Gordon-Reflex – Neurologisches Pyramidenbahnzeichen
Der Gordon-Reflex ist ein pathologischer Fremdreflex, der auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hinweist. Er wird durch Druck auf die Wadenmuskulatur ausgelöst.
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Der Gordon-Reflex ist ein pathologischer Fremdreflex, der auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hinweist. Er wird durch Druck auf die Wadenmuskulatur ausgelöst.
Was ist der Gordon-Reflex?
Der Gordon-Reflex ist ein pathologischer Reflex, der zur Gruppe der sogenannten Pyramidenbahnzeichen gehört. Er wurde nach dem britischen Neurologen Alfred Gordon (1874–1953) benannt. Ein pathologischer Reflex tritt nicht beim gesunden Menschen auf, sondern weist auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS) hin – insbesondere auf eine Läsion der Pyramidenbahn, also der motorischen Leitungsbahnen im Gehirn oder Rückenmark.
Wie wird der Gordon-Reflex ausgelöst?
Der Gordon-Reflex wird durch einen gezielten Druckreiz auf die Wadenmuskulatur (Musculus triceps surae) ausgelöst. Der Untersucher drückt dabei die Wade des Patienten zusammen. Bei positivem Befund kommt es zur charakteristischen Reaktion: einer Dorsalextension der Großzehe (Aufwärtsbewegung der Großzehe) und häufig auch zur Spreizung der übrigen Zehen. Diese Reaktion entspricht funktionell dem Babinski-Zeichen, unterscheidet sich jedoch in der Art des auslösenden Reizes.
Klinische Bedeutung
Ein positiver Gordon-Reflex gilt als Hinweis auf eine Schädigung des ersten Motoneurons, also der zentralen motorischen Nervenbahn. Er kann bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen auftreten, darunter:
- Schlaganfall (ischämisch oder hämorrhagisch)
- Multiple Sklerose
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Hirntumore
- Rückenmarksverletzungen oder -erkrankungen
- Zerebraler Kinderlähmung (infantile Zerebralparese)
Der Gordon-Reflex ist eines von mehreren Pyramidenbahnzeichen, die in der neurologischen Untersuchung routinemäßig geprüft werden. Weitere bekannte Zeichen dieser Gruppe sind das Babinski-Zeichen, das Oppenheim-Zeichen und das Chaddock-Zeichen.
Untersuchung und Diagnose
Die Prüfung des Gordon-Reflexes ist Teil der neurologischen Standarduntersuchung. Sie ist schmerzarm, schnell durchführbar und erfordert keine technischen Hilfsmittel. Ein positiver Befund allein reicht jedoch nicht für eine Diagnose aus; er muss stets im Kontext weiterer klinischer Befunde, der Krankengeschichte und gegebenenfalls bildgebender Verfahren (z. B. MRT des Gehirns oder Rückenmarks) bewertet werden.
Wichtige Hinweise für Patienten
Beim Neugeborenen und Säugling kann der Gordon-Reflex physiologisch, also normal, auftreten, da die Pyramidenbahn in den ersten Lebensmonaten noch nicht vollständig ausgereift ist. Bei Erwachsenen ist ein positiver Befund jedoch stets als pathologisch zu werten und sollte neurologisch abgeklärt werden.
Abgrenzung zu verwandten Reflexen
Der Gordon-Reflex gehört zur Familie der Babinski-Gruppe (auch als Babinski-Äquivalente bezeichnet). Allen gemeinsam ist die Dorsalextension der Großzehe als Antwort auf verschiedene Reizmodalitäten:
- Babinski-Zeichen: Bestreichen der Fußsohle
- Oppenheim-Zeichen: Reiben entlang der Tibiakante
- Chaddock-Zeichen: Reiz am lateralen Fußrand
- Gordon-Reflex: Druck auf die Wadenmuskulatur
Quellen
- Mumenthaler, M. & Mattle, H.: Neurologie. 13. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart, 2013.
- DeMyer, W.E.: Technique of the Neurologic Examination. 5th Edition. McGraw-Hill, New York, 2004.
- Masuhr, K.F. & Masuhr, F.: Duale Reihe Neurologie. 7. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart, 2013.
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