Cotrimoxazol – Antibiotikum: Wirkung & Anwendung
Cotrimoxazol ist ein kombiniertes Antibiotikum aus Trimethoprim und Sulfamethoxazol. Es wird bei bakteriellen Infektionen wie Harnwegsinfekten und Lungenentzündungen eingesetzt.
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Cotrimoxazol ist ein kombiniertes Antibiotikum aus Trimethoprim und Sulfamethoxazol. Es wird bei bakteriellen Infektionen wie Harnwegsinfekten und Lungenentzündungen eingesetzt.
Was ist Cotrimoxazol?
Cotrimoxazol ist ein kombiniertes Antibiotikum, das aus zwei Wirkstoffen besteht: Trimethoprim und Sulfamethoxazol im Verhältnis 1:5. Die Kombination beider Substanzen wirkt synergistisch – das bedeutet, dass die gemeinsame Wirkung stärker ist als die Summe der Einzelwirkungen. Cotrimoxazol gehört zur Gruppe der Sulfonamid-Antibiotika und wird seit den 1960er Jahren in der Medizin eingesetzt.
Wirkmechanismus
Cotrimoxazol greift die bakterielle Folsäuresynthese an zwei verschiedenen Stellen an:
- Sulfamethoxazol hemmt das Enzym Dihydropteroat-Synthase und blockiert damit einen frühen Schritt der Folsäureherstellung in Bakterien.
- Trimethoprim hemmt das Enzym Dihydrofolat-Reduktase und blockiert einen weiteren Schritt in der Folsäurekette.
Da Bakterien – im Gegensatz zu menschlichen Zellen – Folsäure selbst herstellen müssen, wirkt diese Hemmung selektiv antibakteriell. Ohne Folsäure können Bakterien keine DNA und wichtige Proteine aufbauen, was zu ihrem Absterben führt.
Anwendungsgebiete
Cotrimoxazol wird bei einer Vielzahl von bakteriellen Infektionen eingesetzt:
- Harnwegsinfektionen (akute und unkomplizierte Blasenentzündungen)
- Atemwegsinfektionen (z. B. Bronchitis, Lungenentzündung durch Pneumocystis jirovecii – vor allem bei immungeschwächten Patienten)
- Magen-Darm-Infektionen (z. B. Reisedurchfall durch bestimmte Bakterien)
- Haut- und Weichteilinfektionen
- Toxoplasmose und andere opportunistische Infektionen bei HIV-Patienten
Dosierung
Die übliche Dosierung für Erwachsene beträgt 960 mg Cotrimoxazol (entspricht 160 mg Trimethoprim + 800 mg Sulfamethoxazol) zweimal täglich. Bei schweren Infektionen kann die Dosis erhöht werden. Cotrimoxazol ist als Tabletten, Suspension (Saft) und Infusionslösung erhältlich. Die genaue Dosierung und Therapiedauer sollte immer von einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann auch Cotrimoxazol Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören:
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Hautausschlag und allergische Reaktionen
- Veränderungen im Blutbild (z. B. Blutarmut, verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen)
- Erhöhung der Nierenwerte (Nierenbelastung)
- Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilität)
In seltenen Fällen können schwerwiegende Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom auftreten. Bei ersten Anzeichen schwerer Hautveränderungen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Cotrimoxazol sollte nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Allergie gegen Sulfonamide oder Trimethoprim
- Schwerer Leber- oder Nierenerkrankung
- Blutbildungsstörungen
- Neugeborenen in den ersten vier bis sechs Lebenswochen
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit Antikoagulanzien (Blutverdünnern wie Warfarin), Methotrexat, Diuretika sowie bestimmten Antidiabetika. Eine gleichzeitige Einnahme sollte ärztlich überwacht werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Cotrimoxazol sollte in der Schwangerschaft, besonders im ersten und letzten Trimester, sowie in der Stillzeit nur nach strenger ärztlicher Abwägung eingesetzt werden, da es den Folsäurestoffwechsel des Kindes beeinflussen kann.
Resistenzentwicklung
Durch den weltweiten Einsatz von Cotrimoxazol haben einige Bakterienarten Resistenzen entwickelt. Vor Therapiebeginn kann ein Antibiogramm – ein Test zur Empfindlichkeitsprüfung der Bakterien – sinnvoll sein, um die Wirksamkeit sicherzustellen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO Model List of Essential Medicines, 23rd Edition, 2023.
- Brunton L, Knollmann B (Hrsg.): Goodman & Gilman's The Pharmacological Basis of Therapeutics, 14. Auflage, McGraw-Hill, 2023.
- Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI): Leitlinien zur antibiotischen Therapie, 2022. Verfügbar unter: www.dgi-net.de
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