Gesichtsfeld – Definition, Ausfälle & Diagnose
Das Gesichtsfeld bezeichnet den gesamten Bereich, den ein Auge bei ruhigem Blick wahrnehmen kann. Einschränkungen können auf Augen- oder Hirnerkrankungen hinweisen.
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Das Gesichtsfeld bezeichnet den gesamten Bereich, den ein Auge bei ruhigem Blick wahrnehmen kann. Einschränkungen können auf Augen- oder Hirnerkrankungen hinweisen.
Was ist das Gesichtsfeld?
Das Gesichtsfeld (lateinisch: Campus visus) ist der gesamte Raumbereich, den ein Auge wahrnehmen kann, ohne dass sich der Blick bewegt. Es umfasst sowohl das zentrale als auch das periphere (seitliche) Sehen. Das normale Gesichtsfeld eines Auges erstreckt sich etwa 60 Grad nach oben, 70–75 Grad nach unten, 100 Grad nach außen (temporal) und 60 Grad nach innen (nasal). Beide Augen zusammen ergeben ein binokulares Gesichtsfeld von rund 200 Grad in der Horizontalen.
Bedeutung des Gesichtsfeldes
Das Gesichtsfeld ist entscheidend für die Orientierung im Raum, die Verkehrstüchtigkeit, das Lesen und viele alltägliche Aktivitäten. Veränderungen oder Ausfälle im Gesichtsfeld können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sind häufig ein wichtiges diagnostisches Signal für Erkrankungen des Auges oder des Nervensystems.
Ursachen von Gesichtsfeldausfällen
Gesichtsfeldausfälle (sogenannte Skotome oder Gesichtsfelddefekte) können durch verschiedene Erkrankungen entstehen:
- Glaukom (Grüner Star): Eine der häufigsten Ursachen; erhöhter Augeninnendruck schädigt den Sehnerv und führt zu typischen Gesichtsfeldausfällen, zuerst im peripheren Bereich.
- Netzhauterkrankungen: z. B. Netzhautablösung, altersbedingte Makuladegeneration oder Netzhautgefäßverschlüsse.
- Erkrankungen des Sehnervs: z. B. Optikusneuritis (Entzündung des Sehnervs), häufig bei Multipler Sklerose.
- Zerebrale Ursachen: Schlaganfall, Hirntumore oder Verletzungen im Bereich der Sehbahn können zu charakteristischen Gesichtsfeldausfällen führen, z. B. einer Hemianopsie (Ausfall einer Gesichtsfeldhälfte).
- Migräne mit Aura: Vorübergehende Gesichtsfeldstörungen in Form von Flimmerskotomen.
- Erhöhter Hirndruck: Kann den Sehnerv komprimieren und das Gesichtsfeld einschränken.
Symptome und Wahrnehmung von Gesichtsfeldausfällen
Betroffene bemerken Gesichtsfeldausfälle oft erst spät, da das Gehirn fehlende Informationen häufig unbewusst ergänzt. Typische Hinweise können sein:
- Dunkle oder graue Flecken im Sichtfeld (Skotome)
- Tunnelblick (starke Einschränkung des peripheren Sehens)
- Zusammenstoßen mit Gegenständen oder Personen an der Seite
- Probleme beim Lesen oder beim Erkennen von Gesichtern
- Flimmern oder Lichtblitze im Sichtfeld (bei Migräne-Aura)
Diagnose: Perimetrie
Die wichtigste Untersuchungsmethode zur Beurteilung des Gesichtsfeldes ist die Perimetrie. Dabei fixiert der Patient einen zentralen Punkt, während Lichtreize an verschiedenen Positionen im Gesichtsfeld präsentiert werden. Durch die Rückmeldung des Patienten wird eine detaillierte Karte des Gesichtsfeldes erstellt.
Arten der Perimetrie
- Computergestützte automatische Perimetrie: Goldstandard in der modernen Augenheilkunde; präzise, reproduzierbar und standardisiert (z. B. Humphrey-Perimetrie).
- Kinetische Perimetrie (Goldmann-Perimetrie): Ein bewegter Lichtpunkt wird von außen nach innen bewegt; besonders geeignet für Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit.
- Konfrontationstest: Einfache Screening-Methode in der Arztpraxis ohne spezielle Geräte.
Behandlung
Die Behandlung von Gesichtsfeldausfällen richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Glaukom: Senkung des Augeninnendrucks durch Augentropfen, Laser oder Operation.
- Netzhauterkrankungen: Je nach Ursache Laserbehandlung, intravitreale Injektionen (Spritzen ins Auge) oder Operation.
- Optikusneuritis: Kortikosteroid-Therapie zur Beschleunigung der Erholung.
- Zerebrale Ursachen: Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Schlaganfalltherapie); ergänzend kann eine Sehfeldrehabilitation helfen, verlorene Bereiche teilweise zu kompensieren.
Einige Gesichtsfeldausfälle sind dauerhaft; eine frühzeitige Diagnose und Therapie sind daher entscheidend, um weitere Schäden zu verhindern.
Quellen
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie zur Glaukomdiagnostik und Perimetrie. DOG, 2023.
- Grehn, F.: Augenheilkunde. 32. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2019.
- Kanski, J. J.; Bowling, B.: Klinische Ophthalmologie. 8. Auflage. Urban & Fischer/Elsevier, 2022.
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