Dextromethorphan – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Dextromethorphan ist ein hustenstillender Wirkstoff, der in vielen rezeptfreien Erkältungsmitteln enthalten ist. Er wirkt direkt im Gehirn und unterdrückt den Hustenreiz.
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Dextromethorphan ist ein hustenstillender Wirkstoff, der in vielen rezeptfreien Erkältungsmitteln enthalten ist. Er wirkt direkt im Gehirn und unterdrückt den Hustenreiz.
Was ist Dextromethorphan?
Dextromethorphan (kurz: DXM) ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff aus der Gruppe der Antitussiva, also hustenreizstillender Mittel. Er ist in zahlreichen rezeptfreien Husten- und Erkältungspräparaten enthalten und gehört zu den am häufigsten verwendeten Hustenmitteln weltweit. Chemisch ist Dextromethorphan ein Derivat des Morphinans, wirkt jedoch – im Gegensatz zu Opioidanalgetika – nicht schmerzhemmend und hat bei bestimmungsgemäßer Anwendung kein nennenswertes Suchtpotenzial.
Wirkmechanismus
Dextromethorphan wirkt hauptsächlich als Antagonist an NMDA-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptoren) im zentralen Nervensystem. Durch diese Blockade wird das Hustenzentrum in der Medulla oblongata (verlängertes Mark) gehemmt, was den Hustenreiz unterdrückt. Zusätzlich bindet es an Sigma-1-Rezeptoren und blockiert bestimmte Serotonintransporter, was seine pharmakologischen Eigenschaften weiter beeinflusst.
Im Gegensatz zu Codein wirkt Dextromethorphan nicht über Opioidrezeptoren, weshalb es keine analgetische (schmerzstillende) Wirkung besitzt und in therapeutischen Dosen keine Atemdepression verursacht.
Anwendungsgebiete
Dextromethorphan wird primär zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten eingesetzt, insbesondere bei:
- Trockenem, unproduktivem Reizhusten im Rahmen von Erkältungen
- Husten nach Infektionen der oberen Atemwege
- Husten, der den Schlaf oder den Alltag erheblich beeinträchtigt
Es ist nicht geeignet bei produktivem Husten mit Auswurf, da der Schleim in diesem Fall abgehustet werden sollte.
Dosierung und Darreichungsformen
Dextromethorphan ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Hustensaft (Lösung zum Einnehmen)
- Lutschtabletten
- Hartkapseln
- Kombinationspräparate (z. B. mit Guaifenesin oder Antihistaminika)
Die übliche Erwachsenendosis beträgt 10–30 mg alle 4–8 Stunden, nicht mehr als 120 mg pro Tag. Bei Kindern ist die Dosierung gewichts- und altersabhängig; Kinder unter 2 Jahren sollten Dextromethorphan grundsätzlich nicht erhalten. Ab einem Alter von 6 Jahren ist eine Anwendung unter ärztlicher Aufsicht möglich.
Nebenwirkungen
Bei bestimmungsgemäßer Anwendung ist Dextromethorphan gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Schwindel und Benommenheit
- Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden
- Sedierung (Müdigkeit)
- Hautausschlag (selten)
Bei Überdosierung kann Dextromethorphan psychoaktive Wirkungen hervorrufen (Dissoziation, Halluzinationen), weshalb es gelegentlich missbräuchlich verwendet wird. Eine Überdosierung ist medizinisch ernst zu nehmen und erfordert sofortige ärztliche Versorgung.
Wechselwirkungen
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit:
- MAO-Hemmern: Die gleichzeitige Einnahme kann zu einem lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom führen. MAO-Hemmer dürfen nicht gleichzeitig oder innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen von Dextromethorphan eingenommen werden.
- Serotonergen Substanzen (z. B. bestimmte Antidepressiva): erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom.
- CYP2D6-Inhibitoren (z. B. Fluoxetin, Paroxetin): können den Abbau von Dextromethorphan verlangsamen und die Wirkstoffkonzentration im Blut erhöhen.
Gegenanzeigen
Dextromethorphan sollte nicht angewendet werden bei:
- Gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
- Produktivem Husten mit Auswurf
- Asthma bronchiale oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ohne ärztliche Rücksprache
- Kindern unter 2 Jahren
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von Dextromethorphan in der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und ärztlicher Empfehlung erfolgen, da die Datenlage zur Sicherheit in der Schwangerschaft begrenzt ist. In der Stillzeit ist Vorsicht geboten, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergehen kann.
Quellen
- Brayfield A (Hrsg.) - Martindale: The Complete Drug Reference, 38. Auflage, Pharmaceutical Press, London, 2014.
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) - Bewertungsbericht zu Dextromethorphan-haltigen Arzneimitteln, 2015. Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- Mutschler E et al. - Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, 11. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2020.
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