Clostridienkolitis – Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Clostridienkolitis ist eine Darmentzündung, ausgelöst durch das Bakterium Clostridioides difficile. Sie entsteht häufig nach Antibiotikagabe und kann starke Durchfälle verursachen.
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Die Clostridienkolitis ist eine Darmentzündung, ausgelöst durch das Bakterium Clostridioides difficile. Sie entsteht häufig nach Antibiotikagabe und kann starke Durchfälle verursachen.
Was ist eine Clostridienkolitis?
Die Clostridienkolitis ist eine Entzündung des Dickdarms, die durch das Bakterium Clostridioides difficile (früher bekannt als Clostridium difficile) verursacht wird. Diese Erkrankung wird daher auch als C.-difficile-Infektion (CDI) bezeichnet. Das Bakterium produziert Giftstoffe (Toxine), die die Darmschleimhaut schädigen und zu teils heftigen Beschwerden führen können. Die Clostridienkolitis ist eine der häufigsten im Krankenhaus erworbenen Infektionskrankheiten.
Ursachen und Risikofaktoren
Clostridioides difficile ist ein sporenbildendes Bakterium, das natürlicherweise in der Umwelt und im Darm mancher Menschen vorkommt, ohne dort Schaden anzurichten. Problematisch wird es, wenn das natürliche Gleichgewicht der Darmflora gestört wird. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
- Antibiotikatherapie: Die häufigste Ursache. Antibiotika vernichten nützliche Darmbakterien und ermöglichen so die unkontrollierte Vermehrung von C. difficile.
- Krankenhausaufenthalt: C.-difficile-Sporen verbreiten sich leicht in medizinischen Einrichtungen.
- Hohes Lebensalter: Ältere Menschen (über 65 Jahre) sind besonders gefährdet.
- Geschwächtes Immunsystem: z. B. durch Erkrankungen wie HIV oder durch Medikamente wie Kortikosteroide.
- Protonenpumpenhemmer: Bestimmte Magensäureblocker können das Risiko erhöhen.
- Vorherige C.-difficile-Infektion: Wer einmal erkrankt war, hat ein erhöhtes Rückfallrisiko.
Symptome
Die Beschwerden können von leicht bis lebensbedrohlich reichen. Typische Symptome sind:
- Wässriger, häufiger Durchfall (mehr als 3 Mal täglich)
- Krampfartige Bauchschmerzen
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Fieber
- In schweren Fällen: blutiger Stuhl, starke Austrocknung (Dehydration)
Eine besonders schwere Verlaufsform ist die pseudomembranöse Kolitis, bei der sich weißlich-gelbliche Auflagerungen (Pseudomembranen) auf der Darmschleimhaut bilden. In seltenen Fällen kann es zu einem toxischen Megakolon kommen, einer lebensbedrohlichen Erweiterung des Dickdarms.
Diagnose
Die Diagnose einer Clostridienkolitis erfolgt in mehreren Schritten:
- Stuhluntersuchung: Nachweis von C.-difficile-Toxinen (Toxin A und B) oder des Erregers selbst im Stuhl mittels Enzymimmunoassay (EIA) oder PCR-Test.
- Darmspiegelung (Koloskopie): Bei unklaren oder schweren Fällen kann eine Koloskopie durchgeführt werden, um Pseudomembranen oder andere Schleimhautveränderungen zu erkennen.
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungsmarker (z. B. CRP, Leukozyten) können auf einen schweren Verlauf hinweisen.
Behandlung
Absetzen auslösender Antibiotika
Sofern medizinisch vertretbar, wird das die Infektion auslösende Antibiotikum abgesetzt, um die Erholung der natürlichen Darmflora zu ermöglichen.
Antibiotische Therapie
Paradoxerweise wird die Clostridienkolitis selbst mit Antibiotika behandelt, die spezifisch gegen C. difficile wirken:
- Vancomycin (oral): Mittel der ersten Wahl bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung.
- Fidaxomicin: Ein neueres Antibiotikum mit geringerer Rückfallrate, besonders bei Risikopatienten empfohlen.
- Metronidazol: Wird nur noch bei leichten Fällen oder als Ergänzung eingesetzt.
Fäkaler Mikrobiota-Transfer (FMT)
Bei wiederkehrenden (rezidivierenden) Infektionen kann ein fäkaler Mikrobiota-Transfer eingesetzt werden. Dabei wird die Darmflora eines gesunden Spenders auf den erkrankten Patienten übertragen, um das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Diese Methode zeigt sehr hohe Erfolgsraten.
Unterstützende Maßnahmen
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytausgleich
- In schweren Fällen stationäre Behandlung mit intravenöser Flüssigkeitsgabe
- Chirurgischer Eingriff in lebensbedrohlichen Fällen (z. B. bei toxischem Megakolon)
Vorbeugung
Die Vorbeugung der Clostridienkolitis umfasst insbesondere:
- Gezielter und zurückhaltender Einsatz von Antibiotika
- Konsequente Handhygiene (Händewaschen mit Seife, da alkoholische Desinfektionsmittel C.-difficile-Sporen nicht zuverlässig abtöten)
- Isolationsmaßnahmen erkrankter Patienten im Krankenhaus
- Desinfektion von Oberflächen mit sporiziden Mitteln
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Clostridioides difficile. RKI-Ratgeber, Stand 2023. Verfügbar unter: https://www.rki.de
- Surawicz CM et al. - Guidelines for Diagnosis, Treatment, and Prevention of Clostridium difficile Infections. American Journal of Gastroenterology, 2013; 108(4):478-498.
- Leffler DA, Lamont JT - Clostridium difficile Infection. New England Journal of Medicine, 2015; 372(16):1539-1548.
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