Calciumantagonist – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Calciumantagonisten sind Medikamente, die den Einstrom von Calcium in Herzmuskel- und Gefäßmuskelzellen hemmen. Sie werden vor allem bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Angina pectoris eingesetzt.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Calciumantagonist"
Calciumantagonisten sind Medikamente, die den Einstrom von Calcium in Herzmuskel- und Gefäßmuskelzellen hemmen. Sie werden vor allem bei Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Angina pectoris eingesetzt.
Was ist ein Calciumantagonist?
Ein Calciumantagonist – auch Calciumkanalblocker oder Kalziumantagonist genannt – ist ein Wirkstoff, der spannungsabhängige Calciumkanäle in der Zellmembran von Herzmuskelzellen und glatten Gefäßmuskelzellen blockiert. Dadurch wird der Einstrom von Calciumionen (Ca²⁺) in die Zellen gehemmt, was zu einer Entspannung der Gefäßwände und einer Verringerung der Herzarbeit führt. Calciumantagonisten gehören zu den am häufigsten verschriebenen Herzkreislauf-Medikamenten weltweit.
Wirkmechanismus
Calcium spielt eine zentrale Rolle bei der Muskelkontraktion. Wenn Calciumionen durch spannungsabhängige L-Typ-Calciumkanäle in die Zelle einströmen, wird die Muskelkontraktion ausgelöst. Calciumantagonisten binden an diese Kanäle und blockieren sie, sodass weniger Calcium in die Zelle gelangt. Dies hat folgende Effekte:
- Vasodilatation: Die glatte Muskulatur der Blutgefäße entspannt sich, die Gefäße weiten sich, und der Blutdruck sinkt.
- Negative Inotropie: Die Kontraktionskraft des Herzens wird reduziert (vor allem bei nicht-dihydropyridinhaltigen Substanzen).
- Negative Chronotropie und Dromotropie: Die Herzfrequenz und die Erregungsüberleitung im Herzen werden verlangsamt (ebenfalls vor allem bei nicht-dihydropyridinhaltigen Substanzen).
Einteilung der Calciumantagonisten
Calciumantagonisten werden in drei Hauptklassen unterteilt:
1. Dihydropyridine
Diese Gruppe wirkt vorwiegend auf die glatte Gefäßmuskulatur und hat nur einen geringen Einfluss auf das Herz. Typische Vertreter sind Amlodipin, Nifedipin und Felodipin. Sie werden hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck und Angina pectoris eingesetzt.
2. Phenylalkylamine
Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist Verapamil. Es wirkt stärker auf das Herz als auf die Gefäße und wird bei Herzrhythmusstörungen sowie Angina pectoris eingesetzt.
3. Benzothiazepine
Diltiazem ist der bekannteste Vertreter dieser Klasse. Es wirkt sowohl auf das Herz als auch auf die Blutgefäße und wird bei Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Angina pectoris verwendet.
Anwendungsgebiete
Calciumantagonisten werden bei verschiedenen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt:
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Dihydropyridine sind Mittel der ersten Wahl.
- Angina pectoris (Herzenge): Alle drei Klassen werden eingesetzt.
- Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen: Verapamil und Diltiazem werden zur Verlangsamung der Herzfrequenz verwendet.
- Raynaud-Syndrom: Dihydropyridine verbessern die Durchblutung der Extremitäten.
- Chronisch-ischämische Herzerkrankung: Zur Reduktion von Angina-Beschwerden.
Dosierung und Anwendung
Calciumantagonisten werden in der Regel oral eingenommen. Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Wirkstoff, der Indikation und dem individuellen Ansprechen des Patienten. Retardformulierungen sorgen bei vielen Präparaten für eine gleichmäßige Wirkstofffreisetzung über den Tag. Die Dosierung sollte stets vom behandelnden Arzt festgelegt und regelmäßig kontrolliert werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente können Calciumantagonisten unerwünschte Wirkungen haben. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Knöchelödeme (Wassereinlagerungen an den Knöcheln) – vor allem bei Dihydropyridinen
- Flush (Gesichtsrötung und Wärmegefühl)
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Verstopfung – besonders bei Verapamil
- Bradykardie (verlangsamter Herzschlag) – bei Verapamil und Diltiazem
- Müdigkeit
Bei Herzinsuffizienz sollten Verapamil und Diltiazem aufgrund ihrer herzbremsenden Wirkung in der Regel nicht eingesetzt werden.
Wechselwirkungen
Calciumantagonisten können mit verschiedenen anderen Medikamenten interagieren. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:
- Betablockern: Kombination mit Verapamil oder Diltiazem kann zu gefährlicher Verlangsamung von Herzfrequenz und Blutdruck führen.
- Statinen (z. B. Simvastatin): Erhöhtes Risiko für Muskelbeschwerden (Myopathie).
- Grapefruitsaft: Kann den Abbau bestimmter Calciumantagonisten hemmen und deren Wirkung verstärken.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) – Fachinformationen zu Calciumkanalblockern. www.bfarm.de
- Erdmann E. (Hrsg.) – Klinische Kardiologie: Krankheiten des Herzens, des Kreislaufs und der herznahen Gefäße. 8. Auflage, Springer Verlag, 2011.
- Mancia G. et al. – 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. Journal of Hypertension, 2023.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEnterale Ernährung
Aponeurose
Atlasassimilation
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Calciumantagonist + Calciumantagonisten + Kalziumantagonist + Kalziumantagonisten + Calciumkanalblocker + Kalziumkanalblocker