Clearance – Bedeutung in Medizin und Pharmakologie
Die Clearance beschreibt in der Medizin die Faehigkeit des Koerpers, eine Substanz aus dem Blut zu entfernen. Sie ist ein zentraler Parameter zur Beurteilung der Nieren- und Leberfunktion.
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Die Clearance beschreibt in der Medizin die Faehigkeit des Koerpers, eine Substanz aus dem Blut zu entfernen. Sie ist ein zentraler Parameter zur Beurteilung der Nieren- und Leberfunktion.
Was ist die Clearance?
Der Begriff Clearance stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Reinigung oder Klaerungs-Rate. In der Medizin und Pharmakologie bezeichnet er das Volumen an Blutplasma, das pro Zeiteinheit vollstaendig von einer bestimmten Substanz befreit wird. Die Clearance wird haeufig in der Einheit Milliliter pro Minute (ml/min) angegeben und ist ein entscheidender Messwert zur Beurteilung der Funktion verschiedener Organe, insbesondere der Nieren.
Arten der Clearance
Renale Clearance
Die renale Clearance beschreibt, wie effizient die Nieren eine Substanz aus dem Blut filtern und mit dem Urin ausscheiden. Sie ist der am haeufigsten bestimmte Clearance-Wert in der klinischen Praxis. Ein wichtiger Referenzwert ist die glomerulaere Filtrationsrate (GFR), die angibt, wie viel Blutplasma pro Minute durch die Nierenknoerperchen gefiltert wird. Beim gesunden Erwachsenen liegt die GFR in der Regel bei etwa 90 bis 120 ml/min.
Hepatische Clearance
Die hepatische Clearance beschreibt die Faehigkeit der Leber, Substanzen aus dem Blut zu eliminieren. Dies geschieht durch Stoffwechselumwandlung (Metabolisierung) oder durch Ausscheidung mit der Galle. Sie ist besonders relevant fuer die Verstoffwechselung von Medikamenten.
Totale Koerperclearance
Die Gesamt-Koerperclearance (auch systemische Clearance genannt) ist die Summe aller Clearance-Leistungen des Organismus. Sie beschreibt, wie schnell der gesamte Koerper eine Substanz beseitigt, und setzt sich aus renaler, hepatischer und weiterer organspezifischer Clearance zusammen.
Klinische Bedeutung
Die Clearance ist ein unverzichtbarer Parameter in der Medizin und Pharmakologie:
- Beurteilung der Nierenfunktion: Eine verminderte renale Clearance kann auf eine Nierenerkrankung hinweisen, z. B. auf eine chronische Niereninsuffizienz.
- Dosierung von Medikamenten: Viele Arzneimittel werden ueber die Nieren oder die Leber ausgeschieden. Bei eingeschraenkter Clearance koennen sich Medikamente im Koerper anreichern und unerwuenschte Nebenwirkungen verursachen.
- Verlaufskontrolle: Die regelmaessige Messung der Clearance erlaubt es, den Verlauf einer Erkrankung und den Therapieerfolg zu ueberwachen.
Messung und Berechnung
Die Clearance kann auf verschiedene Weisen gemessen oder berechnet werden:
- Kreatinin-Clearance: Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt des Muskelstoffwechsels, das konstant produziert und fast ausschliesslich ueber die Nieren ausgeschieden wird. Die Kreatinin-Clearance wird aus dem Serum-Kreatinin, dem Urin-Kreatinin und dem Urinvolumen berechnet und ist ein etablierter Schlaetzwert fuer die GFR.
- Schaetzformeln (eGFR): Formeln wie die CKD-EPI-Formel oder die MDRD-Formel erlauben eine Schaetzung der GFR allein aus Laborwerten wie Kreatinin, Alter, Geschlecht und Koerpergewicht, ohne eine aufwaendige Urinsammlung.
- Inulin-Clearance: Die Inulin-Clearance gilt als Goldstandard zur exakten Messung der GFR, ist aber aufwaendig und wird daher vor allem in der Forschung eingesetzt.
Clearance in der Pharmakologie
In der Pharmakologie beschreibt die Clearance, wie schnell ein Medikament aus dem Koerper eliminiert wird. Sie beeinflusst massgeblich die Halbwertszeit eines Wirkstoffs und damit seine Dosierungsintervalle. Bei Patienten mit eingeschraenkter Nieren- oder Leberfunktion muss die Dosierung von Medikamenten oft angepasst werden, um eine Ueberdosierung oder Wirkungsverlust zu vermeiden.
Quellen
- Lote, C. J. (2012). Principles of Renal Physiology. 5. Auflage. Springer.
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group (2013). KDIGO 2012 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney International Supplements, 3(1), 1-150.
- Hallynck, T. et al. (1981). Should clearance be normalised to body surface or to lean body mass? British Journal of Clinical Pharmacology, 11(5), 523-526.
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