnisse zeigen.
Supportive Therapie
Begleitend werden Kortikosteroide zur Senkung des Hirnödems, Antiepileptika zur Anfallsprophylaxe sowie rehabilitative Maßnahmen wie Physio-, Ergo- und Sprachtherapie eingesetzt.
Prognose
Die Prognose hängt stark vom Tumortyp und -grad ab. Gutartige Meningeome haben nach vollständiger Entfernung oft eine sehr gute Prognose. Bösartige Tumore wie das Glioblastom (WHO-Grad IV) haben trotz multimodaler Therapie eine eingeschränktere Prognose mit einer mittleren Überlebenszeit von etwa 15 Monaten. Fortschritte in der Molekularpathologie und neuen Therapieverfahren verbessern die Aussichten kontinuierlich.
Quellen
- Louis DN et al. - The 2021 WHO Classification of Tumors of the Central Nervous System: a summary. Neuro-Oncology, 2021.
- Deutsche Krebsgesellschaft / AWMF - Leitlinie Gliome (S2k), Stand 2021. www.awmf.org
- Stupp R et al. - Radiotherapy plus concomitant and adjuvant temozolomide for glioblastoma. New England Journal of Medicine, 2005;352(10):987-996.
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