Corpus femoris – Anatomie und klinische Bedeutung
Das Corpus femoris ist der Schaft des Oberschenkelknochens (Femur) und verbindet den Hüftkopf mit dem Kniegelenk. Er bildet das zentrale, zylindrische Mittelstück des stärksten Knochens im menschlichen Körper.
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Das Corpus femoris ist der Schaft des Oberschenkelknochens (Femur) und verbindet den Hüftkopf mit dem Kniegelenk. Er bildet das zentrale, zylindrische Mittelstück des stärksten Knochens im menschlichen Körper.
Definition und Anatomie
Das Corpus femoris (lat. corpus = Körper, femoris = des Oberschenkels) bezeichnet den Schaft des Femurs, also des Oberschenkelknochens. Es handelt sich dabei um den langen, zylindrischen Mittelteil des Femurs, der sich zwischen dem proximalen Ende (Hüftkopf, Hals und Trochanteren) und dem distalen Ende (Kondylen am Kniegelenk) erstreckt. Das Corpus femoris ist der längste und kräftigste Knochenabschnitt des menschlichen Körpers und trägt maßgeblich zur Stabilität und Fortbewegung bei.
Aufbau des Corpus femoris
Der Femurschaft weist im Querschnitt eine annähernd dreieckige bis runde Form auf und besteht aus dichter, kompakter Knochensubstanz (Substantia compacta), die einen Markraum (Cavitas medullaris) umschließt. An der Rückseite des Schaftes verläuft eine längsgerichtete Knochenkante, die sogenannte Linea aspera. Sie dient als wichtiger Ansatzpunkt für zahlreiche Muskeln des Oberschenkels und der Hüfte.
Wichtige anatomische Strukturen am Corpus femoris
- Linea aspera: Rauhe Längsleiste an der dorsalen (hinteren) Seite des Schaftes; Ansatzpunkt für Muskeln wie den Musculus vastus medialis, Musculus vastus lateralis und die Adduktoren.
- Tuberositas glutea: Raue Fläche am proximalen Schaft; Ansatz des Musculus gluteus maximus.
- Foramen nutricium: Eine kleine Öffnung im Schaft, durch die Blutgefäße zur Versorgung des Knochenmarks verlaufen.
Funktion
Das Corpus femoris übernimmt im menschlichen Körper mehrere wesentliche Aufgaben:
- Kraftübertragung: Es leitet die Körperlast vom Rumpf über das Hüftgelenk in das Kniegelenk und weiter in den Unterschenkel weiter.
- Muskelansatz: Zahlreiche Muskeln der Oberschenkel- und Hüftregion setzen am Femurschaft an und ermöglichen Bewegungen wie Beugung, Streckung, Abspreizung und Rotation des Beines.
- Blutbildung: Im Knochenmark des Femurschaftes findet bei Kindern aktiv die Blutbildung (Hämatopoese) statt. Im Erwachsenenalter wird das rote Knochenmark zunehmend durch Fettmark ersetzt.
Klinische Bedeutung
Femurschaftfraktur
Eine Femurschaftfraktur ist ein Knochenbruch im Bereich des Corpus femoris. Sie tritt häufig durch Hochrasanztraumen auf, beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder Stürzen aus großer Höhe. Aufgrund der starken umgebenden Muskulatur können erhebliche Blutungen in den Oberschenkel auftreten, die lebensbedrohlich sein können. Die Behandlung erfolgt in der Regel operativ, meist durch eine intramedulläre Nagelung (Einbringen eines Marknagels in den Markraum).
Osteoporose und Stressfrakturen
Bei Patienten mit Osteoporose (Verminderung der Knochendichte) kann der Femurschaft durch alltägliche Belastungen oder geringfügige Traumen brechen. Stressfrakturen entstehen hingegen durch wiederholte Überbelastung, wie sie z. B. bei Leistungssportlern vorkommt.
Tumoren des Femurschaftes
Der Femurschaft kann von primären Knochentumoren wie dem Osteosarkom oder dem Ewing-Sarkom betroffen sein, aber auch von Knochenmetastasen anderer Tumoren. Diese erfordern eine spezialisierte onkologische Diagnostik und Therapie.
Diagnostik
Zur Beurteilung des Corpus femoris stehen folgende diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Röntgenaufnahme: Standardverfahren bei Verdacht auf Fraktur oder knöcherne Veränderungen.
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung komplexer Frakturen oder Tumoren.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Weichteilstrukturen, Knochenmarködem und Stressfrakturen.
- Knochenszintigraphie: Nachweis von Metastasen oder Entzündungen im Knochen.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage, 2018.
- Buckwalter J. A., Einhorn T. A., Simon S. R. - Orthopaedic Basic Science: Biology and Biomechanics of the Musculoskeletal System. American Academy of Orthopaedic Surgeons, 2000.
- World Health Organization (WHO) - Global Report on Fracture Burden, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
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