Cannabigerol (CBG) – Wirkung und Anwendung
Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze mit wachsendem Forschungsinteresse für medizinische Anwendungen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Cannabigerol"
Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze mit wachsendem Forschungsinteresse für medizinische Anwendungen.
Was ist Cannabigerol?
Cannabigerol (CBG) ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das in der Hanfpflanze (Cannabis sativa) gebildet wird. Es gilt als die sogenannte Muttersubstanz vieler anderer Cannabinoide, da es als biosynthetische Vorstufe für Verbindungen wie CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) dient. Im Gegensatz zu THC ist CBG vollständig nicht-psychoaktiv, verursacht also keine berauschende Wirkung.
CBG kommt in den meisten Cannabissorten nur in sehr geringen Mengen (unter 1 %) vor, weshalb es lange Zeit weniger erforscht war als CBD oder THC. Durch gezielte Züchtung und neue Extraktionsmethoden gewinnt CBG jedoch zunehmend an Bedeutung – sowohl in der Wissenschaft als auch in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie.
Wirkmechanismus
CBG interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des menschlichen Körpers. Es bindet an die CB1- und CB2-Rezeptoren, die in Gehirn, Nervensystem und Immunsystem vorkommen, allerdings mit einer geringeren Affinität als THC. Darüber hinaus beeinflusst CBG weitere Rezeptoren und Enzymsysteme:
- Es hemmt die Wiederaufnahme von GABA (einem hemmenden Neurotransmitter), was möglicherweise angstlösende Effekte erklären könnte.
- Es wirkt als Antagonist am 5-HT1A-Rezeptor (Serotoninrezeptor), was Auswirkungen auf Stimmung und Schmerzempfinden haben kann.
- Es zeigt eine hemmende Wirkung auf Alpha-2-Adrenozeptoren, die an der Blutdruckregulation beteiligt sind.
Potenzielle medizinische Anwendungen
Die Forschung zu CBG befindet sich noch in einem frühen Stadium, jedoch deuten präklinische Studien – hauptsächlich an Zellkulturen und Tiermodellen – auf verschiedene therapeutische Potenziale hin:
Entzündungshemmende Wirkung
CBG zeigt in Laborstudien entzündungshemmende Eigenschaften. Besonders im Bereich entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa wurden vielversprechende Ergebnisse in Tiermodellen erzielt.
Antibakterielles Potenzial
Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBG eine antibakterielle Wirkung besitzen könnte, insbesondere gegen resistente Bakterienstämme wie MRSA (methicillinresistenter Staphylococcus aureus).
Neuroprotektive Eigenschaften
In Tierversuchen zeigte CBG neuroprotektive Effekte, beispielsweise bei der Huntington-Krankheit, indem es Nervenzellen vor dem Absterben schützte. Diese Ergebnisse müssen jedoch noch in klinischen Studien am Menschen bestätigt werden.
Glaukom (Grüner Star)
CBG könnte den Augeninnendruck senken und wird daher als mögliche Unterstützung bei der Behandlung von Glaukom erforscht.
Appetitanregung
Tierstudien legen nahe, dass CBG appetitanregend wirken kann, ohne die psychoaktiven Effekte von THC hervorzurufen.
Anwendung und Dosierung
CBG ist derzeit vorwiegend als Nahrungsergänzungsmittel in Form von CBG-Öl, Kapseln, Tinkturen oder als isoliertes Pulver erhältlich. Es existieren bislang keine offiziell von Gesundheitsbehörden wie der EMA oder FDA zugelassenen Arzneimittel auf reiner CBG-Basis. Empfehlungen zur Dosierung variieren je nach Produkt und Hersteller, da klinische Studien am Menschen noch ausstehen. Interessierte sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
CBG gilt allgemein als gut verträglich. In den bislang vorliegenden Daten wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Mögliche leichte Effekte können umfassen:
- Mundtrockenheit
- Müdigkeit
- Appetitveränderungen
Da CBG den Stoffwechsel von Medikamenten über das Cytochrom-P450-Enzymsystem beeinflussen kann, sind potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln möglich. Eine ärztliche Beratung ist daher empfehlenswert, besonders bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten.
Rechtliche Lage
CBG ist in Deutschland und den meisten EU-Ländern legal, da es keine psychoaktiven Eigenschaften besitzt und nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Produkte müssen jedoch den gesetzlichen Anforderungen für Nahrungsergänzungsmittel oder Novel Foods entsprechen.
Quellen
- Borrelli F. et al. - Beneficial effect of the non-psychotropic plant cannabinoid cannabigerol on experimental inflammatory bowel disease. Biochemical Pharmacology, 2013.
- Naccarato M. et al. - Cannabinoids as Pharmacotherapies for Neuropathic Pain. Frontiers in Pharmacology, 2021.
- Russo E.B. - The Case for the Entourage Effect and Conventional Breeding of Clinical Cannabis. Frontiers in Plant Science, 2019.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieDarmzottenbiopsie
Insulinsekretagogum
Gewebssauerstoffversorgung
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Cannabigerol + CBG