Gordon-Fingerspreizzeichen – Neurologisches Zeichen
Das Gordon-Fingerspreizzeichen ist ein neurologisches Reflexzeichen, das auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hinweisen kann. Es wird bei der klinischen Untersuchung geprüft.
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Das Gordon-Fingerspreizzeichen ist ein neurologisches Reflexzeichen, das auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hinweisen kann. Es wird bei der klinischen Untersuchung geprüft.
Was ist das Gordon-Fingerspreizzeichen?
Das Gordon-Fingerspreizzeichen (auch bekannt als Gordon-Zeichen) ist ein pathologischer Reflex, der zur neurologischen Untersuchung gehört. Es wurde nach dem britischen Neurologen Alfred Gordon benannt und zählt zu den sogenannten Pyramidenbahnzeichen. Diese Zeichen treten auf, wenn die Pyramidenbahn – das wichtigste absteigende motorische Nervenbahnsystem im Gehirn und Rückenmark – geschädigt ist.
Im Gegensatz zu normalen Reflexen, die auch bei gesunden Menschen vorhanden sind, deutet das Gordon-Fingerspreizzeichen auf eine Funktionsstörung des zentralen Nervensystems (ZNS) hin, wenn es positiv ausfällt.
Untersuchungsmethode
Bei der Prüfung des Gordon-Fingerspreizzeichens führt der Untersucher einen spezifischen Reiz an der Hand oder den Fingern des Patienten durch. Das Zeichen gilt als positiv, wenn es dabei zu einer unwillkürlichen Spreizung der Finger (Abduktion und Extension der Finger) kommt. Diese Reaktion erfolgt reflektorisch und ist nicht durch den Patienten steuerbar.
In manchen Beschreibungen bezieht sich das Gordon-Zeichen auch auf einen Druck auf den Wadenmuskel, der zu einer Dorsalextension der Großzehe führt – ähnlich dem Babinski-Reflex. In der klinischen Praxis wird der Begriff jedoch häufig für das Fingerspreizphänomen verwendet.
Ursachen und klinische Bedeutung
Ein positives Gordon-Fingerspreizzeichen weist auf eine Läsion der Pyramidenbahn (Tractus corticospinalis) hin. Mögliche Ursachen sind:
- Schlaganfall (ischämisch oder hämorrhagisch)
- Multiple Sklerose
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Hirntumore
- Rückenmarksverletzungen oder Rückenmarkserkrankungen
- Zerebralparer und andere frühkindliche Hirnschädigungen
- Enzephalitis oder andere entzündliche ZNS-Erkrankungen
Das Zeichen allein reicht nicht zur Diagnose einer bestimmten Erkrankung aus, sondern muss immer im Zusammenhang mit anderen klinischen Befunden und weiterführenden Untersuchungen bewertet werden.
Einordnung unter die Pyramidenbahnzeichen
Das Gordon-Fingerspreizzeichen gehört zu einer Gruppe von Reflexzeichen, die gemeinsam auf eine Schädigung des ersten Motoneurons (oberes Motoneuron) hinweisen. Weitere bekannte Pyramidenbahnzeichen sind:
- Babinski-Zeichen: Dorsalextension der Großzehe bei Bestreichen der Fußsohle
- Hoffmann-Zeichen: Flexionsreaktion des Daumens bei Beklopfen des Mittelfingers
- Trömner-Zeichen: Ähnlich dem Hoffmann-Zeichen, aber durch Beklopfen der Fingerkuppen ausgelöst
- Oppenheim-Zeichen: Dorsalextension der Großzehe bei Druck auf die Tibiakante
Werden mehrere dieser Zeichen gleichzeitig gefunden, erhöht dies die diagnostische Sicherheit für eine Pyramidenbahnläsion erheblich.
Diagnose und weiterführende Untersuchungen
Wenn das Gordon-Fingerspreizzeichen positiv ausfällt, sind in der Regel weitere diagnostische Schritte notwendig, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren:
- MRT des Gehirns und Rückenmarks: Bildgebung zur Darstellung struktureller Veränderungen
- CT des Schädels: Besonders bei Verdacht auf akuten Schlaganfall oder Blutung
- Liquorpunktion: Analyse des Nervenwassers bei Verdacht auf Entzündung oder Multiple Sklerose
- Elektrophysiologische Untersuchungen (z. B. evozierte Potenziale, EMG): Beurteilung der Nervenleitfähigkeit
- Laboruntersuchungen: Ausschluss metabolischer oder entzündlicher Ursachen
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Neurologische Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Reflexe, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen oder Lähmungserscheinungen sollten stets ernst genommen werden. Bei folgenden Symptomen ist eine umgehende ärztliche Abklärung notwendig:
- Plötzliche Lähmung oder Schwäche einer Körperhälfte
- Sprach- oder Schluckstörungen
- Sehstörungen
- Starke Kopfschmerzen unbekannter Ursache
- Gangstörungen oder Gleichgewichtsprobleme
Ein Neurologe kann mithilfe einer umfassenden klinischen Untersuchung, zu der auch die Prüfung von Pyramidenbahnzeichen gehört, die Diagnose stellen und eine geeignete Therapie einleiten.
Quellen
- Mumenthaler M., Mattle H.: Neurologie. 13. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2013.
- Masuhr K. F., Masuhr F., Neumann M.: Duale Reihe Neurologie. 7. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2013.
- Campbell W. W.: DeJong's The Neurologic Examination. 7th Edition. Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia, 2013.
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