Cholestasemarker – Laborwerte bei Gallestau
Cholestasemarker sind Laborwerte, die einen gestörten Gallefluss anzeigen. Sie helfen Ärzten, Lebererkrankungen und Gallenwegsprobleme frühzeitig zu erkennen.
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Cholestasemarker sind Laborwerte, die einen gestörten Gallefluss anzeigen. Sie helfen Ärzten, Lebererkrankungen und Gallenwegsprobleme frühzeitig zu erkennen.
Was sind Cholestasemarker?
Cholestasemarker sind spezifische Laborparameter im Blut, die auf eine Cholestase hinweisen – also auf eine Störung des Galleflusses. Bei einer Cholestase wird die Gallenflüssigkeit nicht mehr ausreichend vom Körper abtransportiert, was zur Ansammlung von Gallensäuren, Bilirubin und anderen Substanzen im Blut führt. Diese Marker sind ein zentrales Instrument in der Diagnostik von Leber- und Gallenwegserkrankungen.
Die wichtigsten Cholestasemarker
In der klinischen Praxis werden vor allem folgende Laborwerte als Cholestasemarker eingesetzt:
- Alkalische Phosphatase (AP): Ein Enzym, das bei Gallestau vermehrt freigesetzt wird. Erhöhte Werte deuten auf eine intrahepatische oder extrahepatische Cholestase hin.
- Gamma-Glutamyltransferase (GGT): Ein besonders empfindlicher Marker für Lebererkrankungen und Gallenwegsprobleme. Die GGT steigt schon bei geringen Störungen des Galleflusses an.
- Bilirubin (direktes/konjugiertes Bilirubin): Das direkte Bilirubin wird in der Leber verarbeitet und über die Galle ausgeschieden. Bei Cholestase staut es sich im Blut und kann zu Gelbsucht (Ikterus) führen.
- 5-Nukleotidase (5-NT): Ein leberspezifisches Enzym, das bei Gallenwegserkrankungen erhöht ist und zur Differenzierung von AP-Erhöhungen dient.
- Leucin-Aminopeptidase (LAP): Wird ebenfalls bei Gallestau freigesetzt und ergänzt die Diagnostik.
- Gallensäuren im Serum: Direkt messbare Gallensäuren gelten als sehr spezifischer Marker für eine gestörte Gallesekretion, besonders in der Schwangerschaft (intrahepatische Schwangerschaftscholestase).
Ursachen einer Cholestase
Die Ursachen einer Cholestase werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt:
Intrahepatische Cholestase
Die Störung liegt innerhalb der Leber selbst. Typische Ursachen sind:
- Virushepatitis (Hepatitis A, B, C)
- Alkoholische Lebererkrankung
- Primär biliäre Cholangitis (PBC)
- Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
- Medikamentös-toxische Leberschäden
- Intrahepatische Schwangerschaftscholestase
Extrahepatische Cholestase
Die Störung liegt außerhalb der Leber, im Bereich der Gallenwege. Typische Ursachen sind:
- Gallensteine im Gallengang (Choledocholithiasis)
- Tumoren der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege
- Gallengangstrikturen (Verengungen)
- Entzündungen der Gallenwege (Cholangitis)
Symptome einer Cholestase
Eine Cholestase kann sich durch verschiedene Beschwerden äußern:
- Gelbfärbung der Haut und Augen (Ikterus)
- Juckreiz (Pruritus) durch Ablagerung von Gallensäuren in der Haut
- Heller, entfärbter Stuhl (acholischer Stuhl)
- Dunkler Urin (durch vermehrtes Bilirubin)
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Oberbauchschmerzen (besonders bei Gallensteinen)
Diagnose und Interpretation der Marker
Erhöhte Cholestasemarker werden im Rahmen einer Blutuntersuchung (Leberfunktionstest) festgestellt. Zur weiteren Abklärung setzen Ärzte folgende Untersuchungen ein:
- Sonographie (Ultraschall): Erste bildgebende Methode zur Beurteilung von Leber und Gallenwegen.
- MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie): Nicht-invasive Darstellung der Gallenwege mittels MRT.
- ERCP (Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie): Invasives Verfahren zur Diagnose und Therapie von Gallenwegserkrankungen.
- Leberbiopsie: Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung bei unklaren Befunden.
Die Bewertung der Cholestasemarker erfolgt immer im Zusammenhang mit anderen Leberwerten wie Transaminasen (GOT, GPT), klinischen Symptomen und bildgebenden Befunden.
Behandlung
Die Behandlung einer Cholestase richtet sich nach der Ursache:
- Medikamentöse Therapie: Bei primär biliärer Cholangitis z. B. mit Ursodesoxycholsäure (UDCA), bei Juckreiz mit Cholestyramin oder Rifampicin.
- Interventionelle Therapie: Entfernung von Gallensteinen per ERCP, Einlage von Gallenwegs-Stents bei Verengungen.
- Chirurgische Therapie: Bei Tumoren oder komplexen Gallenwegsproblemen.
- Behandlung der Grunderkrankung: Z. B. antivirale Therapie bei Virushepatitis oder Absetzen auslösender Medikamente.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): Diagnostik und Therapie der Cholestase (2023).
- Herold, G. et al. - Innere Medizin. Köln: Eigenverlag, 2023.
- European Association for the Study of the Liver (EASL) - Clinical Practice Guidelines on Intrahepatic Cholestasis of Pregnancy. Journal of Hepatology, 2023.
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