Collum radii – Anatomie und Frakturen
Das Collum radii ist der anatomische Hals des Speichenknochens (Radius) im Unterarm, direkt unterhalb des Radiusköpfchens. Frakturen dieser Region sind häufig und betreffen oft Kinder.
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Das Collum radii ist der anatomische Hals des Speichenknochens (Radius) im Unterarm, direkt unterhalb des Radiusköpfchens. Frakturen dieser Region sind häufig und betreffen oft Kinder.
Definition und Anatomie
Das Collum radii (lateinisch: Hals des Radius) bezeichnet den schlanken, zylindrischen Abschnitt des Speichenknochens (Radius), der sich unmittelbar unterhalb des Radiusköpfchens (Caput radii) befindet. Dieser Bereich liegt im proximalen Unterarm und bildet einen wichtigen Teil des Ellenbogengelenks. Das Collum radii verbindet das Radiusköpfchen mit dem restlichen Schaftbereich des Radius und ist von einer dünnen Knochenkortikalis umgeben, was ihn anfällig für Verletzungen macht.
Klinische Bedeutung
Das Collum radii ist vor allem wegen seiner Frakturanfälligkeit klinisch relevant. Frakturen des Radiushalses gehören zu den häufigeren Verletzungen im Bereich des Ellenbogens und treten besonders häufig im Kindes- und Jugendalter auf. Sie entstehen typischerweise durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand, bei dem axiale Krafteinwirkung über das Radiusköpfchen auf den Hals übertragen wird.
Ursachen von Frakturen
- Sturz auf ausgestreckte Hand: Die häufigste Ursache, besonders bei Kindern.
- Direktes Trauma: Schlag oder Aufprall direkt auf den Ellenbogen.
- Sportverletzungen: Beispielsweise beim Turnen, Radfahren oder Mannschaftssport.
- Osteoporose: Bei älteren Menschen kann bereits ein geringes Trauma ausreichen.
Symptome
Typische Beschwerden nach einer Fraktur des Collum radii umfassen:
- Schmerzen im seitlichen Ellenbogenbereich
- Schwellung und Druckempfindlichkeit über dem Radiushals
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Ellenbogens, insbesondere beim Beugen, Strecken und Drehen des Unterarms (Pro- und Supination)
- Sichtbare Fehlstellung bei schweren Frakturen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch:
- Klinische Untersuchung: Beurteilung von Schmerz, Schwellung und Bewegungseinschränkung.
- Röntgenaufnahme: Standard-Röntgenbilder des Ellenbogens in zwei Ebenen sind die wichtigste diagnostische Maßnahme und zeigen Lage und Ausmaß der Fraktur.
- Computertomographie (CT): Bei komplexen Frakturen oder unklaren Befunden zur genauen Beurteilung der Fragmentstellung.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Bei Verdacht auf Begleitverletzungen von Weichteilen oder Knorpelstrukturen.
Klassifikation
Frakturen des Radiushalses werden häufig nach Judet (bei Kindern) oder nach der Mason-Klassifikation (bei Erwachsenen) eingeteilt. Die Klassifikation richtet sich nach dem Dislokationsgrad (Verschiebung der Knochenfragmente) und ist entscheidend für die Therapiewahl.
Behandlung
Konservative Therapie
Nicht oder gering dislozierte Frakturen (Verschiebung unter 30 Grad Angulation und weniger als 2 mm Stufenbildung) können konservativ behandelt werden. Dies umfasst:
- Ruhigstellung des Ellenbogens mit einer Schiene oder Gipsschiene für 2 bis 3 Wochen
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten
- Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit nach Abschluss der Ruhigstellung
Operative Therapie
Stärker verschobene Frakturen erfordern eine operative Behandlung:
- Geschlossene Reposition: Einrichten der Fraktur ohne offene Operation, oft bei Kindern möglich.
- Offene Reposition und interne Fixation: Operatives Einrichten und Fixieren der Knochenfragmente mit Schrauben, Drähten oder Platten.
- Radiusköpfchenresektion oder -prothese: In seltenen Fällen bei nicht rekonstruierbaren Frakturen bei Erwachsenen.
Heilung und Prognose
Die Heilungsaussichten bei Frakturen des Collum radii sind bei frühzeitiger und adäquater Behandlung in der Regel gut. Kinder haben durch ihren aktiven Knochenstoffwechsel eine besonders hohe Heilungstendenz. Mögliche Komplikationen umfassen Bewegungseinschränkungen, avaskuläre Nekrose des Radiusköpfchens sowie in seltenen Fällen eine verzögerte Heilung.
Quellen
- Schünke M, Schulte E, Schumacher U: Prometheus - Lernatlas der Anatomie. Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. 5. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2018.
- Rockwood CA, Wilkins KE, Beaty JH: Fractures in Children. 8th Edition. Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia 2015.
- Müller-Mai C, Ekkernkamp A: Frakturen - Klassifikation und Behandlungsoptionen. Springer Verlag, Berlin 2010.
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