Canalis hyaloideus – Anatomie und klinische Bedeutung
Der Canalis hyaloideus ist ein feiner Kanal im Glaskörper des Auges, der embryonal die Arteria hyaloidea beherbergte. Er ist ein normaler anatomischer Überrest.
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Der Canalis hyaloideus ist ein feiner Kanal im Glaskörper des Auges, der embryonal die Arteria hyaloidea beherbergte. Er ist ein normaler anatomischer Überrest.
Definition und Anatomie
Der Canalis hyaloideus (auch Cloquet-Kanal genannt) ist ein schmaler, röhrenförmiger Kanal, der durch den Glaskörper des Auges verläuft. Er erstreckt sich von der Rückseite der Augenlinse bis zur Sehnervenpapille (Papilla nervi optici) an der hinteren Augenwand. Der Kanal hat einen Durchmesser von etwa 1–2 mm und ist von einer dünnen Hülle aus verdichtetem Glaskörpergewebe umgeben.
Benannt wurde der Kanal nach dem französischen Anatomen Jules Germain Cloquet (1790–1883), der ihn im 19. Jahrhundert beschrieb.
Embryologische Bedeutung
In der embryonalen Entwicklung des Auges erfüllt der Canalis hyaloideus eine wichtige Aufgabe: Er enthält die Arteria hyaloidea, ein Blutgefäß, das die sich entwickelnde Augenlinse mit Nährstoffen versorgt. Dieses Gefäß ist ein Ast der Arteria centralis retinae.
- Die Arteria hyaloidea ist ab etwa der 6. Schwangerschaftswoche nachweisbar.
- Sie versorgt den wachsenden Linsenkörper und den primären Glaskörper.
- Im Laufe des 3. Schwangerschaftstrimesters bildet sich das Gefäß vollständig zurück.
- Nach der Geburt bleibt lediglich der leere Kanal als anatomischer Überrest erhalten.
Klinische Relevanz
Normalbefund
Bei gesunden Erwachsenen ist der Canalis hyaloideus in der Regel klinisch unauffällig und bei einer Augenuntersuchung mittels Spaltlampe oder Ophthalmoskopie nur schwer sichtbar. Er stellt einen vollkommen normalen anatomischen Befund dar und verursacht keine Beschwerden.
Persistierende Arteria hyaloidea
In seltenen Fällen kann die Arteria hyaloidea nach der Geburt nicht vollständig zurückgebildet sein. Man spricht dann von einer persistierenden Arteria hyaloidea. Dies kann isoliert auftreten oder mit anderen Fehlbildungen des Auges verbunden sein, wie dem persistierenden hyperplastischen primären Glaskörper (PHPV), heute auch als persistente fetale Vaskularisation (PFV) bezeichnet.
- Die persistierende Arteria hyaloidea zeigt sich als weißlicher oder grauer Strang im Glaskörperraum.
- Sie kann zu einer Sehminderung, einem Leukokorie (weißem Pupillenreflex) oder einem Schielstand führen.
- In schweren Fällen ist eine operative Behandlung notwendig.
Bedeutung bei der Glaskörperabhebung
Der Canalis hyaloideus kann bei der altersbedingt oder krankheitsbedingt auftretenden hinteren Glaskörperabhebung eine Rolle spielen. Strukturelle Veränderungen entlang des Kanals können den Ablösungsprozess beeinflussen.
Diagnostik
Der Canalis hyaloideus wird in der Regel im Rahmen einer augenärztlichen Routineuntersuchung beurteilt. Folgende diagnostische Methoden kommen zum Einsatz:
- Spaltlampenuntersuchung mit Vorsatzlinse: Ermöglicht die direkte Beurteilung des Glaskörpers und möglicher Stränge.
- Ophthalmoskopie (Augenspiegelung): Darstellung des hinteren Augenpols und der Papille.
- Ultraschall des Auges (B-Scan): Besonders hilfreich bei getrübten optischen Medien, z. B. bei Katarakt.
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Hochauflösende Darstellung von Glaskörper und Netzhaut.
Zusammenfassung
Der Canalis hyaloideus ist ein embryologisch bedeutsamer, aber postnatal funktionsloser Kanal im Glaskörper des Auges. Er ist ein normaler Überrest der fetalen Augenentwicklung und hat beim gesunden Erwachsenen keine klinische Bedeutung. Pathologische Varianten, insbesondere die persistierende Arteria hyaloidea, können jedoch behandlungsbedürftige Sehstörungen verursachen.
Quellen
- Sadler TW. Langman's Medical Embryology. 14. Auflage. Wolters Kluwer, 2019.
- Forrester JV, Dick AD, McMenamin PG et al. The Eye: Basic Sciences in Practice. 4. Auflage. Elsevier, 2015.
- Goldberg MF. Persistent fetal vasculature (PFV): an integrated interpretation of signs and symptoms associated with persistent hyperplastic primary vitreous (PHPV). American Journal of Ophthalmology, 1997; 124(5): 587–626.
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