Clemizol-Benzylpenicillin: Wirkung & Anwendung
Clemizol-Benzylpenicillin ist ein Depotpenicillin zur Behandlung bakterieller Infektionen. Es wird intramuskulaer injiziert und gibt den Wirkstoff langsam frei.
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Clemizol-Benzylpenicillin ist ein Depotpenicillin zur Behandlung bakterieller Infektionen. Es wird intramuskulaer injiziert und gibt den Wirkstoff langsam frei.
Was ist Clemizol-Benzylpenicillin?
Clemizol-Benzylpenicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline. Es handelt sich um ein sogenanntes Depotpenicillin, bei dem der Wirkstoff Benzylpenicillin (Penicillin G) mit Clemizol, einem Antihistaminikum der ersten Generation, zu einem Salz verbunden wird. Durch diese Kombination wird der Wirkstoff nach der intramuskulaeren Injektion langsam aus dem Gewebe freigesetzt, was eine verlaengerte Wirkungsdauer ermoeglicht.
Indikation
Clemizol-Benzylpenicillin wird eingesetzt zur Behandlung von Infektionen, die durch penicillinempfindliche Bakterien verursacht werden. Typische Anwendungsgebiete umfassen:
- Syphilis (Lues) und andere Treponema-pallidum-Infektionen
- Streptokokkeninfektionen, z. B. Scharlach oder Erysipel (Wundrose)
- Pneumokokkeninfektionen der Atemwege
- Prophylaxe des rheumatischen Fiebers
- Andere durch gramnegative und grampositive Erreger ausgeloeste Infektionen, die auf Penicillin G ansprechen
Wirkmechanismus
Der antibakteriell wirksame Bestandteil ist Benzylpenicillin (Penicillin G). Es hemmt die Biosynthese der bakteriellen Zellwand, indem es an sogenannte Penicillin-bindende Proteine (PBPs) bindet. Diese Proteine sind Enzyme, die fuer die Vernetzung der Peptidoglykanschicht der Bakterienzellwand verantwortlich sind. Durch die Hemmung dieser Enzyme wird die Zellwandsynthese gestoppt, was zur Lyse und zum Absterben der Bakterien fuehrt. Clemizol dient lediglich als Traegerstoff und verlaengert durch die schlechte Wasserloeslichkeit des Salzes die Resorptionszeit.
Dosierung und Anwendung
Clemizol-Benzylpenicillin wird ausschliesslich als intramuskulaere Injektion verabreicht und darf keinesfalls intravenoees appliziert werden, da dies zu schwerwiegenden Reaktionen fuehren kann. Die Dosierung richtet sich nach der Art und Schwere der Infektion sowie nach dem Alter und Koerpergewicht des Patienten.
- Erwachsene: Uebliche Dosen liegen zwischen 1,2 und 2,4 Millionen Einheiten (IE) pro Injektion, je nach Indikation.
- Kinder: Die Dosierung wird nach Koerpergewicht berechnet und vom behandelnden Arzt festgelegt.
- Die Injektionsintervalle betragen je nach Praeparat und Indikation 1 bis 3 Tage, da die Depotwirkung eine einmalige oder seltene Gabe ermoeglicht.
Die genaue Dosierung wird stets vom Arzt individuell festgelegt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Clemizol-Benzylpenicillin Nebenwirkungen verursachen. Zu den haeufigen und moeglichen unerwuenschten Wirkungen gehoeren:
- Ueberempfindlichkeitsreaktionen: von Hautausschlag bis hin zur lebensbedrohlichen Anaphylaxie bei bekannter Penicillinallergie
- Lokalreaktionen: Schmerzen, Roetung und Schwellung an der Injektionsstelle
- Gastrointestinale Beschwerden: Uebelkeit, Durchfall
- Neurologische Reaktionen: Bei sehr hohen Dosen sind Krampfanfaelle moeglich (Penicillin-Enzephalopathie)
- Hematologische Veraenderungen: z. B. haemolytische Anaemie oder Neutropenie bei Langzeittherapie
- Sedierung oder antihistaminerge Effekte durch den Clemizol-Anteil sind in therapeutischen Dosen in der Regel nicht klinisch relevant
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen
Clemizol-Benzylpenicillin darf nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Allergie gegen Penicilline oder andere Betalaktamantibiotika
- Intravenoese oder intraarterielle Anwendung ist absolut kontraindiziert
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit:
- Methotrexat: Penicilline koennen die renale Ausscheidung von Methotrexat verringern und dessen Toxizitaet erhoehen.
- Probenecid: Verzoegert die Ausscheidung von Penicillin und erhoht so die Plasmakonzentration.
- Bakteriostatische Antibiotika (z. B. Tetracycline, Chloramphenicol): Koennen die bakterizide Wirkung von Penicillin abschwaechen.
Quellen
- Mutschler, E. et al. - Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2023.
- World Health Organization (WHO) - WHO Model Formulary 2008. Genf: WHO Press, 2009. Verfuegbar unter: https://www.who.int
- European Medicines Agency (EMA) - Produktinformationen zu Benzylpenicillin-haltigen Arzneimitteln. Verfuegbar unter: https://www.ema.europa.eu
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