Gips – Gipsverband: Anwendung & Heilung
Ein Gips ist ein starrer Stützverband aus Gipsbinden oder modernen Kunststoffen, der gebrochene Knochen oder verletzte Gelenke ruhigstellt und die Heilung fördert.
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Ein Gips ist ein starrer Stützverband aus Gipsbinden oder modernen Kunststoffen, der gebrochene Knochen oder verletzte Gelenke ruhigstellt und die Heilung fördert.
Was ist ein Gips?
Ein Gips (medizinisch: Gipsverband oder Castverband) ist eine starre Schiene oder Hülle, die dazu dient, verletzte Körperstellen – vor allem gebrochene Knochen (Frakturen) oder verstauchte Gelenke – ruhigzustellen. Dies ermöglicht eine korrekte Heilung in der gewünschten Position. Traditionell wird der Verband aus Gipsbinden hergestellt, die beim Kontakt mit Wasser aushärten. In der modernen Medizin werden häufig auch leichtere Kunststoffmaterialien (z. B. Fiberglas) verwendet.
Anwendungsgebiete
Gipsverbände kommen in vielen Bereichen der Unfallchirurgie und Orthopädie zum Einsatz:
- Knochenbrüche (Frakturen): Ruhigstellung des gebrochenen Knochens, damit er in der richtigen Position zusammenwachsen kann.
- Bänderrisse und schwere Verstauchungen: Entlastung des betroffenen Gelenks zur Förderung der Heilung.
- Nach Operationen: Stabilisierung nach chirurgischen Eingriffen an Knochen oder Gelenken.
- Angeborene Fehlstellungen: Zum Beispiel bei Klumpfuß bei Neugeborenen (Ponseti-Methode).
- Sehnenverletzungen: Schutz gerissener oder operierter Sehnen.
Arten von Gipsverbänden
Zirkulärer Gips (Rundgips)
Der zirkuläre Gips umschließt die Körperstelle vollständig und bietet maximale Stabilität. Er wird bei stabilen Frakturen eingesetzt, bei denen keine weitere Schwellung zu erwarten ist.
Gipsschiene (gespaltener Gips)
Die Gipsschiene liegt nur an einer Seite an und wird mit einer Binde fixiert. Sie wird häufig in der Akutphase nach einer Verletzung verwendet, da sie Schwellungen besser toleriert und das Risiko eines zu engen Verbands (Kompartmentsyndrom) reduziert.
Kunststoffgips (Fiberglasgips)
Moderne Kunststoffgipse aus Fiberglas sind leichter, wasser- und feuchtigkeitsresistenter und werden häufig als Alternative zum klassischen Gips eingesetzt. Sie bieten ähnliche Stabilität bei deutlich geringerem Gewicht.
Funktionsgips / Gehgips
Ein spezieller Gehgips ermöglicht das Laufen trotz Ruhigstellung des Fußes oder des Unterschenkels. Er wird mit einer verstärkten Sohle versehen.
Anlegen eines Gipsverbands
Das Anlegen eines Gipsverbands erfolgt durch medizinisches Fachpersonal. Zunächst wird die betroffene Körperstelle mit einem weichen Polstermaterial (Watte oder Schaumstoff) gepolstert, um Druckstellen zu vermeiden. Anschließend werden die in Wasser getauchten Gipsbinden oder Kunststoffbinden in mehreren Lagen angelegt und in der gewünschten Position gehalten, bis das Material ausgehärtet ist. Der Aushärteprozess dauert bei klassischem Gips etwa 24 bis 72 Stunden, bei Kunststoff deutlich kürzer.
Tragedauer
Wie lange ein Gips getragen werden muss, hängt von der Art und Schwere der Verletzung sowie dem Alter des Patienten ab:
- Einfache Frakturen: meist 4 bis 6 Wochen
- Komplexe Frakturen: bis zu 12 Wochen oder länger
- Kinder: oft kürzere Heilungszeiten als Erwachsene
Mögliche Komplikationen
Obwohl ein Gips ein bewährtes Hilfsmittel ist, können Komplikationen auftreten:
- Druckstellen und Wunden: durch zu engen Sitz des Verbands
- Kompartmentsyndrom: gefährlicher Druckanstieg im Muskelgewebe durch einen zu festen Gips – medizinischer Notfall
- Muskelatrophie: Muskelschwund durch die lange Ruhigstellung
- Thrombose: erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel, besonders bei Beinverbänden
- Juckreiz und Hautreizungen: unter dem Verband
- Kontaktallergie: selten, gegenüber Bestandteilen des Verbandsmaterials
Wichtige Hinweise für Patienten
Patienten mit einem Gipsverband sollten folgende Punkte beachten:
- Den Gips trocken halten (klassischer Gips darf nicht nass werden).
- Nichts unter den Gips stecken (Verletzungsgefahr und Infektionsrisiko).
- Bei starken Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Verfärbung der Finger oder Zehen oder zunehmendem Druck sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.
- Den Gips nicht eigenmächtig entfernen oder beschädigen.
- Physiotherapie nach Abnahme des Gipses zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Muskelkraft nutzen.
Gips bei Kindern
Bei Kindern werden Gipsverbände besonders häufig eingesetzt, da Knochen im Wachstumsalter häufiger brechen, aber auch schneller heilen. Spezielle Kinderfrakturen wie der Grünholzbruch (unvollständiger Bruch des noch elastischen Kinderknochens) werden meist konservativ mit einem Gips behandelt. Auch Fehlstellungen wie der Klumpfuß werden bei Neugeborenen durch serielle Gipsverbände nach der Ponseti-Methode korrigiert.
Quellen
- Rüter, A., Trentz, O., Wagner, M. (Hrsg.): Unfallchirurgie. Urban & Fischer Verlag, München, 2. Auflage, 2004.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU): Leitlinien zur Behandlung von Frakturen. www.dgu-online.de, abgerufen 2024.
- Buckley, R. E., Moran, C. G., Apivatthakakul, T. (Hrsg.): AO Principles of Fracture Management. Thieme Verlag, Stuttgart, 3. Auflage, 2017.
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