Calciumstein – Ursachen, Symptome & Behandlung
Calciumsteine sind die häufigste Form von Nierensteinen und bestehen meist aus Calciumoxalat oder Calciumphosphat. Sie entstehen, wenn der Urin zu viele mineralische Stoffe enthält.
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Calciumsteine sind die häufigste Form von Nierensteinen und bestehen meist aus Calciumoxalat oder Calciumphosphat. Sie entstehen, wenn der Urin zu viele mineralische Stoffe enthält.
Was ist ein Calciumstein?
Ein Calciumstein ist eine Form des Nierensteins (medizinisch: Urolithiasis), der sich in den Nieren oder den Harnwegen bildet. Calciumsteine machen etwa 70–80 % aller Nierensteine aus und sind damit die mit Abstand häufigste Steinart. Sie bestehen überwiegend aus Calciumoxalat oder Calciumphosphat, manchmal auch aus einer Mischung beider Substanzen. Wenn sich Mineralsalze im Urin anreichern und auskristallisieren, können sich feste Ablagerungen bilden, die als Nierensteine bezeichnet werden.
Ursachen
Die Entstehung von Calciumsteinen ist multifaktoriell, das heißt, es gibt mehrere mögliche Ursachen:
- Hyperkalziurie: Eine erhöhte Calciumausscheidung im Urin ist die häufigste Ursache. Sie kann durch eine gesteigerte Calciumaufnahme aus dem Darm, eine verminderte Rückresorption in der Niere oder einen erhöhten Knochenabbau entstehen.
- Hyperoxalurie: Zu viel Oxalat im Urin, z. B. durch eine oxalatreiche Ernährung (Spinat, Rhabarber, Nüsse) oder eine genetische Störung des Oxalatstoffwechsels.
- Zu geringe Flüssigkeitszufuhr: Wenig Trinken führt zu einem konzentrierten Urin, in dem sich Mineralien leichter ablagern.
- Hyperparathyreoidismus: Eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen erhöht den Calciumspiegel im Blut und damit die Calciumausscheidung über den Urin.
- Bestimmte Erkrankungen: Morbus Crohn, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Gicht können das Risiko erhöhen.
- Genetische Faktoren: Eine familiäre Häufung von Nierensteinen ist bekannt.
Symptome
Kleine Calciumsteine verlassen die Niere oft unbemerkt. Größere Steine können jedoch erhebliche Beschwerden verursachen:
- Nierenkolik: Plötzlich einsetzende, sehr starke krampfartige Schmerzen in der Flanke oder im Rücken, die in die Leiste, den Unterbauch oder die Genitalien ausstrahlen können.
- Blut im Urin (Hämaturie): Der Urin kann rötlich oder bräunlich verfärbt sein.
- Übelkeit und Erbrechen
- Häufiger Harndrang und Brennen beim Wasserlassen
- Fieber und Schüttelfrost bei gleichzeitiger Harnwegsinfektion (medizinischer Notfall)
Diagnose
Die Diagnose eines Calciumsteins erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Ultraschall: Einfache, strahlungsfreie Methode zur Erkennung von Nierensteinen.
- CT-Untersuchung (Computertomographie): Die genaueste Methode zur Darstellung von Lage, Größe und Anzahl der Steine.
- Blut- und Urinuntersuchungen: Zur Bestimmung von Calcium, Oxalat, Phosphat, Kreatinin und weiteren Werten.
- Steinanalyse: Wird ein Stein ausgeschieden, kann er chemisch analysiert werden, um die genaue Zusammensetzung festzustellen.
Behandlung
Konservative Therapie
Kleine Steine (unter etwa 5 mm) gehen häufig von selbst ab. Dabei helfen:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2–3 Liter täglich)
- Schmerzmedikamente (z. B. Diclofenac, Metamizol)
- Alpha-Blocker zur Entspannung der Harnleitermuskulatur
Medizinische Eingriffe
- Stoßwellenlithotripsie (ESWL): Steine werden von außen durch Stoßwellen zertrümmert.
- Ureterorenoskopie (URS): Ein dünnes Endoskop wird durch die Harnröhre eingeführt, um den Stein zu entfernen oder zu zerkleinern.
- Perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL): Operativer Eingriff bei sehr großen Steinen über einen kleinen Hautschnitt in der Flanke.
Vorbeugung
Zur Verhinderung neuer Steine empfehlen Ärzte:
- Viel trinken (Zielwert: über 2 Liter Urinausscheidung pro Tag)
- Oxalatreiche Lebensmittel reduzieren
- Normales Calcium über die Nahrung zuführen (Calciumreduktion ist kontraproduktiv)
- Salzarme Ernährung
- Bei Bedarf Medikamente wie Thiaziddiuretika oder Allopurinol
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): S2k-Leitlinie Urolithiasis (2022). Verfügbar unter: https://www.awmf.org
- Türk C et al. - EAU Guidelines on Urolithiasis. European Association of Urology, 2023.
- Pearle MS, Goldfarb DS, Assimos DG et al. - Medical Management of Kidney Stones. AUA Guidelines, 2019.
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