Chromaffin: Zellen, Funktion und Erkrankungen
Chromaffine Zellen sind spezialisierte Nervenzellen im Nebennierenmark, die Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin produzieren und freisetzen.
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Chromaffine Zellen sind spezialisierte Nervenzellen im Nebennierenmark, die Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin produzieren und freisetzen.
Was bedeutet chromaffin?
Der Begriff chromaffin beschreibt eine besondere Eigenschaft bestimmter Zellen des Nervensystems: Sie reagieren auf Chromsalze (insbesondere Kaliumdichromat) mit einer charakteristischen braunen Verfärbung. Diese sogenannte chromaffine Reaktion diente historisch als wichtiges Erkennungsmerkmal und gab diesen Zellen ihren Namen. Das Wort setzt sich aus dem griechischen chroma (Farbe) und dem lateinischen affinis (verwandt, zugehörig) zusammen.
Chromaffine Zellen: Vorkommen und Struktur
Chromaffine Zellen (auch Chromaffinzellen) sind spezialisierte neuroendokrine Zellen, die hauptsächlich im Nebennierenmark (Medulla glandulae suprarenalis) vorkommen. Kleinere Ansammlungen chromaffiner Zellen finden sich zudem entlang der Wirbelsäule in sogenannten Paraganglien sowie vereinzelt im Herzgeflecht, im Becken und im Kopf-Hals-Bereich.
Entwicklungsgeschichtlich stammen chromaffine Zellen aus der Neuralleiste und sind eng mit den Neuronen des sympathischen Nervensystems verwandt. Sie werden daher auch als modifizierte postganglionäre Nervenzellen betrachtet.
Funktion chromaffiner Zellen
Die Hauptaufgabe chromaffiner Zellen besteht in der Synthese, Speicherung und Ausschüttung von Katecholaminen, insbesondere:
- Adrenalin (Epinephrin): wird hauptsächlich im Nebennierenmark gebildet und ist das wichtigste Stresshormon des Körpers.
- Noradrenalin (Norepinephrin): ebenfalls ein zentrales Katecholamin, das Blutdruck und Herzfrequenz reguliert.
- Dopamin: in geringen Mengen als Vorläufersubstanz vorhanden.
Diese Hormone werden bei körperlichem oder psychischem Stress über das sympathische Nervensystem ausgeschüttet und lösen die klassische Kampf-oder-Flucht-Reaktion (Fight-or-Flight-Response) aus: Herzfrequenz und Blutdruck steigen, Muskeln werden besser durchblutet, die Pupillen weiten sich und der Blutzucker erhöht sich.
Medizinische Bedeutung: Erkrankungen chromaffiner Zellen
Phäochromozytom
Das Phäochromozytom ist ein in der Regel gutartiger Tumor der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks. Er produziert unkontrolliert große Mengen an Katecholaminen, was zu anfallsartigen oder dauerhaften Symptomen wie Bluthochdruck, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwitzen und Blässe führt. Unbehandelt kann ein Phäochromozytom lebensbedrohlich sein.
Paragangliom
Ein Paragangliom ist ein Tumor, der aus chromaffinen Zellen außerhalb des Nebennierenmarks entsteht, also aus den Paraganglien. Diese Tumoren können hormonell aktiv oder inaktiv sein und treten häufig im Bauchraum, im Brustraum oder im Kopf-Hals-Bereich auf.
Neuroblastom
Das Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor, der sich aus unreifen Vorläuferzellen der chromaffinen Zellen entwickelt. Er tritt vorwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern auf und gehört zu den häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter.
Diagnose und Untersuchung
Erkrankungen chromaffiner Zellen werden mithilfe verschiedener Methoden diagnostiziert:
- Laboruntersuchungen: Messung von Katecholaminen und deren Abbauprodukten (Metanephrine, Normetanephrine) im Blut oder Urin.
- Bildgebung: Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur Lokalisierung von Tumoren.
- Nuklearmedizin: MIBG-Szintigraphie (Metaiodbenzylguanidin) oder PET-CT zur gezielten Darstellung chromaffiner Tumorgewebe.
Behandlung
Die Behandlung von Tumoren chromaffiner Zellen richtet sich nach Art, Lage und Ausdehnung des Tumors. In den meisten Fällen ist die operative Entfernung (Resektion) die Therapie der Wahl. Vor einer Operation wird in der Regel eine medikamentöse Vorbereitung mit Alpha- und Betablockern durchgeführt, um gefährliche Blutdruckschwankungen zu verhindern. Bei bösartigen Tumoren kommen zusätzlich Strahlentherapie, Chemotherapie oder nuklearmedizinische Verfahren zum Einsatz.
Quellen
- Kasper, D.L. et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage, McGraw-Hill Education, 2022.
- Lenders, J.W.M. et al. - Phaeochromocytoma and paraganglioma: an Endocrine Society clinical practice guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2014. DOI: 10.1210/jc.2014-1498.
- World Health Organization (WHO) - Classification of Tumours of Endocrine Organs, 4th Edition, IARC Press, Lyon, 2017.
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