Capsaicin – Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen
Capsaicin ist der scharf schmeckende Wirkstoff in Chili-Schoten. Er wird medizinisch zur Schmerzlinderung eingesetzt und ist in Cremes, Pflastern und Nasensprays erhältlich.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Capsaicin"
Capsaicin ist der scharf schmeckende Wirkstoff in Chili-Schoten. Er wird medizinisch zur Schmerzlinderung eingesetzt und ist in Cremes, Pflastern und Nasensprays erhältlich.
Was ist Capsaicin?
Capsaicin (chemisch: 8-Methyl-N-vanillyl-6-nonenamid) ist ein natürlich vorkommender Wirkstoff aus der Gruppe der Capsaicinoide. Er ist der Hauptbestandteil, der für die charakteristische Schärfe von Chili-Schoten (Capsicum-Arten) verantwortlich ist. Capsaicin ist eine farblose, lipophile Verbindung, die sich in Fetten und Alkohol, jedoch kaum in Wasser löst.
Wirkmechanismus
Capsaicin wirkt durch die gezielte Bindung an den TRPV1-Rezeptor (Transient Receptor Potential Vanilloid 1), einen Ionenkanal, der auf Schmerzfasern (C-Fasern und A-delta-Fasern) vorkommt. Dieser Rezeptor reagiert normalerweise auf Hitze (über 43 °C) und saure Reize. Capsaicin aktiviert den TRPV1-Rezeptor und löst zunächst ein Brennen oder Wärmegefühl aus.
Bei wiederholter oder lang anhaltender Anwendung führt Capsaicin zur sogenannten Desensibilisierung: Die Schmerzfasern werden vorübergehend unempfindlich gegenüber Schmerzreizen. Dieser Effekt wird therapeutisch genutzt, um chronische Schmerzen zu lindern.
Medizinische Anwendungsgebiete
Schmerztherapie
Capsaicin wird in der Medizin vor allem topisch (äußerlich) zur Behandlung verschiedener Schmerzerkrankungen eingesetzt:
- Neuropathische Schmerzen: z. B. bei diabetischer Polyneuropathie oder postherpetischer Neuralgie (Schmerzen nach Gürtelrose)
- Muskel- und Gelenkschmerzen: z. B. bei Arthrose und Rückenschmerzen
- Cluster-Kopfschmerzen: Capsaicin-Nasenspray kann vorbeugend eingesetzt werden
Weitere medizinische Einsatzbereiche
- Pruritus (Juckreiz): Capsaicin-Cremes können bei chronischem Juckreiz verschiedener Ursachen helfen
- Psoriasis: Unterstützende Behandlung von Hautjucken und Beschwerden
- Blasenüberaktivität: Intravesikale Instillation (direkte Einbringung in die Blase) bei bestimmten urologischen Erkrankungen
Darreichungsformen und Dosierung
Capsaicin ist in verschiedenen Formen erhältlich:
- Cremes und Gele: Niedrig dosiert (0,025–0,075 % Capsaicin) für die tägliche Anwendung
- Hochdosiertes Pflaster: 8 % Capsaicin-Pflaster (Handelsname: Qutenza®) – wird einmalig für 30–60 Minuten von medizinischem Fachpersonal aufgetragen und wirkt bis zu drei Monate
- Nasenspray: Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen
Bei niedrig dosierten Cremes wird in der Regel eine mehrmals tägliche Anwendung über mehrere Wochen empfohlen, bevor der volle Effekt eintritt.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Die häufigste Nebenwirkung bei der topischen Anwendung ist ein Brennen, Stechen oder Wärmegefühl an der behandelten Hautstelle, besonders zu Beginn der Therapie. Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Hautrötung (Erythem)
- Juckreiz
- Trockenheit der Haut
- Schwellung an der Applikationsstelle
Capsaicin sollte nicht auf gereizte, verletzte oder entzündete Haut aufgetragen werden. Der Kontakt mit Schleimhäuten, Augen und empfindlichen Körperstellen ist unbedingt zu vermeiden.
Capsaicin in der Ernährung
Als Nahrungsbestandteil ist Capsaicin vor allem in Chili-Schoten, Cayennepfeffer und Paprika enthalten. Die Schärfe wird in Scoville Heat Units (SHU) gemessen. Reines Capsaicin erreicht etwa 16 Millionen SHU. Ernährungswissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Konsum von Capsaicin den Stoffwechsel leicht ankurbeln und möglicherweise das Sättigungsgefühl fördern kann, obwohl die klinische Relevanz dieser Effekte begrenzt ist.
Quellen
- Anand P, Bley K. Topical capsaicin for pain management: therapeutic potential and mechanisms of action of the new high-concentration capsaicin 8% patch. British Journal of Anaesthesia, 2011.
- European Medicines Agency (EMA): Qutenza (capsaicin) – Zusammenfassung des EPAR. EMA, 2009. Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- Caterina MJ et al. The capsaicin receptor: a heat-activated ion channel in the pain pathway. Nature, 1997;389(6653):816–824.
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