Diclofenac – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Diclofenac ist ein entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), das bei Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird.
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Diclofenac ist ein entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), das bei Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird.
Was ist Diclofenac?
Diclofenac ist ein verschreibungspflichtiges und teilweise rezeptfrei erhältliches Arzneimittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Es wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Diclofenac zählt zu den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln weltweit und ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Gel, Pflaster, Suppositorien und Injektionslösungen.
Indikationen (Anwendungsgebiete)
Diclofenac wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt:
- Gelenkerkrankungen wie Arthrose (degenerativer Gelenkverschleiß) und rheumatoide Arthritis
- Akute Muskel- und Skelettschmerzen, z. B. nach Verletzungen oder Operationen
- Rückenschmerzen und Wirbelsäulenbeschwerden
- Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe)
- Migräne und Kopfschmerzen
- Zahnschmerzen und postoperative Schmerzen
- Entzündliche Erkrankungen wie Tendinitis (Sehnenentzündung) oder Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
Wirkmechanismus
Diclofenac hemmt das Enzym Cyclooxygenase (COX), das in zwei Formen vorkommt: COX-1 und COX-2. Beide Formen sind an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt – körpereigene Botenstoffe, die Schmerz, Entzündung und Fieber vermitteln. Durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese werden Schmerzsignale reduziert, Entzündungsreaktionen gedämpft und Fieber gesenkt.
Im Vergleich zu anderen NSAR wirkt Diclofenac etwas stärker auf COX-2 als auf COX-1, was die entzündungshemmende Wirkung betont. Die Hemmung von COX-1 beeinflusst jedoch auch den Magenschutz und die Blutgerinnung, was zu möglichen Nebenwirkungen führen kann.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die Dosierung von Diclofenac hängt von der Darreichungsform, dem Anwendungsgebiet und dem individuellen Patientenprofil ab:
- Orale Einnahme (Tabletten/Kapseln): Übliche Tagesdosis 75–150 mg, aufgeteilt auf 2–3 Einzelgaben
- Topische Anwendung (Gel/Pflaster): Direkt auf die betroffene Stelle auftragen, mehrmals täglich – geringere systemische Belastung
- Injektion: Nur unter ärztlicher Aufsicht, meist 75 mg einmal täglich
- Die Anwendungsdauer sollte so kurz wie möglich gehalten werden – idealerweise nicht länger als 7–10 Tage ohne ärztliche Begleitung
Nebenwirkungen
Wie alle NSAR kann Diclofenac Nebenwirkungen haben, insbesondere bei längerer oder hochdosierter Anwendung:
Häufige Nebenwirkungen
- Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen
- Durchfall oder Verstopfung
- Kopfschmerzen und Schwindel
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen
- Magengeschwüre und gastrointestinale Blutungen
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei langfristiger Einnahme
- Nierenschäden (Nephrotoxizität) insbesondere bei vorbestehenden Nierenerkrankungen
- Leberwerterhöhungen bis hin zu Leberschäden
- Allergische Reaktionen, in seltenen Fällen Hautreaktionen
Gegenanzeigen (Kontraindikationen)
Diclofenac sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Diclofenac oder andere NSAR
- Aktiven Magengeschwüren oder gastrointestinalen Blutungen
- Schwerer Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz
- Im letzten Schwangerschaftsdrittel
- Gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern (z. B. Warfarin) ohne ärztliche Aufsicht
Wechselwirkungen
Diclofenac kann mit einer Reihe von Arzneimitteln interagieren:
- Blutverdünner (z. B. Warfarin, Heparin): erhöhtes Blutungsrisiko
- Andere NSAR oder Kortikosteroide: verstärkte Magenschleimhautbelastung
- ACE-Hemmer und Diuretika: verminderte Wirksamkeit der blutdrucksenkenden Therapie
- Lithium und Methotrexat: erhöhte Plasmaspiegel und damit Toxizitätsgefahr
Besondere Hinweise
Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Diclofenac nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Die topische (örtliche) Anwendung als Gel oder Pflaster ist bei lokalen Schmerzen bevorzugt, da sie systemische Nebenwirkungen deutlich reduziert. Diclofenac ist in Deutschland in niedrigen Dosierungen (z. B. 25 mg Tabletten, Gel) rezeptfrei erhältlich; höhere Dosierungen sind verschreibungspflichtig.
Quellen
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Diclofenac-haltige Arzneimittel – Bewertungsbericht, 2013. Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- Fachinformation Diclofenac-ratiopharm. Ratiopharm GmbH, aktuelle Fassung gemäß Lauer-Taxe.
- Brunton L, Hilal-Dandan R, Knollmann B. Goodman & Gilman's The Pharmacological Basis of Therapeutics. 13. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
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