Laktatazidosetherapie – Behandlung & Ursachen
Die Laktatazidosetherapie umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes durch erhöhte Laktatwerte. Sie zielt auf die Ursachenbeseitigung und Stabilisierung des Stoffwechsels ab.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Laktatazidosetherapie"
Die Laktatazidosetherapie umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes durch erhöhte Laktatwerte. Sie zielt auf die Ursachenbeseitigung und Stabilisierung des Stoffwechsels ab.
Was ist die Laktatazidosetherapie?
Die Laktatazidosetherapie bezeichnet die medizinische Behandlung der Laktatazidose, einer schwerwiegenden Form der metabolischen Azidose. Bei der Laktatazidose reichert sich Laktat (Milchsäure) im Blut an, was zu einem gefährlichen Abfall des pH-Wertes führt. Ein pH-Wert unter 7,35 in Verbindung mit einem Laktatwert über 5 mmol/l gilt als klinisch kritisch und erfordert unverzügliches Handeln. Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung.
Ursachen der Laktatazidose
Die Laktatazidose wird klassischerweise in zwei Haupttypen unterteilt:
- Typ A (hypoxische Laktatazidose): Entsteht durch unzureichende Sauerstoffversorgung des Gewebes, z. B. bei Schock, Herzstillstand, schwerem Blutverlust oder Sepsis. Sie ist die häufigste Form.
- Typ B (nicht-hypoxische Laktatazidose): Tritt ohne offensichtlichen Sauerstoffmangel auf, z. B. durch Medikamente (insbesondere Metformin), Leberversagen, Tumorerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder toxische Substanzen.
Symptome der Laktatazidose
Die Symptome können unspezifisch sein und variieren je nach Schweregrad:
- Beschleunigte, tiefe Atmung (Kussmaul-Atmung) als Kompensationsmechanismus
- Schwäche und ausgeprägte Erschöpfung
- Übelkeit und Erbrechen
- Verwirrtheit und Bewusstseinstrübung
- Niedriger Blutdruck und schneller Herzschlag
- Im schweren Verlauf: Bewusstlosigkeit und Organversagen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Blutgasanalyse (BGA), ergänzt durch Laborwerte:
- Nachweis eines erniedrigten pH-Wertes (unter 7,35)
- Erhöhtes Laktat im Blut (über 2 mmol/l spricht für eine Hyperlaktatämie, über 5 mmol/l für eine manifeste Laktatazidose)
- Niedriges Bikarbonat (HCO3-)
- Erhöhte Anionenlücke
- Weitere Laboruntersuchungen zur Ursachenfindung (Nierenwerte, Leberwerte, Blutzucker, Blutbild)
Therapie der Laktatazidose
1. Ursachenbehandlung (kausale Therapie)
Die wichtigste Maßnahme ist die Beseitigung der Grundursache. Ohne Behandlung der auslösenden Erkrankung ist jede symptomatische Therapie nur vorübergehend wirksam:
- Bei Schock: Volumenersatz, Vasopressoren, Behandlung der Schockursache
- Bei Sepsis: Antibiotika, Infektionskontrolle, Stabilisierung des Kreislaufs
- Bei Metformin-induzierter Laktatazidose: sofortiges Absetzen des Medikaments, ggf. Hämodialyse
- Bei Herzstillstand: Reanimation und Wiederherstellung der Durchblutung
- Bei Leberversagen: intensivmedizinische Behandlung, ggf. Lebertransplantation
2. Sauerstoffversorgung sichern
Bei Typ-A-Laktatazidose steht die Verbesserung der Gewebeoxygenierung im Vordergrund. Dies kann eine Sauerstoffgabe, maschinelle Beatmung oder hämodynamische Stabilisierung umfassen.
3. Pufferung mit Natriumbikarbonat
Die Gabe von Natriumbikarbonat (NaHCO3) wird kontrovers diskutiert. Sie kann den pH-Wert vorübergehend anheben, die Grundursache jedoch nicht beseitigen. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine Bikarbonatzufuhr nur bei einem pH-Wert unter 7,15 und als Überbrückungsmaßnahme, da sie Risiken wie Hypernatriämie, paradoxe intrazelluläre Azidose und CO2-Anstieg mit sich bringt.
4. Nierenersatzverfahren
Bei schwerer Laktatazidose, insbesondere bei Nieren- oder Leberversagen sowie bei Metformin-Intoxikation, kann eine kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) oder Hämodialyse eingesetzt werden. Dadurch wird überschüssiges Laktat aus dem Blut entfernt und der Säure-Basen-Haushalt stabilisiert.
5. Intensivmedizinische Überwachung
Patienten mit Laktatazidose werden in der Regel auf einer Intensivstation (ICU) behandelt. Kontinuierliches Monitoring von Vitalzeichen, Laktat, Blutgasen und Organfunktionen ist essenziell. Ziel ist die schrittweise Normalisierung des Laktats und des pH-Wertes.
Prognose
Die Prognose der Laktatazidose hängt stark von der Grunderkrankung und dem Zeitpunkt der Behandlung ab. Eine rasch erkannte und behandelte Ursache, wie z. B. ein reversibler Schockzustand, kann vollständig überwunden werden. Schwere Formen, etwa im Rahmen eines Multiorganversagens, sind mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden. Regelmäßige Laktatmessungen dienen als wichtiger Verlaufsparameter.
Quellen
- Adrogué, H. J. & Madias, N. E. (2010). Lactic Acidosis. In: New England Journal of Medicine, 362:1486-1494.
- Dellinger, R. P. et al. (2013). Surviving Sepsis Campaign: International Guidelines for Management of Severe Sepsis and Septic Shock. Critical Care Medicine, 41(2):580-637.
- Kraut, J. A. & Madias, N. E. (2014). Lactic Acidosis. New England Journal of Medicine, 371:2309-2319.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieJejunumsonographie
Polyphenolaufnahme
Kalziumphosphatstoffwechsel
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Laktatazidosetherapie + Laktat-Azidose-Therapie + Laktazidosetherapie