Chromosomenaberration – Definition & Ursachen
Eine Chromosomenaberration ist eine strukturelle oder numerische Veränderung der Chromosomen, die genetische Erkrankungen verursachen kann.
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Eine Chromosomenaberration ist eine strukturelle oder numerische Veränderung der Chromosomen, die genetische Erkrankungen verursachen kann.
Was ist eine Chromosomenaberration?
Eine Chromosomenaberration bezeichnet eine Abweichung von der normalen Struktur oder Anzahl der Chromosomen in menschlichen Zellen. Chromosomen sind die Träger der Erbinformation (DNA) und kommen beim Menschen in 46 Exemplaren vor, angeordnet in 23 Paaren. Jede Veränderung dieser normalen Chromosomenstruktur oder -anzahl kann die Entwicklung und Gesundheit eines Menschen erheblich beeinflussen.
Arten von Chromosomenaberrationen
Numerische Aberrationen
Bei numerischen Chromosomenaberrationen weicht die Gesamtzahl der Chromosomen vom Normalwert ab. Man unterscheidet:
- Trisomie: Ein Chromosom ist dreifach statt zweifach vorhanden (z. B. Trisomie 21 = Down-Syndrom).
- Monosomie: Ein Chromosom fehlt (z. B. Monosomie X = Turner-Syndrom).
- Polyploidie: Der gesamte Chromosomensatz ist vervielfältigt (z. B. dreifacher Chromosomensatz = Triploidie).
Strukturelle Aberrationen
Strukturelle Chromosomenaberrationen betreffen die innere Bauweise einzelner Chromosomen. Zu den häufigsten Formen gehören:
- Deletion: Ein Abschnitt des Chromosoms geht verloren.
- Duplikation: Ein Abschnitt wird verdoppelt.
- Inversion: Ein Abschnitt wird umgedreht und in falscher Richtung wieder eingebaut.
- Translokation: Ein Chromosomenabschnitt wird auf ein anderes Chromosom übertragen.
- Insertion: Ein Chromosomenabschnitt wird an einer falschen Stelle eingebaut.
Ursachen
Chromosomenaberrationen entstehen meist durch Fehler während der Zellteilung, insbesondere bei der Meiose (Reifeteilung der Keimzellen) oder der Mitose (Körperzellteilung). Mögliche begünstigende Faktoren sind:
- Höheres Alter der Mutter (insbesondere bei Trisomien)
- Exposition gegenüber ionisierender Strahlung (z. B. Röntgenstrahlung)
- Chemische Mutagene (z. B. bestimmte Chemikalien oder Medikamente)
- Virusinfektionen während der frühen Schwangerschaft
- Genetische Prädisposition
Symptome und klinische Folgen
Die klinischen Auswirkungen einer Chromosomenaberration hängen stark von Art und Ausmaß der Veränderung ab. Mögliche Folgen umfassen:
- Geistige Behinderung oder Entwicklungsverzögerung
- Körperliche Fehlbildungen (z. B. Herzfehler, Skelettanomalien)
- Wachstumsstörungen
- Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten
- Erhöhtes Krebsrisiko (z. B. bei bestimmten somatischen Chromosomenaberrationen)
Manche Chromosomenaberrationen, insbesondere balancierte Translokationen, verlaufen beim Träger selbst symptomlos, können aber an Nachkommen weitergegeben werden und dort zu Erkrankungen führen.
Diagnose
Die Diagnose von Chromosomenaberrationen erfolgt durch spezielle genetische Untersuchungen:
- Karyotypisierung: Mikroskopische Darstellung und Analyse aller Chromosomen eines Individuums (Chromosomensatz-Analyse).
- FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung): Methode zur genauen Lokalisation von Chromosomenabschnitten mithilfe fluoreszierender Sonden.
- Array-CGH (Komparative genomische Hybridisierung): Hochauflösende Methode zur Erkennung kleiner Deletionen und Duplikationen.
- Pränataldiagnostik: Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder Chorionzottenbiopsie zur Untersuchung des ungeborenen Kindes.
- Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT): Bluttest der Schwangeren zur Analyse fetaler DNA.
Behandlung und Management
Eine ursächliche Behandlung von Chromosomenaberrationen ist bislang nicht möglich, da die genetische Veränderung in jeder betroffenen Zelle vorliegt. Das Management richtet sich daher nach den jeweiligen Symptomen und Begleiterkrankungen:
- Frühförderung und Physiotherapie bei Entwicklungsverzögerungen
- Operative Korrektur von Organfehlbildungen (z. B. Herzoperationen)
- Hormontherapie (z. B. Wachstumshormon beim Turner-Syndrom)
- Psychosoziale Begleitung und Unterstützung für Betroffene und Familien
- Genetische Beratung für Paare mit Kinderwunsch
Quellen
- Strachan T, Read AP. Human Molecular Genetics. 4th ed. Garland Science; 2011.
- Nussbaum RL, McInnes RR, Willard HF. Thompson and Thompson Genetics in Medicine. 8th ed. Elsevier; 2016.
- World Health Organization (WHO). Genomics and World Health: Report of the Advisory Committee on Health Research. Geneva: WHO; 2002. Verfügbar unter: https://www.who.int
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