Chronische Wunde – Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine chronische Wunde ist eine Wunde, die trotz Behandlung nach mehr als 8 Wochen nicht abheilt. Sie tritt häufig bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Druckgeschwüren auf.
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Eine chronische Wunde ist eine Wunde, die trotz Behandlung nach mehr als 8 Wochen nicht abheilt. Sie tritt häufig bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Druckgeschwüren auf.
Was ist eine chronische Wunde?
Eine chronische Wunde ist eine Gewebsverletzung, die sich trotz sachgerechter Behandlung nicht innerhalb von acht Wochen schließt. Im Gegensatz zu akuten Wunden – etwa Schnittwunden oder Operationsnarben – stagniert der Heilungsprozess bei chronischen Wunden in einer bestimmten Phase und kommt nicht zum Abschluss. In Deutschland sind schätzungsweise 800.000 bis 1,5 Millionen Menschen von chronischen Wunden betroffen, was diese zu einem bedeutenden Gesundheitsproblem macht.
Ursachen
Chronische Wunden entstehen in der Regel nicht durch eine einzelne Ursache, sondern durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren:
- Durchblutungsstörungen: Arterielle oder venöse Gefäßerkrankungen vermindern die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gewebes.
- Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen Nerven und Gefäße, was zu schlechter Heilung führt – besonders am diabetischen Fuß.
- Dauerdruck: Anhaltender Druck auf Hautareale, etwa bei bettlägerigen Patienten, führt zu Druckgeschwüren (Dekubitus).
- Infektionen: Bakterielle Besiedlung kann den Heilungsprozess hemmen und Entzündungen aufrechterhalten.
- Immunschwäche: Erkrankungen oder Medikamente, die das Immunsystem schwächen, begünstigen chronische Wunden.
- Mangelernährung: Ein Mangel an Proteinen, Vitaminen (z. B. Vitamin C) oder Zink beeinträchtigt die Gewebereparatur.
Häufige Formen
- Ulcus cruris (offenes Bein): Meist durch chronisch-venöse Insuffizienz verursachtes Geschwür am Unterschenkel.
- Diabetisches Fußsyndrom: Wunden am Fuß bei Diabetikern durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen.
- Dekubitus (Druckgeschwür): Gewebeschäden durch anhaltenden Druck, oft bei immobilen Patienten.
- Ischämische Wunden: Entstehen durch mangelnde Blutversorgung bei arteriellen Verschlusskrankheiten.
Symptome
Das klinische Bild chronischer Wunden ist vielfältig und hängt von der Ursache ab. Typische Zeichen sind:
- Fehlende oder sehr langsame Abheilung über mehrere Wochen
- Schmerzen im und um den Wundbereich
- Rötung, Schwellung und Wärme als Zeichen einer Infektion oder Entzündung
- Übelriechende oder eitrige Wundsekretion
- Schwarzes oder gelbes Gewebe (Nekrose oder Fibrinbelag) in der Wunde
- Ödeme (Wasseransammlungen) in der Umgebung der Wunde
Diagnose
Die Diagnose einer chronischen Wunde umfasst eine gründliche Anamnese sowie klinische und technische Untersuchungen:
- Wundbeurteilung: Dokumentation von Wundgröße, Tiefe, Wundrand, Wundgrund und Sekretion.
- Mikrobiologischer Abstrich: Identifikation von Erregern und Resistenzen (Antibiogramm).
- Doppler-Sonographie: Überprüfung der Durchblutung in den Beingefäßen.
- Laboruntersuchungen: Blutzucker, HbA1c, Entzündungsmarker (CRP, Leukozyten), Albumin.
- Bildgebung: Röntgen oder MRT bei Verdacht auf Knochen- oder Tiefeninfektionen (Osteomyelitis).
Behandlung
Die Therapie chronischer Wunden ist komplex und erfordert ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegefachkräften und Therapeuten. Ziel ist es, die Ursache zu behandeln und optimale Wundheilungsbedingungen zu schaffen.
Wundversorgung
- Débridement: Entfernung von abgestorbenem Gewebe (chirurgisch, enzymatisch oder autolytisch), um die Wundheilung zu fördern.
- Moderne Wundauflagen: Hydrokolloid-, Hydrogelverbände oder Schaumstoffverbände halten die Wunde feucht und unterstützen die Heilung.
- Vakuumtherapie (Unterdruck-Wundtherapie): Fördert die Durchblutung und Granulation durch negativen Druck.
- Antiseptika: Bei infizierten Wunden kommen Substanzen wie Polihexanid oder Octenidin zum Einsatz.
Behandlung der Grunderkrankung
- Optimale Blutzuckereinstellung bei Diabetes
- Kompressionstherapie bei venöser Insuffizienz
- Revaskularisierung bei arteriellen Verschlüssen
- Druckentlastung bei Dekubitus
Unterstützende Maßnahmen
- Ernährungsoptimierung (Protein, Vitamin C, Zink)
- Schmerztherapie
- Physiotherapie zur Förderung der Mobilität
Prävention
Viele chronische Wunden lassen sich durch gezielte Maßnahmen verhindern oder in ihrer Entwicklung aufhalten:
- Regelmäßige Fußpflege und -kontrolle bei Diabetikern
- Druckentlastung und regelmäßige Umlagerung bei bettlägerigen Patienten
- Konsequente Behandlung von Gefäßerkrankungen
- Ausgewogene Ernährung zur Unterstützung der Gewebereparatur
- Verzicht auf Nikotin, da Rauchen die Durchblutung stark beeinträchtigt
Quellen
- Augustin M. et al. - Versorgung chronischer Wunden: Diagnose und Therapie chronischer Wunden. Dtsch Arztebl Int. 2011;108(25):435-440.
- World Health Organization (WHO) - Chronic diseases and health promotion. www.who.int (abgerufen 2024).
- Dissemond J. et al. - Moderne Wundversorgung. 8. Auflage. UNI-MED Verlag, Bremen 2022.
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