Glanduläre odontogene Zyste – Definition & Behandlung
Die glanduläre odontogene Zyste ist eine seltene, gutartige Kieferzyste zahnärztlichen Ursprungs mit drüsenähnlicher Auskleidung und erhöhtem Rückfallrisiko.
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Die glanduläre odontogene Zyste ist eine seltene, gutartige Kieferzyste zahnärztlichen Ursprungs mit drüsenähnlicher Auskleidung und erhöhtem Rückfallrisiko.
Definition
Die glanduläre odontogene Zyste (GOZ) ist eine seltene, gutartige Zyste des Kieferknochens, die aus Resten des zahntragenden (odontogenen) Gewebes entsteht. Sie wurde erstmals 1988 von Gardner und Kollegen beschrieben und zeichnet sich durch eine charakteristische drüsenartige (glanduläre) Auskleidung ihres Hohlraums aus. Aufgrund ihres aggressiven lokalen Wachstums und einer vergleichsweise hohen Rezidivrate gilt sie als klinisch bedeutsam.
Ursachen und Entstehung
Die genaue Ursache der glandulären odontogenen Zyste ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass sie aus Resten des zahntragenden Epithels entsteht, die im Kieferknochen zurückgeblieben sind. Mögliche Ursprungsgewebe sind:
- Reste der Zahnleiste (Lamina dentalis)
- Reduziertes Schmelzepithel
- Entzündlich verändertes odontogenes Epithel
In seltenen Fällen wurde eine Assoziation mit dem Zentralen Mukoepidermoidkarzinom des Kiefers beschrieben, weshalb eine sorgfältige histologische Abklärung unerlässlich ist.
Symptome
Viele Patienten bemerken die Zyste zunächst nicht, da sie oft über Jahre hinweg symptomlos wächst. Wenn Beschwerden auftreten, können diese folgende Zeichen umfassen:
- Schmerzlose Schwellung im Kieferbereich
- Auftreibung des Kieferknochens
- Gelegentlich Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bereich der Lippe oder des Kinns (bei Beteiligung des Nervus alveolaris inferior)
- Lockerung benachbarter Zähne
- Zufallsbefund im Röntgenbild beim Zahnarztbesuch
Lokalisation
Die glanduläre odontogene Zyste tritt bevorzugt im anterioren Bereich des Unterkiefers auf, kann jedoch auch im Oberkiefer vorkommen. Sie überquert häufig die Mittellinie des Kiefers, was ein wichtiges diagnostisches Merkmal darstellt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Diagnose
Bildgebung
Im Röntgenbild (Panoramaaufnahme) oder in der Computertomographie (CT) zeigt sich typischerweise eine ein- oder mehrkammerige, gut begrenzte Aufhellung im Kieferknochen. Wichtige radiologische Merkmale sind:
- Uni- oder multilokuläre zystische Läsion
- Kortikale Ausdünnung oder Perforation
- Mögliche Verdrängung benachbarter Zähne
Histologische Untersuchung
Die definitive Diagnose wird stets durch eine histopathologische Untersuchung des entnommenen Gewebes gestellt. Typische mikroskopische Merkmale sind:
- Mehrschichtiges, nicht keratinisierendes Plattenepithel
- Drüsenartige (glanduläre) Strukturen mit schleimbildenden Zellen (Muzinzellen)
- Sogenannte Hobnail-Zellen (nagelstichartige Zellen) an der Oberfläche
- Ziliierte Epithelzellen (in einigen Fällen)
- Intraepitheliale Mikrozysten
Behandlung
Aufgrund des aggressiven lokalen Wachstums und der hohen Rezidivrate wird eine chirurgische Entfernung empfohlen. Die Behandlung richtet sich nach der Größe und Ausdehnung der Zyste:
- Enukleation mit Ostektomie: Vollständige Ausschälung der Zyste mit anschließender Ausschabung (Kurettage) der Knochenwände, um mögliche Restzellen zu entfernen
- Marsupialisation: Als vorbereitende Maßnahme bei sehr großen Zysten zur Druckentlastung vor der eigentlichen Operation
- Resektion: Bei besonders großen oder rezidivierenden Läsionen kann eine partielle Kieferresektion notwendig sein
Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen (klinisch und radiologisch) über mehrere Jahre hinweg unbedingt erforderlich, da die Rezidivrate mit bis zu 30 % angegeben wird.
Abgrenzung zu ähnlichen Erkrankungen
Die glanduläre odontogene Zyste muss sorgfältig von anderen Kieferläsionen abgegrenzt werden, insbesondere von:
- Botryoides odontogene Zyste
- Laterale parodontale Zyste
- Zentrales Mukoepidermoidkarzinom
- Ameloblastom
Die Differenzierung ist ausschließlich durch eine fachkundige histopathologische Untersuchung möglich.
Quellen
- Gardner DG, Kessler HP, Morency R, Schaffner DL. The glandular odontogenic cyst: an apparent entity. J Oral Pathol. 1988;17(8):359-366.
- Kaplan I, Anavi Y, Hirshberg A. Glandular odontogenic cyst: a challenge in diagnosis and treatment. Oral Dis. 2008;14(7):575-581.
- Barnes L, Eveson JW, Reichart P, Sidransky D (Hrsg.). World Health Organization Classification of Tumours: Pathology and Genetics of Head and Neck Tumours. IARC Press, Lyon, 2005.
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