Cyclooxygenase (COX) – Enzym, Funktion & Bedeutung
Cyclooxygenase (COX) ist ein Enzym, das eine zentrale Rolle bei der Bildung von Prostaglandinen und Entzündungsmediatoren im Körper spielt.
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Cyclooxygenase (COX) ist ein Enzym, das eine zentrale Rolle bei der Bildung von Prostaglandinen und Entzündungsmediatoren im Körper spielt.
Was ist Cyclooxygenase?
Die Cyclooxygenase (kurz: COX) ist ein Enzym, das im menschlichen Körper eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Entzündungsreaktionen, Schmerzen und Fieber übernimmt. Enzyme sind biologische Katalysatoren, die chemische Reaktionen im Körper beschleunigen. Die Cyclooxygenase katalysiert die Umwandlung von Arachidonsäure – einer ungesättigten Fettsäure – in sogenannte Prostaglandine, Thromboxane und Prostacycline. Diese Botenstoffe, auch Eicosanoide genannt, regulieren eine Vielzahl von Körperfunktionen, darunter Entzündungsprozesse, die Blutgerinnung und den Schutz der Magenschleimhaut.
Isoformen der Cyclooxygenase
Es sind zwei Hauptisoformen der Cyclooxygenase bekannt, die sich in ihrer Funktion und ihrem Vorkommen im Körper unterscheiden:
- COX-1: Diese Isoform wird konstitutiv, also dauerhaft und in fast allen Körperzellen exprimiert. Sie ist unter anderem für die Produktion von Prostaglandinen verantwortlich, die die Magenschleimhaut schützen, die Nierenfunktion regulieren und die Blutplättchenaggregation (Thrombozytenaggregation) fördern.
- COX-2: Diese Isoform wird vorwiegend als Reaktion auf Entzündungsreize, Gewebeschäden oder bestimmte Hormone induziert, d. h. ihre Bildung wird aktiviert. Sie ist hauptsächlich an der Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber beteiligt. In einigen Geweben wie dem Gehirn und den Nieren ist COX-2 jedoch auch unter normalen Bedingungen aktiv.
- COX-3: Eine weitere Variante, die als Spleißvariante von COX-1 gilt und möglicherweise an der Wirkung von Paracetamol beteiligt ist, deren klinische Bedeutung jedoch noch nicht vollständig geklärt ist.
Wirkmechanismus
Die Cyclooxygenase katalysiert zwei aufeinanderfolgende enzymatische Schritte:
- Cyclooxygenase-Reaktion: Arachidonsäure wird in Prostaglandin G2 (PGG2) umgewandelt.
- Peroxidase-Reaktion: PGG2 wird weiter zu Prostaglandin H2 (PGH2) reduziert.
PGH2 dient anschließend als Ausgangssubstanz für die Synthese verschiedener Prostaglandine, Thromboxane und Prostacycline, die unterschiedliche biologische Wirkungen entfalten – von der Weitstellung der Blutgefäße bis hin zur Sensibilisierung von Schmerzrezeptoren.
Klinische Bedeutung und pharmakologische Hemmung
Die Cyclooxygenase ist ein wichtiges Angriffsziel (Target) für eine der am häufigsten eingesetzten Medikamentengruppen weltweit: die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Durch die Hemmung der COX-Enzyme unterdrücken diese Medikamente die Prostaglandinproduktion und wirken dadurch entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend.
- Nicht-selektive COX-Hemmer (z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Acetylsalicylsäure) hemmen sowohl COX-1 als auch COX-2. Da dadurch auch der Schutz der Magenschleimhaut durch COX-1 beeinträchtigt wird, können Magenprobleme als Nebenwirkung auftreten.
- Selektive COX-2-Hemmer (sogenannte Coxibe, z. B. Celecoxib, Etoricoxib) wurden entwickelt, um gezielt nur COX-2 zu hemmen und so Magenprobleme zu reduzieren. Allerdings können Coxibe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, was bei der Verschreibung berücksichtigt werden muss.
Bedeutung in der Forschung
Die Cyclooxygenase ist auch in der aktuellen medizinischen Forschung von großem Interesse. Studien untersuchen die Rolle von COX-2 bei der Entstehung verschiedener Krebsarten, da erhöhte COX-2-Aktivität in Tumorgeweben beobachtet wurde. Auch im Bereich der Alzheimer-Forschung und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt das Verständnis der COX-Enzyme eine wichtige Rolle.
Quellen
- Vane, J. R. et al. (1998): Cyclooxygenases 1 and 2. In: Annual Review of Pharmacology and Toxicology, 38, S. 97–120.
- Bhatt, D. L. et al. (2008): Gastrointestinal toxicity with celecoxib vs nonsteroidal anti-inflammatory drugs for osteoarthritis and rheumatoid arthritis. In: JAMA, 289(7), S. 954–960.
- FitzGerald, G. A. & Patrono, C. (2001): The Coxibs, selective inhibitors of cyclooxygenase-2. In: New England Journal of Medicine, 345(6), S. 433–442.
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