Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) – Leberwert
Die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) ist ein Leberenzym, dessen Blutwert zur Beurteilung der Leberfunktion und zur Erkennung von Leberschäden eingesetzt wird.
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Die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) ist ein Leberenzym, dessen Blutwert zur Beurteilung der Leberfunktion und zur Erkennung von Leberschäden eingesetzt wird.
Was ist die Glutamat-Pyruvat-Transaminase?
Die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT), auch bekannt als Alanin-Aminotransferase (ALT) oder SGPT (Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase), ist ein Enzym, das vor allem in den Leberzellen (Hepatozyten) vorkommt. In geringeren Mengen findet es sich auch in der Niere, im Herz- und Skelettmuskel sowie in der Bauchspeicheldrüse. Im Blut ist die GPT normalerweise nur in sehr niedriger Konzentration messbar.
Die Bestimmung des GPT-Wertes im Blut ist ein zentraler Bestandteil der Leberwertdiagnostik und gehört zu den am häufigsten angeordneten Laboruntersuchungen in der Medizin.
Funktion und Wirkmechanismus
Die GPT katalysiert eine biochemische Reaktion im Aminosäurestoffwechsel: Sie überträgt eine Aminogruppe von Alanin auf Alpha-Ketoglutarat, wodurch Pyruvat und Glutamat entstehen. Diese Reaktion ist sowohl für den Energiestoffwechsel als auch für die Harnstoffsynthese der Leber von Bedeutung.
Da das Enzym überwiegend in den Leberzellen lokalisiert ist, steigt sein Blutspiegelwert stark an, wenn Leberzellen geschädigt werden und ihr Inhalt in den Blutkreislauf austritt. Deshalb gilt die GPT als leberspezifischer Marker für Zellschäden.
Klinische Bedeutung und Diagnose
Der GPT-Wert wird im Rahmen eines Bluttests (Leberwerte-Panel) gemessen. Die Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren, liegen aber typischerweise bei:
- Frauen: bis ca. 35 U/l (Units pro Liter)
- Männer: bis ca. 45 U/l
Erhöhte GPT-Werte deuten auf eine Schädigung oder Entzündung der Leberzellen hin. Je nach Ausmaß der Erhöhung lassen sich unterschiedliche Schweregrade und Ursachen unterscheiden.
Ursachen erhöhter GPT-Werte
- Virale Hepatitis (z. B. Hepatitis A, B, C): starke Erhöhung, oft mehr als das Zehnfache des Normalwerts
- Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) und nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH): leichte bis mäßige Erhöhung
- Alkoholische Lebererkrankung: moderate Erhöhung, oft in Kombination mit erhöhter GOT (AST)
- Leberzirrhose: variable Werte, abhängig von der Aktivität der Erkrankung
- Medikamentöse Leberschäden: z. B. durch Paracetamol, Statine, Antibiotika
- Lebertumoren oder Lebermetastasen
- Herzinsuffizienz mit Stauungsleber
- Intensiver Sport oder Muskelerkrankungen (seltenere Ursache, da GPT auch in Muskelzellen vorkommt)
GOT/GPT-Quotient (De-Ritis-Quotient)
In der klinischen Praxis wird die GPT häufig zusammen mit der GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, AST) gemessen. Der Quotient GOT/GPT, bekannt als De-Ritis-Quotient, liefert wichtige diagnostische Hinweise:
- Ein Quotient unter 1 (GPT höher als GOT) spricht eher für eine virale Hepatitis oder Fettlebererkrankung.
- Ein Quotient über 2 (GOT deutlich höher als GPT) deutet eher auf eine alkoholische Lebererkrankung hin.
Wann sollte der GPT-Wert bestimmt werden?
Eine Bestimmung des GPT-Wertes ist sinnvoll bei:
- Verdacht auf Lebererkrankungen (z. B. Gelbsucht, Oberbauchschmerzen, Müdigkeit)
- Kontrolluntersuchungen bei bekannten Lebererkrankungen
- Monitoring bei Medikamenten mit bekanntem Lebertoxizitätspotenzial
- Vorsorgeuntersuchungen bei Risikogruppen (z. B. Übergewicht, Alkoholkonsum, Diabetes)
- Routinelabor bei allgemeinen Gesundheitschecks
Behandlung bei erhöhten GPT-Werten
Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Erhöhte GPT-Werte allein sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Hinweis auf eine mögliche Leberschädigung. Mögliche Maßnahmen umfassen:
- Alkoholverzicht bei alkoholbedingter Lebererkrankung
- Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellung bei Fettleber
- Antivirale Therapie bei viraler Hepatitis
- Absetzen oder Anpassen leberschädigender Medikamente
- Regelmäßige Verlaufskontrollen der Leberwerte
Quellen
- Longo DL et al. - Harrison's Principles of Internal Medicine, 20. Auflage (2018), McGraw-Hill Education.
- European Association for the Study of the Liver (EASL) - EASL Clinical Practice Guidelines on non-invasive tests for evaluation of liver disease severity and prognosis (2021). Journal of Hepatology, 75(3), 659-689.
- Schiff ER, Maddrey WC, Reddy KR - Schiff's Diseases of the Liver, 12. Auflage (2018), Wiley-Blackwell.
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