Citalopram: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Citalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es wird zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt.
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Citalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es wird zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen eingesetzt.
Was ist Citalopram?
Citalopram ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Wirkstoffgruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es gehört zu den am häufigsten verordneten Antidepressiva weltweit und wird seit den 1980er Jahren klinisch eingesetzt. Der Wirkstoff ist unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich, darunter Cipramil.
Anwendungsgebiete
Citalopram wird hauptsächlich bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:
- Depressive Erkrankungen (unipolare Depression, auch schwere Verlaufsformen)
- Panikstörungen mit oder ohne Agoraphobie
- Generalisierte Angststörungen
- Soziale Angststörungen
- Zwangsstörungen (OCD) – in bestimmten Fällen
Wirkmechanismus
Citalopram hemmt selektiv den Serotonin-Transporter (SERT) im Gehirn. Dieser Transporter ist normalerweise dafür verantwortlich, Serotonin aus dem synaptischen Spalt zurück in die Nervenzelle zu transportieren. Durch die Hemmung dieses Transporters bleibt mehr Serotonin im synaptischen Spalt verfügbar, was die Signalübertragung zwischen Nervenzellen verbessert. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Schlaf und Wohlbefinden spielt. Im Vergleich zu anderen SSRI gilt Citalopram als besonders selektiv und hat kaum Wechselwirkungen mit anderen Rezeptortypen.
Dosierung
Die Dosierung von Citalopram richtet sich nach dem Anwendungsgebiet, dem Alter und der individuellen Verträglichkeit des Patienten. Allgemeine Richtwerte gemäß aktueller Leitlinien:
- Erwachsene: In der Regel 20 mg täglich; bei Bedarf Steigerung auf maximal 40 mg täglich
- Ältere Patienten (über 65 Jahre): Maximaldosis 20 mg täglich, da das Risiko für Nebenwirkungen erhöht ist
- Kinder und Jugendliche: Die Anwendung wird in dieser Altersgruppe nicht empfohlen
Citalopram wird einmal täglich, in der Regel morgens, mit oder ohne Mahlzeit eingenommen. Die volle therapeutische Wirkung tritt häufig erst nach 2–4 Wochen ein.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Citalopram Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Schlafstörungen oder erhöhte Müdigkeit
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Schwitzen
- Sexuelle Funktionsstörungen (z. B. Libidoverlust, verzögerte Ejakulation)
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen umfassen:
- QT-Verlängerung: Citalopram kann das QT-Intervall im EKG verlängern, was das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht. Daher ist eine maximale Tagesdosis von 40 mg vorgeschrieben.
- Serotonin-Syndrom: Besonders bei Kombination mit anderen serotonerg wirkenden Substanzen – äußert sich durch Unruhe, Zittern, Fieber und im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit.
- Suizidgedanken: Insbesondere zu Beginn der Therapie bei jungen Erwachsenen kann das Risiko für Suizidgedanken vorübergehend erhöht sein.
Wechselwirkungen
Citalopram kann mit einer Reihe von Arzneimitteln und Substanzen wechselwirken:
- MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, Phenelzin): Kombination strikt kontraindiziert – Risiko eines lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms
- Andere serotonerge Substanzen (z. B. Tramadol, Triptane, Johanniskraut): erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom
- QT-verlängernde Arzneimittel (z. B. bestimmte Antiarrhythmika, Antipsychotika): erhöhtes Herzrhythmusrisiko
- Gerinnungshemmende Mittel (z. B. Warfarin, ASS): erhöhtes Blutungsrisiko
Hinweise zur Behandlung
Die Therapie mit Citalopram sollte stets unter ärztlicher Aufsicht beginnen und beendet werden. Das Absetzen sollte schrittweise erfolgen, um Absetzsymptome wie Schwindel, Reizbarkeit oder grippeähnliche Beschwerden zu vermeiden. Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sich die Stimmung verschlechtert oder Suizidgedanken auftreten – besonders in den ersten Wochen der Behandlung.
Quellen
- Fachinformation Cipramil (Citalopramhydrobromid), Lundbeck GmbH, aktualisierte Fassung 2023.
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Unipolare Depression, 2022. Verfügbar unter: www.dgppn.de
- European Medicines Agency (EMA): Assessment Report on Citalopram and QT-prolongation, 2011. Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
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