Antiphlogistisch – entzündungshemmende Wirkung
Antiphlogistisch beschreibt eine entzündungshemmende Wirkung. Substanzen mit dieser Eigenschaft werden in der Medizin zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt.
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Antiphlogistisch beschreibt eine entzündungshemmende Wirkung. Substanzen mit dieser Eigenschaft werden in der Medizin zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt.
Was bedeutet antiphlogistisch?
Der Begriff antiphlogistisch stammt aus dem Griechischen: anti bedeutet gegen und phlogos bedeutet Flamme oder Entzündung. Antiphlogistisch beschreibt also die Eigenschaft einer Substanz oder Therapie, Entzündungsprozesse im Körper zu hemmen oder zu lindern. Stoffe mit dieser Wirkung werden als Antiphlogistika bezeichnet.
Bedeutung von Entzündungen in der Medizin
Entzündungen sind natürliche Abwehrreaktionen des Körpers auf Verletzungen, Infektionen oder Reizungen. Sie sind durch typische Zeichen wie Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerz und eingeschränkte Funktion des betroffenen Gewebes gekennzeichnet. Während eine akute Entzündung ein wichtiger Schutzmechanismus ist, können chronische Entzündungen zahlreiche Erkrankungen begünstigen oder verschlimmern, darunter Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und entzündliche Darmerkrankungen.
Wirkmechanismus antiphlogistischer Substanzen
Antiphlogistisch wirkende Substanzen greifen auf verschiedenen Wegen in den Entzündungsprozess ein:
- Hemmung von Entzündungsenzymen: Viele Antiphlogistika, wie etwa nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), hemmen die Enzyme COX-1 und COX-2 (Cyclooxygenasen). Diese Enzyme sind an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt, die Entzündung und Schmerz vermitteln.
- Hemmung von Entzündungsbotenstoffen: Kortikosteroide, eine weitere Gruppe von Antiphlogistika, hemmen die Freisetzung verschiedener Entzündungsmediatoren wie Zytokine und Leukotriene.
- Antioxidative Mechanismen: Bestimmte pflanzliche und natürliche Substanzen wirken antiphlogistisch, indem sie freie Radikale neutralisieren und so entzündliche Prozesse abschwächen.
Gruppen antiphlogistischer Wirkstoffe
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)
Zu den bekanntesten Antiphlogistika gehören die NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika), wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Sie werden häufig bei Schmerzen, Fieber und Entzündungen eingesetzt. Neben ihrer antiphlogistischen Wirkung haben sie auch analgetische (schmerzstillende) und antipyretische (fiebersenkende) Eigenschaften.
Kortikosteroide
Kortikosteroide wie Prednisolon oder Dexamethason sind stark antiphlogistisch wirkende Medikamente, die bei schweren oder chronischen Entzündungszuständen eingesetzt werden. Sie beeinflussen das Immunsystem umfassend und sollten nur nach ärztlicher Verschreibung angewendet werden.
Pflanzliche und natürliche Antiphlogistika
Auch zahlreiche pflanzliche Substanzen besitzen antiphlogistische Eigenschaften, beispielsweise:
- Curcumin (aus Kurkuma)
- Omega-3-Fettsäuren (aus Fischöl oder Leinöl)
- Ingwer-Extrakt
- Boswellia-Extrakt (Weihrauch)
Diese werden häufig in der Naturheilkunde und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet, wobei die wissenschaftliche Evidenz je nach Substanz unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
Anwendungsgebiete
Antiphlogistisch wirkende Substanzen werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt, darunter:
- Gelenk- und Muskelerkrankungen (z. B. Arthritis, Rheuma)
- Sportverletzungen und Prellungen
- Entzündliche Hauterkrankungen
- Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma)
- Zahnfleischentzündungen und andere Munderkrankungen
Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Die Anwendung antiphlogistischer Medikamente kann mit Nebenwirkungen verbunden sein. Bei NSAR sind dies unter anderem Magenprobleme, Nierenfunktionsstörungen und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Langzeitanwendung. Kortikosteroide können bei längerem Gebrauch zu Osteoporose, Immunsuppression und Stoffwechselstörungen führen. Eine ärztliche Beratung vor der Anwendung ist daher stets empfehlenswert.
Quellen
- Mutschler, E. et al. - Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2013.
- World Health Organization (WHO) - Guidelines on the Use of Nonsteroidal Anti-Inflammatory Drugs. WHO Press, 2012.
- Calder, P.C. - Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochemical Society Transactions, 2017.
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